Boulder WM Seoul | Sorato Anraku holt sich Gold
Es war ein unglaublich fesselndes Finale – spannend bis zur letzten Minute. Ganz oben auf dem Treppchen stand schließlich Sorato Anraku (Japan), der nach einer eher durchwachsenden Saison überschwänglich seinen Weltmeistertitel feierte.
Schon im Halbfinale gab es beim finalen Wettkampf dieser Weltmeisterschaften einige große Überraschungen. Ähnlich wie bei den Damen erwischte es auch bei den Männern ein paar große Namen, die den Sprung ins Finale nicht schafften. So den Topfavoriten Toby Roberts (Großbritannien), der die Zuschauer dennoch mit einem Gänsehautmoment begeisterte. Nach 20 Athleten, die Boulder drei wie ein Rätsel erscheinen ließen, war er der Erste, dem dort ein Top gelang – und das in allerletzter Sekunde. Ein Buzzer-Beater und spektakulärer Moment für den Athleten und das Publikum.

Doch wie auch Sam Avezou (Frankreich) kämpfte Toby mit dem koordinativ anspruchsvollen Boulder sowie der Abschlussplatte. Beide konnten sich am Ende nicht unter den besten Acht platzieren.
Während sich einige große Favoriten im Halbfinale verabschieden mussten, nutzte Thorben Perry Bloem (Deutschland) seine Chance, und belohnte sich mit dem bislang größten Erfolg seiner Karriere. Fast wirkte es, als hätte er sich mit seiner Teamkollegin Anna Maria Apel abgesprochen. Was schon am Vortag bei den Damen beim Climbing Team Germany für Jubel gesorgt hatte, wiederholte sich nun im Herren-Halbfinale. Wie Anna sicherte sich Thorben mit zwei Tops und vier Zonen den Einzug ins Weltmeister-Finale.

Und dann war es so weit: Die letzte Runde der Kletter-Weltmeisterschaften stand an. Auch beim abschließenden Event erwartete die Athleten eine abwechslungsreiche und knallharte Mischung. Einem Koordinationsboulder mit einem sehr spektakulären koordinativen Sprung (wer mutig sprang, wurde mit lautstarkem Jubel belohnt), folgte ein Kraftboulder. Hier mussten die Athleten mit Gesicht zum Publikum starten und dann einarmig an eine Leiste springen. Diesen Boulder toppten nur drei Athleten – letztendlich war das bereits eine kleine Vorentscheidung für die drei Podestplätze.
Abschließend gab es dann eine technisch anspruchsvolle Platte und einen kreativen und tricky Kraftboulder. Es war ein Finale auf Weltklasse-Niveau, spannend bis zum Schluss. Wie schon im Damenfinale fiel auch bei den Herren die Entscheidung erst am letzten Boulder.
Bis zur letzten Minute blieb alles offen: Denn insgesamt drei Athleten – Dohyun Lee (Südkorea), Mejdi Schalck (Frankreich) und Sorato Anraku – konnten die ersten drei Boulder toppen. Sie trennten nur wenige Versuche voneinander, es war ein unglaublich spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen um Gold, Silber und Bronze. Mejdi war in Boulder Nummer 4 als erster an der Reihe. Ein Flash oder ein schnelles Top hätte den Titel bedeutet, aber es sollte nicht sein. Er scheiterte knapp am letzten Zug – für ihn hieß es nun warten und hoffen.
Auch Dohyun misslang dieser entscheidende Zug, er brauchte aber drei Versuche mehr als Mejdi und musste sich hinter seinem Konkurrenten einreihen.

Schon jetzt war klar, dass es für Dohyun, der sich zwei Tage zuvor den Titel beim Lead geholt hatte, nicht zum Doppelgold reichen würde. Noch war aber nicht klar, ob seine zweite Medaille Silber oder Bronze sein würde.
Wie schon so oft in dieser Saison kam es auf den letzten Starter an. Die letzten vier Minuten dieser Weltmeisterschaft entschieden, ob Gold nach Japan oder Frankreich gehen wird. Sorato zeigte einmal mehr seine unglaubliche Klasse, er toppte trotz des großen Drucks souverän als einziger den vierten Boulder und krönte sich mit vier Tops verdient zum neuen Weltmeister im Bouldern.
What a night. Put my all in it for that moment. I love that so much. Wait for me? I MADE IT,
postete Sorato auf Insta.
Ergebnisse der IFSC Boulder Weltmeisterschaft 2025 in Seoul
Herren:
1 Sorato ANRAKU • JPN
2 Mejdi SCHALCK • FRA
3 Dohyun LEE • KOR
4 Tomoa NARASAKI • JPN
5 Meichi NARASAKI • JPN
6 Jan-Luca POSCH • AUT
7 Thorben Perry BLOEM • GER
8 Jack MACDOUGALL • GBR
9 Nikolay RUSEV • BUL
10 Dayan AKHTAR • GBR
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25 Julian WIMMER • AUT
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32 Elias ARRIAGADA KRÜGER • GER
33 Rei SUGIMOTO • JPN
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35 Lasse VON FREIER • GER
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41 Levin STRAUBHAAR • SUI
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53 Lucas TRANDAFIR • GER
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59 Julien CLÉMENCE • SUI
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63 Tim WÜRTHNER • GER
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Damen:
1 Janja GARNBRET • SLO
2 Oriane BERTONE • FRA
3 Melina COSTANZA • USA
4 Erin MCNEICE • GBR
5 Jennifer Eucharia BUCKLEY • SLO
6 Anna Maria APEL • GER
7 Annie SANDERS • USA
8 Ayala KEREM • ISR
9 Miho NONAKA • JPN
10 Chloe CAULIER • BEL
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21 Flora OBLASSER • AUT
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35 Alma BESTVATER • GER
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39 Sofya YOKOYAMA • SUI
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42 Lucia DÖRFFEL • GER
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47 Afra HÖNIG • GER
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53 Lea KEMPF • AUT
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55 Sandra LETTNER • AUT
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Video-Link: https://youtu.be/e0eOObeRViI?si=HRIXmvTEj85hq4Ns