Beim 2. Deutschen Jugendcup in Nürnberg wurden die Karten neu gemischt

Nürnberg stand letzten Samstag den 21.März ganz im Zeichen des Boulderns. Denn der DAV und die Boulderhalle E4 luden zum  Bouldern nach Franken ein. 150 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren kämpften beim 2. Deutscher Jugendcup im Bouldern des Jahres um einen Platz auf dem Treppchen. Nicht nur wegen den sommerlichen Temperaturen ging es an der Wettkampfwand heiß her. 200 Betreuer, Eltern, Trainer und Zuschauer feuerten inbrünstig die eindrucksvoll aufkletternde Jugend an.

Das Routenbauer Team um Dirk Uhlig sorgte für abwechslungsreiche Boulder und verlangte eine gehörige Portion Gleichgewichtssinn von dem Starterfeld. In der Abwesenheit von Frederike Fell, die vom DAV für den IFSC Weltcup in Moskau nominiert war, wurde die Ergebnisliste ordentlich durch gemischt. So kam es dann auch, dass diejenigen die beim letzten Jugendcup in Düsseldorf noch auf dem Podest standen, dieses Mal ihren Namen sehr weit unten in der Ergebnisliste wieder fanden. Schon in der Qualifikation konnte man erahnen, was einem im Finale erwartet. Denn Dirk Uhlig ist für seine technisch anspruchsvollen Plattenboulder, weit über die fränkischen Landesgrenzen hinaus bekannt. Auch wenn die neue Wettkampf des E4s nicht ganz so steil wie die beim letzten Stopp im Monkeyspot ist, wurde zum Ende des Finales doch noch etwas Körperspannung abverlangt.

 

Cedric Lluc Milles gewinnt am letzten Boulder

Mit Thorben Perry Bloem, Albert Schönherr und Phillip Kuczora standen nur drei der letzten Finalteilnehmer auch dieses Mal in auf der Matte der besten zehn. Auch wenn Albert Schönherr und Thorben Perry Bloem mit den Plätzen vier und fünf vermeintlich sicher in die Runde der letzten zehn eingezogen sind, war es mit nur drei Tops doch knapper als sich die Ergebnisliste liest. Denn alle Qualifikationsboulder waren kletterbar und wie es bei modernen Plattenboulder oft ist, die Ferse in die richtige Position gebracht und schon hat man den Topgriff in der Hand. Zumal man bei einer offenen Qualifikation sehr viel vom Mitbewerber abschauen kann.

Am meisten überraschte wohl der in Barcelona lebende Cedric Lluc Milles als er mit vier Tops in sechs Versuchen vor Phillip Kuczora ins Finale einzog. Da in Spanien die Förderung der Jugend noch ganz am Anfang steht und Cedric DAV Mitglied der Sektion Frankenthal ist, nutzte er die Chance und lies Barcelona für ein Wochenende hinter sich. Dass dieser Ausflug sich am Ende so lohnen würde, hätte er wohl selbst nicht gedacht.

Zimmermann Emil und Phillip Kuczora legten mit ihren Flash Begehungen am ersten Boulder vor. Nach dem zweiten Boulder trennten die Plätze eins bis vier jeweils nur ein einziger Versuch. Thorben Perry Bloem konnte als einziger den dritten Boulder top klettern und schob sich mit drei von drei Tops an die Spitze des Zwischenrankings. Wie auch im Weltcup startet der Qulifikationsbeste als letzter im Finale. Zu diesem Zeitpunkt lag Cedric Lluc Mille mit 2 Tops in sechs Versuchen und einer Zonenwertung auf Platz vier. In seinem fünften Versuch sammelte er aber noch einmal alle Kräfte, presste die Sloper weg und kletterte als einziger den letzten Final Boulder Top und sicherte sich somit vor Thorben Perry Bloem und Zimmermann Emil den ersten Platz. Phillip Kuczora musst mit nur einem einzigen versuch mehr als der Drittplazierte Emil sich mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben.

Luise Svensson und Lili Cornely auch in Nürnberg in Topform

Wie auch schon in Düsseldorf dominierte die junge Hamburgerin Luise Svensson die Qualifikation und lies keine Zweifel offen, dass sie nach ihrem zweiten Platz in Düsseldorf, dieses Mal ganz oben auf dem Podest stehen möchte. Nachdem vor allem die etwas steileren Boulder beim 1. Deutschen Jugendcup für die jungen Mädels etwas zu schwer waren, wurden dieses Mal bis auf einen Boulder alle top geklettert und sogar geflasht.

