Die Jugend kam, sah und rockte beim Deutschen Jugend Boulder Cup in Auerbach [mit anständigem Bericht]

Nachdem die, zugegeben sehr jugendlich auftretenden Wettkampfsenioren in der Auerbach Gluthölle am vergangenen Samstag um die Podestplätze kämpften, hieß es für die Routenbauer Maxi Klaus, Lars Bell und Jonas Baumann danach „Ran an die Maschinen die Jugend kommt“. Wie auch schon am Tag zuvor, lud die Sonne mit all ihrer Kraft und den daraus resultierenden 32 Grad+, nicht gerade zum Hallenbesuch ein und somit hielt sich auch am Sontag der Zuschauerzuspruch leider in Grenzen. Die Jugend trotzte der Sonne und pünktlich zur Qualifikation der jeweiligen Altersklassen  standen insgesamt 141 Teilnehmer (Jugend A & Jugend B) auf den Matten.

DAV Jugendcup Boulder Auerbach 16Jugend A:

Holla die Waldfee, da haben die Routenschrauber aber geschaut, als die Qualiboulder von den Mädels nur noch so weggeputzt wurden, wie wenn es Aufwärmboulder wären. Und deshalb hieß es auch coolen Kopf und Hände bewahren, denn jeder Fehlversuch hieß großes Bangen um den Einzug ins Finale. Dies bestätigte DAV Jugendcup Boulder Auerbach 10sich leider auch bei Frederike Fell, die es mit ihren sieben Versuchen bei vier Topbegehungen, leider um einen Versuch zuviel, nicht mehr unter die Top Ten geschafft hat und so wie die weiteren 29 Mädels zum Zusehen gezwungen war. Auch im späteren Finale wurden an den vier Finalbouldern Flashbegehung Pflicht, wenn man beim Kampf um den Tagessieg mitreden wollte. Dies gelang Gesine Adam – mit ihren vier Flashs verwies sie, trotz hervorragenden Leistungen, Emilie DAV Jugendcup Boulder Auerbach 4Gerhardt und Johanna Holfeld auf die Plätze 2 & 3 (beide hatten 4 Tops in 5 Versuchen).

Bei den Jungs hingegen, waren die Qualiboulder dann wieder so geschraubt, wie man es als Athlet am liebsten hat. Denn hier zählte am Ende wieder, wer die meisten Topbegehungen hatte. Und schon da konnte man sich den ein oder anderenFavoriten fürs FinaleDAV Jugendcup Boulder Auerbach 18
aussuchen. Denn Yannick Flohé, Max Prinz undFlorian Hecht hoben sich mit ihren vier Topbegehungenetwas von dem Starterfeld ab. Im Finale wurden dann aber die Karten neu gemischt und es wurde bis zum vierten Boulder noch einmal richtig spannend.  Denn Lukas Jäkel  legte mit drei Flashbegehungen gut vor und ließ nicht viele Chancen für die übrigen Finalisten auf den ersten Platz offen.  Ein Chance hatten Moritz Perwitzschkyund Yannick Flohé  aber noch und die hieß „Boulder Nr. 4“.DAV Jugendcup Boulder Auerbach 17 Buchstäblich in letzter Sekunde konnte Yannick Flohé  als einziger diesen Boulder topen und verwies somit seine beiden Konkurenten Moritz Perwitzschky und Lukas Jäkel auf die Platz 3 und 2.

Jugend A

Wie schon kurz angedeutet, waren am Samstag bei den Junioren bzw. DAV Jugendcup Boulder Auerbach 6Senioren einige der Starter noch recht jung. Das war der Tatsache geschuldet, dass auch ein paar Jungs und Mädels aus der Jugend A bei den Erwachsenen mitmischen wollten und dies auch mit ordentlichen Plazierungen ( Rauberger Sophie 8., Helene Wolf 15., Laura Polomsky 13., Janka Meyer 11., Alexander Averdunk 4., Adolph Isabell 19., Hösel Anne 9.) getan haben.

DAV Jugendcup Boulder Auerbach 9Bei den Jungs kristallisierte sich schon in der Quali ein Kopf an Kopf Rennnen zwischen Alexander Averdunk und Luis Gerhardt heraus. Denn beide absolvierten die Pflichtboulder souverän und Alex konnte, wegen des Starts bei den Herren am Vortag, seine rosa eingefärbten Fingerkuppen mit dem Auslassen des fünften Qualiboulders etwas schonen, da vier Topbegehungen eine sichere Bank für den Einzug in die letzte Runde waren. Mit einer sehr starken Vorstellung im Finale DAV Jugendcup Boulder Auerbach 13räumte Luis Gerhardt die Ergebnisliste von hinten auf und konnte sich mit einer souveränen Begehung im zweiten Go, am letzten Plattenboulder seinen Tagessieg, vor Alex Averdunk (2.) und Kim Marschner (3.) sichern.

In der Quali der Mädels hieß es vier Boulder im besten Fall zu flashen oder fünf Boulder zu toppen, sonst stand der Einzug ins Finale auf der DAV Jugendcup Boulder Auerbach 11Kippe (der fünfte Boulder – Plattengeschleiche – hatte es aber auch in sich). Das bekamen Luisa Brumma und Bettina Aschauer mit vier Tops in sieben Versuchen leider mit den Plätzen 12 und 11 zu spüren. Wenn man im Finale bei den vorderen drei Plätzen ein Wörtchen mitreden wollte, musste man mindestens drei Boulder flashen und für den Tagessieg waren sogar vier Topbegehungen nötig. Dies gelang mit einer souveränen Vorstellung Sophie Rauberger am besten, da sie alsDAV Jugendcup Boulder Auerbach 12 einzige Finalteilnehmerin alle vier Boulder toppen konnte. Aber auch die Plätze zwei und drei wurden nur dadurch entschieden, das am Ende Helene Wolf eine Bonusgriff mehr erreicht hatte, als ihre Konkurrentin Pauline Gerung.

