Der Szene-Treff für Outdoor-AbenteurerInnen aus drei Generationen [Filmfest St. Anton]

24 Filme im 24. Jahr, davon 15 Premieren, zu allen Filmen Bühnengäste: das Filmfest St. Anton ist im Spätsommer der jährliche Szenetreff des Ostalpenraums in den Bereichen Alpin-, Kletter- und Outdoorfilm. Herausragende Alpinisten aus drei Generationen und einige der besten Freeriderinnen der Welt kommen heuer nach St. Anton. Viele Filme führen auf der Suche nach Neuland an exotische Orte der Welt. Neue Tendenzen des Outdoor-Sports werden vorgestellt.

Kleine Auswahl aus dem diesjährigen Filmfest Programm

  • Hier findet ihr das ganze Programm

22.8. Mittwoch

Wege nach Innen

“Klettern ist für mich quasi so eine Art Zentrum, weil ich beim Klettern eigentlich mein wirkliches Leben lebe, und es ist für mich ein Weg der Selbstfindung”, so Bernd Arnold am Beginn des Films. Der 70-jährige ist in der Kletterszene eine Legende. Über 900 Erstbegehungen, vor allem in der sächsischen Schweiz, gehen auf sein Konto. Arnold spricht über die Anfänge seines sich über viele Jahrzehnte erstreckenden Kletter-Lebens, über Angst, Abenteuer und Todesnähe. Er erinnert sich an seine Kletterreisen in alle Welt und spricht über seine Heimat und, wie viel sie ihm bedeutet. Man sieht ihn im Film, barfuß und virtuos wie eh und je, an den Türmen des Elbsandsteingebirges klettern. Das Positive, das er dabei erlebt, gibt er jetzt an andere weiter.

 

Nadine Wallner

Was passiert, wenn Leidenschaft auf Begabung trifft? Ein Höhenflug der Erfolge, aber auch Rückschläge und Zweifel. Nadine Waller, zweifache Freeride Weltmeisterin aus Klösterle am Arlberg, gewährt uns einen Einblick in ihr turbulentes Leben. Vom Schuleschwänzen an Blue Bird Days, rasanten Autofahrten – nach dem Motto „alles für den Powder“ – bis hin zu ihrem treuem Begleiter, dem Milchkaffee, zeigt uns Nadine spitzbübisch ihren Werdegang.

 

Kampfzone

Beat Kammerlander hat im Rätikon Klettergeschichte geschrieben. 1991 hat er mit der „Unendlichen Geschichte“ die damals weltweit schwerste Alpine Sportkletterei eröffnet, ein paar Jahre später folgte mit „Silbergeier“ ein weiterer Klassiker des extremen Alpinen Kletterns. Fast 20 Jahre später bewegt sich Beat immer noch auf dem, damals von ihm vorgelegten Niveau. In der von ihm als „Kampfzone“ bezeichneten Route am Kleinen Turm arbeitet er sich an einem Stück Fels an der Grenze der Kletterbarkeit hoch, winzige Griffe, kaum vorhandene Tritte, Reibungskletterei an der Grenze der Physik. Hinzu kommt, dass Beat bei seinen Erstbegehungen einer strengen Ethik folgt, die bedeutet: weite Hakenabstände und keine von oben eingebohrte Routen.

 

Donnerstag 23.8.

Eis und Palmen

Die beiden Freeski-Athleten und Max Kroneck und Jochen Mesle sind für viele Ski Trips rund um die Welt gereist. Nun starten sie vor ihrer Haustür zu ihrer bisher größten und außergewöhnlichsten Tour. Die Freunde brechen von Bayern aus auf und wollen über die Westalpen bis zum Mittelmeer, nach Nizza. Auf ihrem Weg wollen sie die schönsten Berge der Alpen mit Ski befahren. Es geht ihnen dabei nicht nur um unberührte Hänge und neue Herausforderungen als Big Mountain Skifahrer. Sie möchten die gesamte Strecke aus eigener Kraft bewältigen, mit dem Rad, zu Fuß und mit Ski.

 

Pakistan – ein Land im Schatten der 8000er

Die Tiroler Alpinisten Andreas Gumpenberger, Stefan Ager, Martin Sieberer und Thomas Gaisbacher sind auf dem Weg zu einem schwierigen und außergewöhnlich gefährlichen Vorhaben: Sie wollen mit Ski die 1500 Meter hohe und teilweise 55 Grad steile Nordostwand des Shimshal Whitehorns befahren. Der 6300 Meter hohe Berg liegt im Norden von Pakistan. Darüber hinaus wollen sie auch Samina Baig und ihren Bruder Mirza treffen, zu denen sie seit Jahren eine enge Freundschaft pflegen. Samina und Mirza haben mit Hilfe ihrer Tiroler Freunde das Skifahren ins Shimshaltal gebracht. Die Tiroler halten dort jährlich einen Skikurs ab, Völkerverständigung auf einer ganz persönlichen Ebene. Bei dieser Reise haben die Tiroler aber ein anderes Ziel. Werden sie trotz der immensen objektiven Gefahren die Abfahrt von ihrem Traumberg schaffen?