Das Finale wurde von Sandra Hopfensitz gleich mal mit einem Top im zweiten Go eröffnet. Damit ließen sich aber die anderen Finalteilnehmerinnen nicht groß unter Druck setzen. Die zwei darauf folgenden Finalboulder stellten die Mädels dann doch vor größere Aufgaben und so bekamen diese beiden keine Top Begehungen. Vor dem letzten Boulder hatten somit noch sieben von zehn Starterinnen Sieges Chancen. Emma Bernhard legte als dritte Starterin gleich mal mit einem Flash vor. Wenn jetzt alle anderen Patzen hätte sie sich von Platz sieben auf den zweiten Platz hinter Silja Schabert, katapultiert. Da nur Franziska Ritter aus der Top vier Qualigruppe nicht ihre Leistung abrufen konnte, belegt Emma am Ende des Tages einen sehr guten fünften Platz, der nur über die Anzahl der Versuche der Zonengriffe entschieden wurde. Auch Silja Scharbt benötigt leider eine Versuch zu viel für ihren Top und knapper kann man kaum an einem Podestplatz vorbei schrammen. Luise Svensson behielt über den ganzen Tag ihr Nerven und zeigt mit ihren Tagessieg einmal mehr, dass man sie für die Endabrechnung auf dem Zettel stehen haben sollte. Lili Cornely und Kaja Händler können sich über knappe aber wohlverdienten Plätze zwei und drei freuen.

Ergebnisse des 2. Deutscher Jugendcup 2018 (B) in Nürnberg
Jugend B


Mädels:

1 SVENSSON Luise
2 CORNELY Lili
3 HÄNDLER Kaja

4 SCHABERT Silja
5 BERNHARD Emma
6 LAMES Mia
7 ORTH Sandra
8 RITTER Franziska
9 HOPFENSITZ Sandra
10 RICHTER Adele
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Burschn:

1 MILLES Cedric Lluc
2 BLOEM Thorben Perry
3 ZIMMERMANN Emil

4 KUCZORA Philipp
5 MUSS Moritz
6 SIEDLER Michel
7 SCHÖNHERR Albert
8 GRABO Eric
9 SCHULTE Thorben
10 KOLB Simon
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Elias Heinemann findet zurück in alte Form

Konnten beim 1. Deutschen Jugendcup noch manche Leistungsträger aus den letzten Jahren, nicht wirklich ihre Performance abrufen, gelang dies bei dem ein oder anderen in Nürnberg deutlich besser. Andere wiederum erlebten einen Rabenschwarzen Tag der einmal mehr zeigte wie nah Himmel und Hölle bei einem Boulderwettkampf zusammen liegen. Der Sieger von Düsseldorf, Christoph Schweiger, legte letzte Woche noch eine extra Trainingsrunde im E4 ein und kletterte so ziemlich jeden schweren Boulder der in der Halle am Start war. Er schaffte auch den Einzug ins Finale aber die überlegende Performance aus Düsseldorf und dem besagten Trainingstag konnte er am Samstag leider nicht abrufen und belegte am Ende „nur“ den achten Platz.

Vorab muss man auch bei diesem Finale den Routenschraubern ein Kompliment aussprechen. Denn wie auch in den anderen drei Finales hatten die meisten Starter bis zum letzten Boulder eine Chance auf einen Podestplatz. So war es auch bei den Young guns der Jugend A bis zum letzten Boulder noch einmal spannend. Wir überspringen die erst drei Boulder und gehen gleich zum vierten und letzten, wo Elias Heinemann und Jannik Kindermann mit drei Tops das Ranking anführten. Wenn bei Boulder Nummer vier nichts schiefläuft sollte für die Beiden der Wettkampf durch sein. Die Sloper und der recht kräftige Start zeigten aber recht schnell, dass dies kein Zucker schlecken werden wird und die Finalteilnehmer noch einmal alles an Kraftreserven mobilisieren müssen. Jonas Brandenburger, Elias Heinemann, Nils Sandeck, Jannik Kindermann und Christoph Schweiger kamen bis zum Topgriff, fanden aber leider nicht die richtige Körperposition um diesen nach so einem langen Tag noch halten zu können.

