Das neue DAV Kletterzentrum Augsburg lädt zur Premiere der Deutsche Meisterschaft Olympic Combined 2018

Der deutsche Klettersport feiert am 14. und 15. Juli in dem neuen DAV Kletterzentrum Augsburg eine Premiere: Erstmals findet auf nationaler Ebene im Seniorenbereich eine Meisterschaft im neuen Wettkampfformat Olympic Combined statt – der Disziplin, die auch bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio ausgetragen wird und alle drei Formen des Sportkletterns (Lead, Speed und Bouldern) vereint.

Der DAV als Veranstalter erwartet ein großes Teilnehmerfeld: Rund 50 Herren und 40 Damen werden wohl gegeneinander antreten. Qualifikationswettkämpfe aus Landesebene gibt es im Vorfeld nicht: Die elf Verbände dürfen jeweils vier Frauen und vier Männer nominieren. Zudem ist der DAV-Kader gesetzt.

Die Deutsche Meisterschaft kommt zu einem günstigen Zeitpunkt: Rund zwei Monate später beginnt die Kletter-WM in Innsbruck. Dort wird es neben Lead-, Speed-, und Boulderwettkämpfen auch eine eigene Olympic-Combined-Meisterschaft geben.

 

Olympic Combined – was ist das?

Beim Olympic Combined kommen alle drei Kletterdisziplinen (Lead, Bouldern, Speed) zusammen: Ein Tag, drei Wettkämpfe. Hier ist Ausdauer gefragt. Als Teil der Olympischen Spielen 2020 in Tokio wird dieses Wettkampfformat nun auch in Deutschland als eigener Combined-Wettkampf etabliert. Damit sollen die Athletinnen und Athleten des deutschen Teams bestmöglich auf die Olympischen Spiele vorbereitet werden.

Die Disziplinen werden in folgender Reihenfolge durchgeführt: 1. Speed, 2. Bouldern, 3. Lead. Das Combined-Event besteht aus Qualifikation und Finale, in beiden Runden werden jeweils alle drei Disziplinen geklettert. Die Punktzahl der Athletinnen und Athleten wird durch Multiplikation der Platzierungen in jeder Disziplin berechnet. Je niedriger die Punktzahl, desto besser. Im Finale der besten Sechs erfolgt ein neues Ranking, was bedeutet, dass die Plätze aus der Qualifikation „erlöschen“.

 

Wer holt sich die Meistertitel in der neuen Disziplin?

Die Premiere des Formats wird mit Spannung erwartet: Bisher gibt es in der deutschen Kletterwelt entweder Lead- oder Boulder-Spezialisten – und nur sehr wenige Athleten, die in beiden Disziplinen antreten und dort Erfolge aufweisen können. Zu diesem kleinen Kreis gehört Yannick Flohé, der sich bereits vor einer Woche den deutschen Meistertitel im Bouldern sicherte. Daneben werden sich Kletterstars wie Alex Megos und Jan Hojer dieser Premiere kaum entziehen können, wenn sie eine Teilnahme in Tokio in Betracht ziehen.

Neben diesen Generalisten gibt es noch viele Spezialisten: Chris Hanke gilt als Lead-Experte und konnte in der letzten Saison international bereits einige Erfolge erzielen. Er trainiert seit diesem Jahr auch speziell fürs Bouldern und erreichte bei der Deutschen Meisterschaft Bouldern 2018 das Halbfinale. Ähnliches gilt für die Geschwister David und Ruben Firnenburg: Auch ihr Fokus liegt aus dem Lead-Bereich, wobei sie auch an Boulderwettkämpfen teilnehmen. Letztes Jahr sogar höchst erfolgreich: DAV Firnenburg wurde 2017 Deutscher Meister im Bouldern.

Bei den Damen ist Alma Bestvater (DAV Weimar) derzeit in Top-Form: Am vergangenen Wochenende holte sie sich im Bouldern den nationalen Meistertitel. Im Lead und Speed hat sie bisher aber nur geringe Erfahrungen. Romy Fuchs gilt als gute Lead-Kletterin und ist auf nationalem Niveau in allen Disziplinen häufig Halbfinalteilnehmerin. Chancen auf einen Podiumsplatz werden auch Hannah Meul und Johanna Holfeld eingeräumt: Sie gelten als starke Allrounderinnen. Beide haben schon einmal die Deutsche Meisterschaft im Lead gewonnen.

 

Unsicherheitsfaktor Speed

Und dann gibt es noch die dritte Disziplin, Speed. Für diesen Wettkampf-Stil haben in den vergangenen Jahren nur wenige Athletinnen und Athleten wirklich hart trainiert. Den deutschen Rekord hält bei den Herren Jan Hojer, mit 7,28 Sekunden. Bei den Damen heißt die Speed-Expertin Lucia Dörffel: Sie stellte 2017 während eines Wettkampfs der Jugend-A den deutschen Rekord auf: 10,95 Sekunden.

Und so ist diese Deutsche Meisterschaft vor allem eines: spannend! Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist die DM Olympic Combined zudem ein erster Prüfstein auf dem Weg nach Tokio.

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