 

Freitag 24.8

Zodiac

Sie sind ein Paar im Leben und beim Klettern: Barbara Zangerl und Jacopo Larcher. Im Film sind sie am El Capitan in der Route „Zodiac“ unterwegs, eine steile und überhängende Route im rechten Teil der Wand. Nach den Huber-Brüdern und nach Tommy Caldwell wollen sie die dritte Seilschaft sein, die die Route frei begeht. In den fünf Tagen in der Wand meinen sie manchmal, dass es unmöglich ist, aber am Ende schaffen sie es doch. Jon Glassberg hat mit der Kamera „Babsi“ und Jacopo durch die Wald begleitet. Bei aller Anstrengung in der superschweren Route zeigt der Film auch die Freude der beiden am Klettern und am Leben. „Wenn ich mich bei dem, was ich tue, beständig glücklich fühle, kann es nicht ganz falsch sein“, sagt Barbara Zangerl.

 

Eisklettern in Island

Albert Leichtfried und Benedikt Purner sind als Eiskletterer eine eingespielte Seilschaft und weitum bekannt. Auf der Suche nach Neuland haben sie viele der kalten Gebiete auf der nördlichen Halbkugel der Erde bereist. In Kanada, in Skandinavien, in Tibet im östlichen Himalaya, sind sie schon gewesen. Seit einigen Jahren reizt die beiden der Norden Europas, genauer Island, die Insel mit ihrer einzigartigen Landschaft und den wilden und außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen des Europäischen Nordmeer-Winters. In diesem Jahr geht ihre Reise zum dritten (Purner) bzw. vierten Mal (Leichtfried) auf die Insel und Filmemacher Johannes Mair ist dabei. Vielleicht haben sie Glück, und es haben sich in diesem Jahr Eisgebilde ausgeformt, die die Erstbegehung einer Linie ermöglichen, die sie schon seit langem im Auge haben … (Fotos: alpsolut.com, Whiteroom Productions)

 

Samstag: 26.8.

Ama Dablam. Drama am heiligen Berg

Im Jahr 1979 treffen zwei Expeditionen an der Ama Dablam in Nepal auf schicksalhafte Weise aufeinander: Eine europäische Seilschaft, bestehend aus Reinhold Messner, Wolfgang Nairz und Oswald Oelz, und eine neuseeländische mit Peter Hillary, dem Sohn des Mount-Everest-Erstbesteigers Edmund Hillary. Beide Expeditionen haben das gleiche Ziel: Sie wollen die Ama Dablam besteigen, einen 6814 Meter hohen Gipfel im Himalaya. Die Neuseeländer wählen einen riskanten Weg – sie planen die Erstbegehung der Mingbo-Westwand, die unter Alpinisten als extrem gefährlich gilt. Hillary und sein Team brechen vor den Europäern auf und befinden sich schon inmitten der Wand, als plötzlich eine Eislawine über sie hereinbricht. Messner und seine Kollegen beobachten das Geschehen vom Basislager aus und beschließen sofort zu helfen. So schnell es geht, brechen Messner und Oelz trotz aller Gefahren in Richtung der Verunglückten auf…

 

No Turning Back

Im Film geht es vordergründig um die Erstbesteigung der schwierigen Nordwand des Gimmigela East, eines 7000ers im nepalesisch-indischen Grenzgebiet. Die Tour im Jahr 2016 hatte für den Ötztaler Ausnahmealpinisten Hansjörg Auer und seinem Freund und Partner Alex Blümel eine besondere Bedeutung. Im Jahr zuvor waren sie mit Gerry Fiegl am Gipfel des Nilgiri Süd, wo Gerry tödlich abstürzte. Hansjörg reflektiert auf sein bisheriges Leben. Dass er ein einsames Kind war, aber das Glück hatte, in einer großen Familie aufzuwachsen und in Freiheit erzogen wurde. Seine frühe Begeisterung für die Berge, seine Leidenschaft für das Klettern. Die schwierige Zeit, als er nach der Free Solo Begehung der „Via del Pesce“ an der Marmolada Südwand schlagartig zu einer weltweit bekannten Szenegröße wurde. Bei allen Höhen und Tiefen ist seine Leidenschaft ungebrochen: „Bergsteigen ist Nahrung für meine Seele“, heißt es gleich am Anfang. Und am Ende des Films ist seine Botschaft: „Es hat so viele Leute gegeben, die mir geholfen haben, ich will anfangen etwas zurückzugeben.“

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