Als letzter Starter des Finales und zu diesem Zeitpunkt auf Platz sechs liegend kam Samuel Frank auf die Matte. Mit 2 Tops in acht Versuchen und einer Zone in vier, musste er schon den letzten Topgriff des Tages festhalten um noch aufs Trepperl zu kommen. In seinem 2. Go drückte er das Wasser aus den Griffen und pulverisierte mit einer fast schon unverschämten Leichtigkeit, den Boulder und hielt am Ende den Griff der den anderen fünf verwehrt blieb. Mit dieser Leistung schob er sich hinter Elias Heinemann und Jannik Kindermann auf den dritten Platz..

Amelie Kühne dreht im Finale auf

In der Abwesenheit von Topfavoritin Frederike Fell, ließen sich die Mädels nicht zweimal Bitten und gaben auch dieses Mal bis zum Schluss alles. Auch wenn die in Düsseldorf noch für manch eine Starterin verhängnisvollen Leistenboulder dem aktuelle Niveau angepasst wurden, gab es auch in Nürnberg keine Geschenke. Mit drei Flashs und einem Bonus zeigte Luisa Flohè und Sophie Dietrich von Beginn an, wo der Hase lang läuft. Die in Düsseldorf drittplatzierte Käthe Atkins lies sich genauso wenig wie Emma Lorenz und Helena Walz davon beeinflussen und zog mit drei Topbegehungen nach.

Im Finale konnte keine der zehn Starterinnen ihren Stempel aufdrücken. Die Mädels die den ersten Boulder hoch kamen, hatten im Gegenzug bei dem zweiten Boulder so ihre Probleme und umgekehrt. So hatten im Zwischenergebnis fünf der zehn Starterinnen je ein Top in der Liste stehen. Auch wenn zu diesem Zeitpunkt Hannah Pongratz, Amelie Kühne und Sophie Dietrich die Plätze eins bis drei belegten, war noch nichts entschieden. Auch der dritte Boulder brachte aus Mangel an Begehungen, es gab nur zwei Zonen Wertungen, keine Entscheidung. Die bis zu diesem Zeitpunkt auf Platz eins liegende Hannah Pongratz musste als erste auf die Matte und gab mit einer Zonenwertung die Richtung vor.

Mit einer unbeschreiblichen Ausdauer und insgesamt 23 Versuchen alleine im Finale, sowie einem beherzten Dyno in Boulder Nummer zwei der sie wieder ins Rennen um den Tagessieg brachte, holte sich die junge Heilbronnerin Amelie Kühne bei ihrem ersten Start in der Jugend A und einem sauberen Flash im letzten Boulder, auch gleich den ersten Sieg ab. So kann die Saison weiterlaufen. Ameli Käthe sowie Sophie Dietrich konnten sich mit ihren Topbegehungen die Plätze drei und zwei sichern. Da auch noch Luise Flohè sich einen Flash am vierten sichern konnte, schob sie sich noch zum Schluss an Hannah vorbei und erkämpfte sich somit einen sehr guten vierten Platz.

Da Amelie schon in der Jugend B in den Disziplinen Lead und Speed meistens unter den Top vier zu finden war, haben die Mädels in der Jugend A eine Mitfavoritin mehr wenn es um den Gesamtsieg geht.

Ergebnisse des 2. Deutscher Jugendcup 2018 (B) in Nürnberg
Jugend A


Mädels:

1 KÜHNE Amelie
2 DIETRICH Sophie
3 ATKINS Käthe

4 FLOHÉ Luisa
5 PONGRATZ Hannah
6 WALTZ Helena
7 KAUTZNER Christina
8 LORENZ Emma
9 GROTE Jiline
10 BAKKER Vera
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Jungs:

1 HEINEMANN Elias
2 KINDERMANN Jannik
3 FRANK Samuel

4 BRANDENBURGER Jonas
5 WÜRTHNER Tim
6 SANDECK Nils
7 VON FREIER Lasse
8 SCHWEIGER Christoph
9 SCHMITT Elias
10 BADER Linus
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Nächste Station European Youth Cup (B)  in Graz:

Da der IFSC Wettkampfkalender in den nächsten Wochen einigeEuropean Youth Cup Termine vorsieht, macht der Deutscher Jugendcup erst einmal bis zum 23. Juni Pause. Danach geht es in Dresden mit einem langen Wettkampfwochenende mit den Lead und Speed in die nächste Runde.  Für die Kaderathleten heißt es aber schon wieder am 28. April Vollgas geben, wenn in Graz der IFSC zum European Youth Cup im Bouldern nach Graz lädt.

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