Bouldern in Albarracín [Urlaubsbericht]

Dem Winteranfang entfliehen, das war der Plan von Moni Retschy und ihrem Freund Peter Hierl, für den November. Also Taschen und Crashpads ins Auto und los ging es in den Süden, nach Spanien.

Aber am besten ist es wohl, das die beiden selbst erzählen, wie ihr Urlaub so war!!

Uns erwartete eine gigantische Herbstlandschaft; alles schimmerte gelb und rot. Eines der größten Sandsteinbouldergebiete Europas lag vor uns.
Die ersten Tage ließen wir langsam angehen. Wir boulderten nur die schönen Linien, die die uns aus wirklich gefielen. Irgendwann kam auch die Sonne heraus und ein zweiter Sommer begann (zumindest für sehr kurze Zeit).
Bald hatten wir aber genug vom Rumgeplänkel. Wir wollten die echten Boulder, die tausend Dächer und Überhänge, die es hier geben sollte.
So suchten einen Boulder namens Innachakra. Der Führer half mal wieder nicht wirklich weiter „einfach dem breiten Weg folgen…“, aber es sind eigentlich alles nur schmale Pfade. Naja. Nach etwas suchen und einmal verlaufen kamen wir langsam auf den richtigen Weg. Alles war total verblockt, hatte irgendwie Ähnlichkeiten mit Magic Wood, dachten wir beide. Und dann standen wir vor diesen HAMMMER Block mit einer genialen Linie: Innachakra. Pads hingelegt, Start probiert, Topout probiert und dann gleich mal beim ersten Go fertig. Irgendwie ging das alles ganz schön schnell, mal kurz 5 Minuten gebraucht. Ich konnte es kaum glauben, als ich schon oben auf dem Block saß.
Das Wetter wollte es einfach nicht gut mit uns. In der letzten Woche wurde es noch mal richtig kalt, um die Null Grad, dazu Nebel und Regen im Wechsel.

Wir ließen uns aber nicht entmutigen, jeden Morgen stapften wir wieder in den Wald, suchten trockene Plätzchen und boulderten so viel nur ging. Viel ging leider nicht, aber dafür fanden wir ein paar richtig gute Linien, super Bewegungen.
So zum Beispiel in Psicokiller: In dem überwältigendem Dach konnte ich Vivo en el presente flashen. Reiner Nervenkitzel! Das Dach ist auf guten drei Metern Höhe, die Züge dynamisch, fallen will man da nicht!
Der nächste Boulder nannte sich Thieves. Ebenfalls ein Dach, nicht so hoch, aber dafür mit etwas schlechterem Absprunggelände. Zusammen mit den Engländern und Amis suchte ich nach einer Lösung für den Boulder, eigentlich gab es auch nur zwei wirklich schwere Züge: Ein weiter Zug an die Dachkante (fast schon Sprung) und dann noch das Auflösen der überstreckten Position. Mit der super Beta von einem der Engländer (ein Doppeltoehook) ging der Boulder dann plötzlich ganz leicht.

La Fuente. Voll von gut aussehenden Boulder. Aber auch echt schwer, fast alle Boulderprobleme sind hier technisch sehr anspruchsvoll.
Zum Aufwärmen machte ich Joya, ein Mantle.
Es folgte dann el plus del autobus. Wieder Dachkletterei mit Ausstiegsplatte und Ausstiegsmantle. Ein sehr abwechslungsreicher Boulder und nach einem Grifausbruch wohl auch etwas anspruchsvoller.
Zum Abschluss kletterte ich in diesem Gebiet noch Doctor Zoiberg. Schön zum Anschauen, zum Klettern braucht es aber einiges an Überwindung, denn die Züge sind nicht so schön wie sie aussehen :)

Dienstag war Peter-Tag, aber erst mal Aufwärmen.
Eigentlich sollten heute die Projekte fallen, aber ein Dach zog uns magisch an. Wir konnten nicht anders, Peter musste diesen Boulder einfach probieren!.
Ein Zug hier probiert, eine Bewegung dort probiert. Schnell war klar, dieser Boulder war wie gemacht für ihn: er konnte seine gesamte Größe ausspielen. Doch es kam alles anders. Der erste Cut in seinem Finger, schmerzhaft. Und es blieb nicht bei diesem Einen. Irgendwann floss so viel Blut, sodass auch tonnenweise Tape nicht mehr half. Für diesen Tag hatte er genug!
Der Mittwoch war schon unser letzter richtiger Bouldertag. Wir zogen mit den Engländern Chris und Adam von Boulder zu Boulder, 8a, 8a, 7c, 7c, 8a,… viel wurde ausprobiert, viel wurde angeschaut, aber letztlich musste ich einsehen, dass es wohl in Albarracín kaum eine 7c oder 8a ohne Längenzug gibt. Und hier heißt Längenzug wirklich Längenzug!
Ein kleines Trostpflasterchen gab es dann aber doch noch, ich konnte in Psicokiller den Boulder Aprieto klettern.

Abreisetag. Am Abend ging es wieder Richtung Heimat. Durch Spanien, über die Pyrenäen nach Frankreich, über unendlich viele Kreisverkehre in die Schweiz und dann, endlich, wieder nach Deutschland. Die warme Dusche wartete schon…

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Video-Link: http://vimeo.com/33142334