Doro Karalus bouldert 8B, Peter Würth begeht „Coppa Bombastico“ (8B+), Nomura Shinichiro und Daniel Woods bouldern (8C)

Doro Karalus klettert „Santoku“ (8B)

Doro Karalus bouldern Tessin

Doro Karalus ist sicher kein Neuling in puncto schwere Züge am Fels, denn die gute Frau hat schon so einige echt schwere Boulder geklettert. Nun musste der nächste Boulder dran glauben. Diesmal war es Santoku (8B) im wunderschönen Tessin. Vor nicht allzu langer Zeit, als man noch im Tessin bouldern konnte und die Welt noch in Ordnung schien, probierte Doro Santoku das erste mal. Der Boulder, der von Weitem ein bisschen an eine Cobra erinnert, besteht aus ca. 14 Zügen feinster Kompressionskletterei. Die Crux kommt ganz am Ende und ist besonders fies, da man, bis man dort endlich mal ankommt ist, schon einen Großteil an Körperspannung durch das ganze Gepresse verloren hat. Da hilft es auch nicht weiter, wenn man zusätzlich durch seine Größe reichweitenlimitiert ist. Die am meisten gekletterte Lösung, besteht aus einem Doppel-Heelhook. Nur doof, wenn man mit dieser Variante den guten Griff nicht erreichen kann… Doch nach einigem Ausbouldern fand Doro noch eine Lösung für kleinere Menschen.

Zuerst dachte Frau Karalus ja, dass es dank dieser neuen Beta nicht all zu lange dauern sollte den Boulder zu klettern, doch das war wohl eine Fehleinschätzung, denn Doro fiel leider die nächsten fünf Sessions vom guten Griff am Ende. Kein Wunder, bei dem ganzen Rumgepumpe davor. Dazu kam dann auch noch die ganze Corona-Geschichte und Doros letzte Tage im Tessin waren gezählt. Kurz bevor ihr Zug eigentlich gen Heimat gehen sollte, fand Doro noch eine alternative Mitfahrgelegenheit. Der Corona Bann sollte zum Glück erst etwas später kommen. Somit hatte sie noch eine letzte Chance den Boulder zu klettern. Diese Chance ergriff Doro und holte sich die Begehung von Santoku (8B).

Peter Würth begeht Coppa Bombastico“ (8B+)

peter würth klettert coppa bombastico (8b+)

Kurz bevor man in Spanien aufgrund der Maßnahmen zur Bekämpfung des Corona-Virus nicht mehr bouldern konnte und wichtigere Sachen in den Vordergrund traten, konnte Peter Würth noch sein Projekt durchsteigen.

Vor ca. zwei Jahren war Alex Förschler schon einmal in diesem Bouldergebiet und hatte dabei einen mega coolen Dachboulder entdeckt und geputzt. Peter nahm sich dieser unbegangenen Linie an und wenn man die ganze Tage des Ausboulderns zusammen zählt, arbeitete er insgesamt über einen Monat daran. Er gab alles was Fingerkuppen und Körperspannung hergab. Noch nie hatte sich Peter so viele Tage an einem Boulder abgearbeitet wie an diesem. Wobei man auch erwähnen muss, dass Peter nach der Masterarbeit, die sich doch etwas in die Länge zog, erst einmal in Siurana und Südfrankreich zum Seilklettern war. Beides, also Masterarbeit und Seilklettern, sind bekanntlich keine guten Trainingspartner für die Maximalkraft.

So war es auch kaum verwunderlich, dass Peter bei seinem ersten Besuch der noch namenlosen Megalinie die meisten Einzelzüge nicht hinbekommen hatte. Als er später mit James Pearson nochmal da war, alle Züge durchsteigen konnte und nun auch Alex Förschler wieder für den Boulder motiviert war, kam der Würth’sche Fingerstrom langsam zurück. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war Peter angefixt. Bei den zwei anderen schweren Sideprojekten, die man für die Abwechslung ja meistens am Start hat, war es mit den Bedingungen eher schwierig, weil der eine Boulder nur morgens im Schatten lag (nicht Peters Zeit zum schwer Bouldern) und der andere an einem Fluss mit chronisch zu hohem Wasserpegel. Da blieben nicht viele Optionen übrig und so saß Peter öfter als geplant unter seinem Projekt und fand auch immer mehr gefallen daran.

