Der neue DAV Männer Expedkader steht fest

Vergangene Woche wurden sechs Teilnehmer für den Expeditionskader, das Aushängeschild im Förderbereich Leistungsbergsteigen, ausgewählt. Damit geht der Expedkader in die elfte Runde und erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Neben dem Männerkader gibt es auch einen Frauenkader, der zeitversetzt läuft und nächstes Jahr wechselt.

 

Widrige Witterungsbedingungen und ein spannendes Ausweichprogramm

14 hochmotivierte junge Alpinisten wurden zum Sichtungscamp traditionell nach Chamonix am Fuß des Mont Blanc eingeladen. Hier haben die Kadertrainer und Bergführer eigentlich alle Möglichkeiten, um das Können der Bewerber in allen Disziplinen zu testen – wenn das Wetter mitspielt. Leider setzten sich aber Regenwetter und Sturm fest; während der ganzen Woche zeigten sich nur wenige Auflockerungen. Das hieß nicht nur, dass sich das Mont Blanc Massiv oberhalb 2500 m im tiefsten Winterkleid präsentierte, nicht einmal die Seilbahnen fuhren wegen das Windes planmäßig. Die vielfältigen alpinen Möglichkeiten am Glacier du Geant und Col du Midi fielen also aus.

Dennoch konnte das Programm mit einigen Einschränkungen durchgeführt werden: Die Teilnehmer rannten im Zuge des obligatorischen Berglauf-Konditionstests 1000 Höhenmeter den Brevent hinauf, wurden im Klettergarten in allen möglichen Sicherungs- und Seiltechniken bis hin zum Technoklettern geschult, im steilen Drytooling geprüft und mussten in Sportkletter-Mehrseillängen ihre Klettertechnik unter Beweis stellen. Um das Eiskönnen der Bewerber zu testen, fanden die Bergführer um Kadertrainer Fritz Miller eine ganz besondere Schlechtwetteralternative: Eine Eishöhle im Karst der Araviskette, in der – im grünen Wald – wie in einem Tiefkühlfach überhängendes Eis auch zu dieser Jahreszeit erhalten bleibt. „Total abgefahren!“ hörte man oft an diesem Tag.

 

Eine kurzfristige Wetterbesserung wurde zum Tradklettern am Brevent genutzt, zwei Gruppen überrannten sogar den Papillongrat an der Aiguille du Peigne – bei winterlichen Verhältnissen und Orkanböen wird selbst eine vermeintlich leichte Tour zur Herausforderung.

 

Keine leichte Entscheidung

Wie immer fiel die Auswahl der Kaderteilnehmer nicht leicht. Das Niveau der Bewerber lag oft eng zusammen, sodass die Entscheidung viel Kopfzerbrechen bereitete. Die Auswahl fiel schließlich auf diese sechs Nachwuchsalpinisten: Hermann Böttcher (München-Oberland und Kostanz), Korbinian Fischer (München-Oberland), Korbinian Grünauer (Garmisch-Partenkirchen), Fabian Hagenauer (Rosenheim), Anderl Lindner (Lenggries) und Florian Storkenmaier (Wangen). Geleitet wird der elfte Expedkader Männer von Fritz Miller, der selbst Mitglied eines früheren Expedkaders war und seitdem oft als Bergführer für Nachwuchscamps, Sichtungscamps oder Kadermaßnahmen tätig war.

Das sind die Gesichter im neuen Expedkader Männer:

Hermann Böttcher
Alter: 24
Sektion: München-Oberland und Konstanz
Motto: „Steiler ist geiler!“

 

 

Korbinian Fischer
Alter: 18
Sektion: München-Oberland
Motto: „Ois easy!“

 

 

 

Korbinian Grünauer
Alter: 20
Sektion: Garmisch-Partenkirchen
Motto: „Hat jemand ein Motto für mich?“

 

Fabian Hagenauer
Alter: 25
Sektion: Rosenheim
Motto: „Fui is guat – no mehr is besser!“

 

 

Anderl Lindner
Alter: 20
Sektion: Lenggries
Motto: „Basst eh!“

 

 

 

Florian Storkenmaier
Alter: 19
Sektion: Wangen
Motto: „Wer nix weiß malt n‘ Kreis!“

So geht es weiter

Das Programm des Kaders startet im Sommer und wird sich in den nächsten zweieinhalb Jahren um Themen wie Alpinklettern, Technoklettern, Bigwall, Risskettern, Eisklettern, Hochtouren, Lawinen und Bergrettung drehen. Am Ende der Kaderzeit steht wie immer eine gemeinsame Abschlussexpedition an.

 

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