Die Weltbesten kommen nach München

Sie sind wieder da! Schon am 18. und 19. Mai treffen sich im Münchner Olympiastadion die besten Boulderinnen und Boulderer zum 5. Weltcup der Saison. München hat als Location für diese besonderen Events schon eine echte Tradition: Bereits der zehnte internationale Boulderwettkampf wird in der Landeshauptstadt ausgetragen. Der DAV geht mit einem 19-köpfigen Team an die Griffe – und kann hoffentlich den Heimvorteil nutzen!

Nicht nur der Deutsche Alpenverein feiert 2019 mit seinem 150-jährigen Bestehen ein besonderes Jubiläum, auch der Boulderweltcup darf sich über eine mittlerweile lange Tradition freuen. In diesem Jahr findet bereits das 10. internationale Boulderevent in Folge im Münchner Olympiastadion statt: neun Boulderweltcups, eine Europameisterschaft (in Kombination mit einem Boulderweltcup) und eine Weltmeisterschaft wurden in der bayerischen Landeshauptstadt ausgetragen.

Auch beim 10. Event in Folge kehrt keine Routine ein: Zum ersten Mal findet der Weltcup im Mai und nicht wie gewohnt als Saisonabschluss im August statt. Zudem nahen bereits die Olympischen Spiele: Bei den Sommerspielen 2020 im japanischen Tokio wird Klettern erstmals im Olympischen Programm dabei sein – und 2019 ist das Qualifizierungsjahr. Die begehrten Tickets werden unter anderem bei einem speziellen Qualifizierungsevent im November in Toulouse vergeben. Und der Weg zu diesem Event führt über die Weltcups. Bereits jetzt zeigt sich deshalb eine enorme Leistungsverdichtung bei den Athletinnen und Athleten an der Spitze. Das Publikum in München darf sich daher auf einen Weltcup freuen, der vielleicht spannender ist als jemals zuvor.

Doch nicht nur das Publikum an den Bildschirmen und vor Ort freut sich auf seine Boulder-Idole, auch für die Welt-Elite ist München immer ein ganz besonderer Stopp: An keinem anderen Ort werden die Athletinnen und Athleten aus aller Welt so frenetisch angefeuert wie in der inoffiziellen Bergsporthauptstadt Deutschlands. München hält deshalb auch den Teilnehmer-Rekord: 2017 traten fast 300 Starterinnen und Starter aus 47 Nationen gegeneinander an – so viele wie noch nie.

 

„So gefeiert wie hier wird man bei keinem anderen Weltcup“, weiß auch Kaderathlet Jan Hojer (DAV Frankfurt/Main).

Das deutsche Team für München

Der DAV geht traditionell mit einer großen Mannschaft an die Griffe, 19 Damen und Herren können sich in diesem Jahr vor heimischem Publikum beweisen:

Natürlich startet das gesamte Olympia-Fokusteam:

  • Alma Bestvater 
  • Hannah Meul
  • Yannick Flohé
  • Jan Hojer
  • Alex Megos

Das DAV-Team für Olympia startete in diesem Jahr bei allen Wettbewerben und hat bereits 4 Boulder- und 3 Speedweltcups hinter sich. Die Bilanz im Speed kann sich sehen lassen: Jan Hojer brach zwei Mal den Deutschen Rekord und drückte die Marke unter sieben Sekunden. Alma Bestvater darf auf eine ähnliche Bilanz blicken: Auch sie verbesserte zwei Mal den Deutschen Rekord bei den Damen. Die neue Marke liegt nun bei unter 10 Sekunden.

Im Bouldern durfte Yannick Flohé mit einem 10. Platz sein bestes Weltcup-Ergebnis feiern, Alex Megos kletterte sich zwei Mal ins Halbfinale. Am erfolgreichsten war bisher Altmeister Jan Hojer: Er erreichte einmal das Finale und zwei Mal das Halbfinale. Der ganz große Wurf – das Podium – steht in diesem Jahr allerdings noch aus. Können die Athletinnen und Athleten den Heimvorteil in München nutzen? Für Jan Hojer zumindest lief es in München meist sehr gut: 2014 wurde er bei der WM Dritter, 2017 bei der EM Erster und holte sich den Tagessieg; Alex Megos bekam bei der EM die Silbermedaille verliehen – nach fünfjähriger Abstinenz vom Wettkampfklettern.