Auch wenn die Zuschauerzahlen dieses Mal in Auerbach nicht die besten waren, sollte man wissen bevor man groß meckert, dass der DAV Jugendcup Boulder Auerbach 1 Deutschlandcup wie auch schon im Jahr zuvor mit dem Frankenjura Festival terminlich abgestimmt war. Dass dieses abgesagt wurde, dafür können Christoph Gabrysch und die Jungs aus dem Resort Spitzsport nichts. Denn letztes Jahr ging der Plan auch sehr gut auf und die Halle war super besucht. Auch das Orga Team der Stadt Auerbach und ihre Helfer aus der Sektion Bayreuth und Naturfreunde Auerbach haben wieder einmal bewiesen dass sie für alle Beteiligten ausgezeichnete Arbeit abliefern und dass die Haltung des DAV-Bundesverbands nicht jeder vertritt.

Ergebnisse vom Deutschen Jugend Bouldercup – Auerbach 2014

Jugend B

Mädels:

1 ADAM Gesine
2 GERHARDT Emilie
3 HOLFELD Johanna

4 DÖRFFEL Lucia
5 KRIECHBAUM Lina
6 LÖFFELHOLZ Charlotte
7 GRÜNEWALD Florence
8 FEILER Lydia
9 MEUL Hannah
10 FUCHS Romy
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Buama:

1 FLOHÉ Yannik
2 JÄKEL Lukas
3 PERWITZSCHKY Moritz

4 PRINZ Max
5 WENDL Toni
6 SCHIRRA Samuel
7 HECHT Florian
8 RANGE Christian
9 SCHLIESSMANN Julian
10 SCHRAMM Anton
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Jugend A

Mädels:

1 RAUBERGER Sophie
2 WOLF Helene
3 GERUNG Pauline A

4 ADOLPH Isabell
5 NEUMEIER Lara
6 VAN DER WEL Elisa
7 POLOMSKY Laura
8 KORHERR Solveig
9 HÖSEL Anne
10 MEYER Janka
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Jungs:

1 GERHARDT Luis
2 AVERDUNK Alexander
3 MARSCHNER Kim

4 FIRNENBURG Ruben
5 SCHMIDT Oliver
6 OBERDORFER Anselm
7 ROTHE Tilmann
8 HABERMANN Mats
9 MEISER Joshua
10 LOCHNER Florian
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Text: kletterszene.com,  Quelle: digitalRock, Spitzensport Klettern Ch. Gabrysch Foto: Vertical-Axis

Kommentare

  1. Gerhard - Team Kletterszene - | | Antworten

    Es ist ja nicht so, dass das ganze Hauptquartier des DAV Bundesverband, das Sportklettern als nerviges Vereins-Anhängsel sieht. Ein kleines Gallisches Dorf Namens Resort Spitzensport, kämpft tagtäglich für mehr Akzeptanz für unseren Sport und dessen Nachwuchsförderung und geben die Hoffnung nicht auf, dass es vielleicht doch einmal bessere Zeiten geben wird.

    Da wir selbst nicht in Auerbach anwesend waren, hätten wir ohne Christophs Hilfe diesen Artikel nicht schreiben können.

    Somit geht ein dickes DANKE nach München!

  2. Olli | | Antworten

    Den Worten von Gerhard kann man nix mehr hinzufügen. Danke Christoph!

  3. ed | | Antworten

    Ich sehe für mich nicht einzigen Vorteil durch den Spitzenplastiksport, aber mir sind ziemlich viele Nachteile bewusst. Ich werde wohl aus dem DAV aus treten, weil ich nicht einsehe, son Zeug auch noch mit zu finanzieren. Sollen die sich doch ihre Wettkämpfe und Reisekosten selber bezahlen. Niemals würde ich Eintritt bezeichnen, um anderen beim Klettern zu zu schauen.

  4. ed | | Antworten

    „Eintritt bezahlen“ sollte es heissen.

  5. CN | | Antworten

    Das finde ich eine sehr traurige Einstellung, ed.

    Erstens finde ich, dass Spitzensportförderung auch dem „gemeinen“ DAV Mitglied Vorteile bringen kann. Spitzensport (auch wenn er noch in den Kinderschuhen steckt) erzeugt öffentliches Interesse und kann steigende Mitgliederzahlen zur Folge haben. Mehr Mitglieder können den Mitgliedsbeitrag konstant halten oder sinken lassen.

    Ganz davon abgesehen halte ich es für fragwürdig, dass man alles, wovon man nicht persönlich profitiert als nicht förderungsfähig hält. Ich persönlich habe ja auch keinen Vorteil davon, dass man behinderte Menschen in die Gesellschaft integriert. Finde es aber trotzdem notwendig und höchst wünschenswert.

    Ansonsten, danke für den schönen Artikel!

  6. ed | | Antworten

    Ich gebe gerne etwas für Menschen, die bedürftig sind. Dazu zähle ich allerdings nicht irgendwelche Nachwuskletterer, die dann C02-lastig um die Welt fliegen.
    Mehr Mitglieder bringen nur dem DAV etwas, aber nicht mir als Kletterer. Allerdings werden die Felsen immer voller und das führt zu Problemen, die mich betreffen. Also: Warum soll ich einen Verein unterstützen, der nicht Bedürftige unterstützt sondern oft eh schon Bevorteilte und der Probleme erzeugt, die der Umwelt und mir schaden?

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