Better than Chocolate – Boulderfilm [Review]

better-than-chocolate01Boulderfilm? Schweiz? Hm, da mag der eine oder andere sicher denken, „da gibt’s doch schon von allen Bouldern mindestens ein Video.“ Das mag natürlich sein, aber dieser Streifen ist anders, zum einen ist er sehr gut gefilmt, zum anderen ist er eine super Zusammenstellung diverser Klassiker und sogar — schwer zu glauben — einiger Erstbegehungen.

Schauen wir uns das nochmal genauer an: Schweiz — da gibt’s den Magic Wood, da gibt’s Chironico und Cresciano und natürlich Brione, und noch ‚unbekanntere‘ Gebiete wie das Valais und den Gotthardpass. Und genau da findet der Film auch seine Akteure. Und das sind keine Unbekannten, schon gar nicht — und das erfüllt uns natürlich auch etwas mit Stolz — auch mal ein paar deutsche Kletterer darin vorkommen. Da sieht man Jule Wurm und Julia Winter und den Robert „crazy german“ Leistner, den man schon aus „The Sharp End“ kennt. Da sind natürlich nicht alle, auch Michele Caminati, Paul Robinson, Chris Webb Parsons, Anthony Gullsten, Olivier Mignon, Anton Johansson, Antoine Eydoux, Fred Moix und der Godfather des Boulderns Fred Nicole bekommen ihren Platz in dem Film.

Zum Film selber sollte man vorab wissen, daß es das Erstlingswerk von Haroun Souirji (25) ist. Ja, richtig gelesen, Erstlingswerk, zumindest in größerem Stile. Vor etwa einem Jahr gab es von ihm ein Filmchen aus Bleau – Simple Reasons. Und genau wie dieser Streifen, wurde auch dort alles mit einer 7D gefilmt und auch sonst wurde das Equipment selbstgebaut, in der elterlichen Küche. Better than Chocolate sieht man das nicht an, nur bei manchen Einstellungen sieht man ein leichtes Wackeln und Ruckeln, aber das tut dem Gesamteindruck absolut keinen Abruch, macht das ganze eher sympathisch. Die Idee in der Schweiz zu filmen kam von Olivier Mignon, einem Freund von Haroun und starker belgischer Wettkampfkletterer. Die beiden machten sich auf. Haroun hatte bei seinem ersten Besuch in der Schweiz noch überhaupt keine Vorstellungen was dort auf ihn zukommt, auch Kontakte zu den Kletterern in dem Film hatte er nicht, das kam erst nach und nach zustande. Insgesamt ist das ganze umso beeindruckender, vor allem, wenn man BTC mit „Quasi-Meilensteinen“ wie Core von Chuck Fryberger oder Progressions vergleicht. Dieses Bouldervideo muss den Vergleich nicht scheuen. Es hat praktisch alle Qualitäten eines guten (Kletter-)Films: super Einstellungen, keine sinnlose Story, kein Effektgehasche, nur Bouldern, Bouldern und Bouldern. Sehr geil! Und sehr sehenswert. Auch die Musikauswahl ist mehr als gelungen und paßt zu jeder dargestellten Szene. Auch die paar O-Töne der Kletterer sind nicht unpassend, sondern fügen sich unprätentiös in das Geschehen ein. Und jetzt kommt das Beste: Wenn ihr € 10,95 übrig habt, dann bestellt euch Better than Chocolate, es ist mehr als lohnend und kostet etwa soviel wie vier Toblerone! Der Film ist eindeutig die bessere Wahl, und man bekommt unglaublich Bock aufs Bouldern! Wie einfach kann eine 8B+ ausschauen :)

 

Hier nochmal der Trailer

Und hier das oben erwähnte Simple Reasons

Und noch ein paar Links

Text: kletterszene.com / Bilder und Videos: Haroun Souirji

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