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DAV und ÖAV kritisieren Umweltverträglichkeitserklärung zum Ausbau des Kraftwerks Kaunertal

13. September 2025  in News

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Der Deutsche Alpenverein (DAV) und der Österreichische Alpenverein (ÖAV) haben im Rahmen der laufenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zum geplanten Ausbau des Kraftwerks Kaunertal eine gemeinsame Stellungnahme eingereicht. Aus Sicht der beiden Alpenvereine weist die von der TIWAG vorgelegte Umweltverträglichkeitserklärung erhebliche Defizite und fachliche Mängel auf.

Dieses Projekt wird mit dem Etikett Klimaschutz versehen, zerstört aber zugleich eines der größten intakten Moorbiotope der Alpen – eine der wertvollsten CO₂-Speicherlandschaften überhaupt. Das ist ein fundamentaler Widerspruch. Wir fordern, dass die Bewertung nach aktuellem Stand der Wissenschaft erfolgt und endlich auch umweltverträglichere Alternativen ernsthaft geprüft werden
Wolfgang Arnoldt, Vizepräsident des DAV

Zentrale Kritikpunkte an der Umweltverträglichkeitserklärung 

Verharmlosung der Eingriffe in Ökosysteme: Der geplante Stausee würde einen großflächigen Moor- und Feuchtgebietskomplex dauerhaft zerstören – ein einzigartiger Lebensraum und wichtiger CO₂-Speicher. Die vorgelegten Gutachten stufen die Sensibilität der Lebensräume und die Eingriffsintensitäten systematisch zu niedrig ein. Ersatzmaßnahmen können die Verluste nicht ansatzweise kompensieren. 
Unzureichende Alternativenprüfung: Umweltverträglichere Alternativen für die Energiewende - wie innovative Speichertechnologien und Effizienzsteigerungen bei bestehenden Anlagen - werden nicht ernsthaft geprüft. 

Einordnung: Mammutprojekt mit weitreichenden Folgen 

Der Ausbau des Kraftwerks Kaunertal zählt zu den größten Wasserkraftvorhaben der letzten Jahrzehnte in den Alpen. Vorgesehen ist unter anderem die Flutung des Platzertals durch einen rund 120 Meter hohen Staudamm, der einen Speichersee von etwa 120 Hektar entstehen lassen würde. Die Unterlagen umfassen mehrere tausend Seiten. Im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung konnten in Österreich anerkannte Umweltorganisationen - darunter der DAV - ihre Einwände bis 12. September einreichen. Für die Bearbeitung der mehreren tausend Seiten an Plänen und Fachgutachten zur Einschätzung der Eingriffe, hatten die Expert*innen beider Alpenvereine sechs Wochen Zeit zur Bearbeitung.  

Bis November werden die Einwände von der Tiroler Landesregierung behandelt. Eine mündliche Verhandlung zwischen Antragsteller, Behörde und Umweltorganisationen ist für das Frühjahr 2026 angesetzt. 

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Miriam Roth/ DAV, kletterszene.com
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DAV/Leon Buchholz WWF Österreich/Sebastian Frölich DAV/Franz Güntner