Der Boulder heißt jetzt „Coppa Bombastico“ und ist, denk ich, 8B+. Der Name ist der coolste Eisbechername für ’nen Boulder der mir eingefallen ist. Der Sektor und der Block, an dem es ist, sind nach ’nem Eisbecher benannt: „Peche Melba“. Mit Master kann man also doch noch schwer bouldern. Hätte man mir mal sagen müssen.

so Peter nach seiner Erstbegehung

Nomura Shinichiro wiederholt Byakudo (8C)

In Japan scheint noch weiterhin fleißig draußen geklettert zu werden. So auch Nomura Shinichiro. Dieser konnte sich eine Begehung von Byakudo (8C) abholen. Der Boulder ist mit seinen 22 Zügen wohl eher bei den Ausdauer-Testpieces anzusiedeln und bietet eine Vielzahl an Styles verbunden in einem Boulder. Unter Anderem muss man in dem Boulder auch ein Mono festhalten, um in einen recht guten Schultergriff zu springen. Um sich bei diesem Zug nicht zu verletzen, trainierte Nomura gezielt auf diese spezielle Belastung hin. Hierfür benutze er sowohl ein Griffbrett als auch spezielle Trainingsboulder am Plastik. Als weiteres Ziel hat der junge Japaner sich Off the Wagon Sit (8C+) auf seine Wunschliste geschrieben. Wir sind mal gespannt ob dieser Traum im Herbst in Erfüllung gehen wird.

Daniel Woods klettert 4-Low (8C)

Daniel Woods boulden Schweiz

Mittlerweile ist zwar auch Daniel Woods wieder in seinem Heimatland und sitzt die Quarantäne aus, doch vor noch nicht all zu langer Zeit bevor die Welt sich auf den Kopf stellte, war Daniel noch bei perfekten Bedingungen im sonnigen Tessin. Als letztes Abschiedsgeschenk holte sich D. Woods noch schnell die Erstbegehung von 4-Low (8C). Der Boulder liegt im Vall Bavona und besteht aus einem 8B+ Boulder, der über einen 8A+ austoppt.

Ursprünglich wurde der Boulder von Guilano Cameroni erschlossen und geputzt, doch da die beiden sich gut kennen und sich Projekte zusammen eben auch schneller klettern lassen, zeigte Mr. Cameroni Daniel den Boulder. Kurz darauf war eine weitere Highend-Linie im Vall Bavona geboren. Wir fragen uns so langsam ob die Erstbegehungen in diesem Tal jemals ein Ende nehmen werden. Betrachtet man die Entwicklung in diesem Tal alleine diesen Winter, so hat sich doch einiges getan.

Keenan Takahashi klettert „Coup de Grace“ (9a)

Keenan Takahashi  klettern news

Für das Seilklettern ist Keenan Takahashi sicherlich nicht gerade bekannt, dass der Bursche aber durchaus Strom hat und sich bewegen kann, konnte er allerdings schon bei etlichen 8C Begehungen beweisen. Nun hat sich Keenan aber doch einmal ein Seil umgebunden. Warum das Ganze? Naja, ursprünglich war Mr. Takahashi im Vall Bavona zum Bouldern unterwegs, aber die „Tour Coup de Grace“ steht nun einmal nur wenige Meter von den Boulder-Klassikern wie Off the Wagon (8B+) und Kings of Solerto (8B) entfernt.

Und jeder der schon einmal persönlich unter Coupe de Grace (9a) stand weiß, dass einem bei der Linie die Kinnlade runterfällt. So auch bei Keenan. Der war von Anfang an von der Tour begeistert und so hinterging er seine große Boulderliebe und band sich ausnahmsweise eben doch mal einen Strick um. Das erste mal, dass Keenan untreu wurde und die Tour probierte, ist bereits ein Jahr her. Damals leider ohne Erfolg. Doch dieses Jahr war die Ausdauer schon auf einem besseren Level. Und so konnte Keenan nach nur wenigen Sessions den Umlenker dieser absoluten Kingline klippen. Und das keine Minute zu früh, denn kurz darauf hieß es Koffer packen und ab nach Hause. Corona hatte das Tessin in Beschlag genommen.

