Edu Marin begeht Ego Land (8c/+ 10Sl.) an der Marmolada

Am 25. August startete Edu Marin voller Energie und Motivation in einen perfekten Klettertag mit Sonne, kühlen Temperaturen und Wind. Die erste Crux schickte ihn kurz noch einmal zum Standplatz zurück, am Ende klappte es aber doch mit der Dolomiten-Perle Ego Land (8c/+).

Die Route Ego Land liegt an der Südwand der Marmolada in den Dolomiten und wurde von Bernardo Rivadossi und Massimo Faletti eingerichtet. Ihre Erstbegehung bekam sie erst im August letzten Jahres verpasst – von der Seilschaft Bernardo Rivadossi und Luca Bana. Die 410 Meter lange Route mit insgesamt zehn Seillängen weist Schwierigkeiten bis zum Grad 8c/c+ (7c+ obligatorisch) auf und zählt zu den schwierigsten Routen in den Dolomiten. Für Edu Marin ist Ego Land die „Königin der Dolomiten“ – und ein lohnenswertes Projekt an einem geschichtsträchtigen Kletter-Hotspot.

Fingerverletzung hätte fast das Aus bedeutet

Edu Marin klettert Ego Land (8c/+ 10Sl.)

Beinahe wäre es aber gar nichts geworden: Gleich zu Beginn von Marins Dolomiten-Trip drohte mit einer Fingerverletzung das Aus des Projekts. Statt direkt hinzuschmeißen, gönnte sich Edu eine fast zweiwöchige Regenerationsphase mitten in den Dolomiten, wo er gezielt für sein Vorhaben – und natürlich fingerschonend – trainierte.

Am 25. August startete Edu dann mit voller Energie und Motivation in einen Tag mit idealen Bedingungen. Nach dem leichten Warm-up in den ersten beiden Seillängen (7b+ und /c+/8a) stand er vor der Schlüsselstelle der Route: eine körperliche anstrengende und ausdauernde 8c/+ Seillänge, die Wiederholer*innen alles abverlangt. Beim ersten Versuch stürzte Edu knapp vor der Hälfte, doch nach einer kurzer Pause gelang im die Seillänge im zweiten Anlauf – und das gute Gefühl war zurück.

„Eine der besten alpinen Mehrseillängenrouten“

Edu Marin klettert Ego Land (8c/+ 10Sl.)

Die darauffolgende kurze, aber harte 8b/+ Seillänge mit einem speziellen Boulderproblem meisterte Edu Marin nach gründlichem Ausbouldern relativ schnell. Der schwerste Teil war geschafft, doch weitere sechs Längen in den Schwierigkeitsgraden 8a, 8a, 7c, 7c, 7b, 6c warteten noch. Gleichzeitig machten sich auch erste Spuren von Erschöpfung bemerkbar und die teilweise noch feuchten Griffe erschwerten das Klettern. Doch am Ende siegte der Wille und Marin kletterte mit blutigen Händen und erschöpften Gliedern die letzten Meter bis zum Gipfel.  

Meiner Meinung nach eine der besten „alpinen Mehrseillängenrouten“, die ich in den letzten Jahren geklettert bin. Eine sehr ästhetische Route mit Schlüsselstellen unterschiedlicher Stilrichtungen: Die 8c/+ Seillänge erfordert Ausdauer und ist körperlich anspruchsvoll, eine andere ist sehr kurz mit einem kraftvollen Boulder (…). Ich habe diesen ganzen Prozess als etwas ganz Besonderes empfunden.

Edu Marin auf Instagram

  • Credits Text kletterszene.com
  • Credits Fotos Alice Ruso
  • Beitragsdatum 18. September 2025