Das Fokusteam wird ergänzt um weitere Weltcup-Erfahrene Athletinnen und Athleten:

Afra Hönig FS Chongqing 2019 Boulder © IFSC/Eddie FowkeAfra Hönig

Alexander Averdunk

Philipp Martin

Kim Marschner

Max Kleesattel

Spannend wird der Auftritt von Afra Hönig: Sie klettert derzeit ihre erfolgreichste Saison und zog bereits bei den ersten beiden Weltcups 2019 ins Halbfinale ein. Auch der Münchner Alex Averdunk wird sich wieder auf den Heim-BWC freuen: Letztes Jahr kletterte er als einziger Deutscher ins Halbfinale!

 

Hier kommen die Rookies

München ist traditionell der Ort, an dem die deutschen Nachwuchstalente Weltcup-Luft schnuppern. Auch in diesem Jahr gehen wieder viele Newcomer und -innen an den Start, die noch wenig oder keine Weltcup-Erfahrung bei den Senioren haben:

  • Lucia Dörffel (Sächsischer Bergsteigerbund)
  • Leonie Lochner (DAV München-Oberland)
  • Annika Pidde (DAV Darmstadt-Starkenburg)
  • Elisa van der Wel (DAV Zweibrücken)
  • Roxana Wienand (DAV Aschaffenburg)
  • Helene Wolf (DAV Hamburg und Niederelbe)
  • Elias Arriagada Krüger (AlpinClub Berlin)
  • Max Prinz (AlpinClub Hannover)
  • Christoph Schweiger (DAV Ringsee)

Besonders Lucia Dörffel ist derzeit in Top-Form: Beim ersten European Youth Cup dieses Jahres in Soure (POR) boulderte sie auf den dritten Platz. Auch beim BWC in München war sie schon einmal dabei. Bei den Herren hat sich Max Prinz am letzten Wochenende beim Europacup in Innsbruck hervorgetan: Dort kletterte der 19-Jährige ins Finale.

 

Die internationale Konkurrenz: Schaulauf der Besten

FS Chongqing 2019 Boulder © IFSC/Eddie FowkeOb Fokusteam, Perspektivkader oder Rookies: Sie alle müssen sich mit einer überaus starken Konkurrenz befassen. Gerade im Olympia-Qualifikationsjahr liegt die Messlatte für den Halbfinaleinzug sehr hoch und die Boulder bekommt man nicht geschenkt.

Die DAV-Herren bekommen es vor allem mit einem starken japanischen Team zu tun. Jeder, der auf der Meldeliste steht, hat Chancen für das Finale, allen voran aber: Keita Watabe, Tomoaki Takata und Ishimatsu Taisei. Aus Russland reist Altklettermeister Aleksey Rubtsov an und die extrem starken Slowenen stellen unter anderem Jernej Kruder, Gregor Vezonik und Anze Peharc auf die Matte. Vezonik und Kruder bescherten letztes Jahr dem Slowenischen Team einen Doppelsieg in München. Für die Nachbarn aus Österreich startet zum Beispiel Jakob Schubert, der auch in diesem Jahr bereits im Finale stand. Und dann steht natürlich noch ein besonders großer Name auf der Startliste: Adam Ondra (CZE), der in diesem Jahr sowohl Gold als auch Silber für sich verbuchen konnte.

Die Damen müssen mit Fanny Gibert (FRA), Jessica Pilz (AUT) und natürlich Janja Garnbret (SLO) rechnen. Gerade Garnbret scheint in diesem Jahr unschlagbar: Vier Goldmedaillen in vier Wettkämpfen sprechen eine klare Sprache. Die Abwesenheit der übrigen Stars Shauna Coxsey (GBR), Miho Nonaka (JPN), Akyio Noguchi (JPN), und Petra Klingler (SUI) könnte allerdings ein Machtvakuum erzeugen, das es zu füllen gilt. Vielleicht mit mehreren DAV-Damen?

IFSC Boulder Weltcup Programm München 2019

Samstag, 18.5.2019

  • 08.00 Uhr: Herren Qualifikation
  • 17.00 Uhr: Damen Qualifikation

Sonntag, 19.5.2019

  • 12.00 – 14.15 Uhr: Halbfinale Damen und Herren (Livestream)
  • 17.00 Uhr: Finale Herren (Livestream)
  • 19.15 Uhr: Finale Damen (Livestream)

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