Wie geht es den Kletter- und Boulderhallen in der aktuellen Situation?

Seit zwei Wochen haben sie geschlossen. Wie lange dieser Zustand anhält ist noch unklar. Klar ist, dass wir alle bald wieder an diese Orte zurückkehren wollen um dem Sport nachzugehen, den wir so lieben. Doch können die Hallen so lange ohne Gäste überleben? Was bewegt die Hallenbetreiber? Juliane von „Bin weg Bouldern“ traf sich mit Hallenbetreiber und Berater Christian Popien und redeten genau über diese Fragen. Es gibt interessante Einblicke und auch einige wichtige Impulse für die Szene!

Die Familie Oberalp übernimmt Verantwortung

Das norditalienische Unternehmen Oberalp, zu dem Marken wie Salewa, Dynafit oder Evolv gehören, hilft in der Coronakrise mit Schutzkleidung aus.

Weil in Italien und auch rund um den Headquarter-Standort Bozen absoluter Notstand an medizinischem Material für die fachgerechte Behandlung von COVID-19-Patienten herrscht, hat die Oberalp Gruppe begonnen aus Reststoffen Mundschutzmasken und wasserabweisende Schutzmäntel an ihren Standort in Montebelluna zu nähen.

Die Familie Oberalp übernimmt Verantwortung

Die Wochenproduktion von 50.000 Masken und 800 Schutzmänteln half der Südtiroler Sanität über den ersten Engpass hinweg. Gleichzeitig haben wir über unseren Salewa-Lizenzpartner in der chinesischen Stadt Xiamen insgesamt 20 Millionen medizinische Schutzmasken und 600.000 Schutzausrüstungen besorgt und in einer einzigartigen Zusammenarbeit mit Austrian Airlines und der Regierung Österreich über Wien eingeflogen. Damit werden die stark betroffene Region Nordtirol in Österreich, das Land Südtirol sowie der italienische Zivilschutz in Rom mit dringend notwendigem Sanitärmaterial versorgt, das Menschenleben retten wird.

so Ruth und Heiner Oberrauch in der Pressemeldung

“Die Angst, dein bester Freund“ Das neue Buch von Alex Huber

“Die Angst dein bester Freund" Das neue Buch von Alex Huber

Alexander Huber, mit seinem Bruder Thomas bekannt als die Huberbuam, zählt zu den besten Kletterern der Welt. Wie kaum jemand muss er mit dem Thema „Angst“ umgehen. Nun liefert er einen Ratgeber für jeden, der seine Ängste als Schwäche sieht, sich aber nicht mehr davon einschränken lassen will. Man muss kein Extremsportler werden, um sich mit der Angst zu verbünden. Aber es lohnt sich, die Sicherheit der Komfortzone zu verlassen und ein Risiko einzugehen. Denn wenn wir unsere Angst zulassen können, wird sie unser Leben reicher machen. 

In „Die Angst, dein bester Freund“ vermittelt Alexander Huber, dass die Angst nur dann ein schlechter Berater ist, wenn man sich nicht mit ihr auseinandersetzt. Doch tut man es, wird sie zum Freund, lenkt Entscheidungen in die richtige Richtung und schärft den Blick für das Wesentliche.

  • Buch ISBN: 978-3-7112-0011-2 für 22,00€
  • E-Book ISBN: 978-3-7112-5006-3 für 16,99€

#keepthefireburning -Training für zuhause

Willkommen beim Training für Zuhause. »Ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen«, wußte schon Ethan Hunt. Auf jeden Fall bietet die Quarantäne auch jede Menge Chancen und Hannes Huch wird Dich durch diese Wochen begleiten, so dass Du letztendlich vor Fitness strotzend wieder die Kletterwände hochstromen kannst.

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