Der neue Deutsche Bouldermeister Yannick Flohé im Interview

36 Frauen und 39 Männer kämpften am vergangenen Wochenende in Friedrichshafen um den Titel des Deutschen Meisters im Bouldern. Nach zwei langen und anstrengenden Wettkampftagen setzte sich bei den Damen – erwartungsgemäß – Alma Bestvater aus Weimar durch, die derzeit wohl beste deutsche Boulderin, die in diesem Jahr schon bei zwei Boulder-Worldcups im Finale dabei war. Bei den Herren dagegen stand Yannick Flohé aus Essen, der für die Sektion Aachen startet,  ganz oben auf dem Treppchen. Kletterszene.com sprach mit dem 18-jährigen Shootingstar.

Ks..com: Yannick, erst mal herzlichen Glückwunsch. Was bedeutet dir der Meistertitel?

Yannick Flohé: Das war dieses Jahr eines meiner größten Ziele. Ich habe mich gut darauf vorbereitet –und es ist für mich bislang der größte Erfolg.

Ganz kurz nach dem Finale hast du gesagt, dass das Gefühl unbeschreiblich ist, Deutscher Meister im Bouldern geworden zu sein. Wie ist es denn heute – einen Tag später?

Inzwischen habe ich das schon realisiert. Aber es hat sich heute Morgen gut angefühlt, aufzustehen und zu wissen, ich bin Deutscher Meister.

 

Hast du gefeiert? Oder stehst du heute wieder in der Boulderhalle?

Gefeiert nicht wirklich – ich bin gestern Nacht erst richtig spät nach Hause gekommen. Aber bouldern werde ich heute auch nicht: Ich habe keine Haut und keine Kraft mehr.

Hast du selber eigentlich damit gerechnet zu gewinnen? Jan Hojer war zwar nicht am Start, aber die Konkurrenz war dennoch stark…

Ich habe schon gedacht, dass ich gute Chancen habe. In diesem Jahr lief es bislang nicht schlecht bei den Wettkämpfen; ich war bei zwei Worldcups im Halbfinale. Aber beim Bouldern kann im Finale immer alles passieren und ich war schon überrascht, dass es dann so gut lief.

Bei dir ist es in der Quali und im Halbfinale ja schon richtig gut gelaufen – aber wann war dir dann klar, dass du gewinnen kannst?

Ich wusste nach der Sichtung, dass die Finalboulder mein Style sind. Zumindest bis auf den ersten Boulder, eine Platte, da hatte ich die meisten Bedenken. Wir haben uns dann auch in der Iso ziemlich viel ausgetauscht und nach dem dritten Boulder wusste ich eigentlich, dass ich gewonnen hatte.

Die Finalboulder sahen bei dir unglaublich mühelos aus – du hast alle vier geflasht. War das wirklich so?

Na ja, das war mein Style, aber es waren ganz sicher keine Warmmach-Boulder für mich. Gerade beim zweiten und dritten Boulder waren ein paar Züge richtig knapp.

Du kletterst schon sehr lange, hast viele Jahre Wettkampferfahrung und auch international schon sehr gute Platzierungen erzielt. Aber im vergangenen Jahr hast du dich deutlich noch einmal verbessert… woran lag das?

Der Hauptgrund ist, dass ich im vergangenen Jahr Abi gemacht habe und mich seitdem ganz auf das Klettern konzentrieren kann. Ich kann jetzt einfach viel mehr trainieren. Außerdem habe ich gezielt an meinen Schwächen gearbeitet, beispielsweise versucht, meine Beweglichkeit zu verbessern.

Wie geht es jetzt bei dir weiter?

Ich werde jetzt erst einmal ein paar Tage regenerieren und danach mit dem Leadtraining beginnen. Die Worldcups in Villars und Chamonix im Juli sind dann meine nächsten Wettkämpfe.

Yannick, Danke für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

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