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Die Alpenvereine rüsten auf Gemeinsam gegen Bettwanzen auf Hütten

08. Juli 2026  in News

Reichhenhaller DAV Hütte - Sonnenuntergang
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  • Alpin

Der Deutsche Alpenverein (DAV) startet zusammen mit den Alpenvereinen in Österreich (ÖAV) und Südtirol (AVS) eine umfassende Informationsoffensive zum Umgang mit Bettwanzen auf Alpenvereinshütten. Ziel ist es, Gäste besser aufzuklären und aktiv in die Prävention einzubeziehen. Wer auf Hütten übernachtet, muss grundsätzlich mit Bettwanzen rechnen – ihre Eindämmung gelingt nur gemeinsam.

Bettwanzen sind ein globales Phänomen

Bettwanzen kommen weltweit vor – in Berghütten ebenso wie in Hotels oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie werden meist unbemerkt über Gepäck und Kleidung eingeschleppt. Mit mangelnder Hygiene hat ihr Auftreten nichts zu tun. Die zunehmende Mobilität und der globale Warenverkehr begünstigen ihre Verbreitung zusätzlich. Gleichzeitig haben Bettwanzen im Laufe der Jahrzehnte Resistenzen gegen viele früher wirksame chemische Bekämpfungsmittel entwickelt.

Auch auf Alpenvereinshütten ist das Thema präsent: Jährlich sind beim DAV etwa fünf bis zwanzig Hütten (rund fünf Prozent) betroffen – Tendenz steigend, ähnlich wie bei Unterkünften im Tal. Berghütten bieten aufgrund ihrer Bauweise besonders gute Bedingungen für Bettwanzen: Holz, verwinkelte Räume und schwer zugängliche Bereiche schaffen ideale Rückzugsorte.

Umfassende Maßnahmen auf Alpenvereinshütten 

Auf Alpenvereinshütten greift ein Bündel abgestimmter Maßnahmen – von akuter Bekämpfung bis zur langfristigen Prävention:

  • Sofortige professionelle Bekämpfung bei bestätigtem Befall, meist mit Insektiziden, ergänzt durch Wärmebehandlung ab 42 °C, wo möglich
  • Freilegen und gründliches Reinigen potenzieller Verstecke
  • Monitoring über mehrere Wochen nach der Behandlung
  • Regelmäßige Eigenkontrollen durch das Hüttenteam
  • Schulungen für Mitarbeitende sowie klar dokumentierte Meldewege
  • Bauliche Prävention, etwa durch glatte und gut zugängliche Oberflächen
  • Praktische Maßnahmen im Alltag, z. B. zur Gepäckaufbewahrung oder zur Behandlung von Textilien

Dieses Zusammenspiel aus schneller Reaktion, baulicher Vorsorge und geschultem Personal bildet die Grundlage für einen wirksamen Schutz.

Prävention braucht die Mithilfe der Gäste

Die neue Kampagne „Gemeinsam gegen Bettwanzen“ setzt gezielt bei den Gästen an. Denn ohne ihre Mithilfe geht es nicht:

Das Problem lässt sich nur gemeinsam lösen.Wer aufmerksam ist und einfache Regeln beachtet, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch andere Gäste und die Hütten."
betont Robert Kolbitsch, DAV-Ressortleiter Hütten und Wege.

Bettwanzen verbreiten sich nicht aktiv – sie „reisen" im Gepäck, etwa in Rucksäcken, Schlafsäcken oder Kleidung. Jede und jeder Einzelne kann dazu beitragen, eine Verbreitung zu verhindern.

Konkrete Verhaltensregeln für Gäste

Zusätzlich haben einige Hütten eigene Präventionsmaßnahmen gegen Bettwanzen eingeführt und informieren bereits bei der Reservierung oder auf ihrer Website darüber. So kann beispielsweise vorgeschrieben sein, dass keine eigenen Hüttenschlafsäcke verwendet werden dürfen, Hüttenschlafsäcke bei Ankunft in der Mikrowelle erhitzt werden müssen oder ein Bug Bag zu nutzen ist. 

Was tun, wenn Bettwanzen zu Hause auftreten?

Text
Julian Rohn/ DAV, kletterszene.com
Foto
Rudolf Schicht, DAV/ Sepp König, DAV/Julian Rohn, DAV/Alpenvereinshütten, Bedbug Foundation, DAV/Marisa Koch, DAV/Rudi Hermann