Behind the scenes of Café Kraft

Warum mir fristlos gekündigt und ich mit einem Hausverbot in meiner eigenen Kletterhalle belegt wurde?

»Weil ich auf dem Parkplatz des Geschäftsführers parkte.«

Dies zumindest munkeln prominente Scherzkekse in den Etagen eines bekannten Hardwear-Herstellers.

Warum ich mich überhaupt zu Wort melde und das nicht einfach den Anwälten überlasse? Weil dieser Kahlschlag Raum für ungute Gerüchte läßt und der Vorwurf »Rufmord« im Raum steht. Und weil meine Finger schon wund sind vom Emails-beantworten auf die immergleiche Frage nach einem Grund, warum man den Gründer in dieser Art und Weise vor die Tür setzt. Ich empfehle dann die Lektüre von Steve Jobs‘ Biographie.

Das schönste an der Geschichte ist der nicht endende Support von Kletterfreunden, Café-Kraft-Kollegen und Geschäftspartnern aus aller Welt. Wowzi sag ich da und Hashtag climbersunited!

Ich habe so unendlich viele großartige Menschen durch das Café Kraft kennenlernen dürfen, dass die Bizeps – Querschnittsvergrößerung letztendlich nur ein netter Nebeneffekt von meinem Job war. Dies ist definitiv die beste Bestätigung dafür, dass ich die letzten zehn Jahre ein paar Dinge richtig gemacht habe und das läßt mich optimistisch in die Zukunft blicken.

Eine Zukunft, die – das ist nicht gerade ein Geheimnis – nächstes Jahr im Café Kraft eine große Bereicherung sowie einen ordentlichen Schub durch einen außerordentlich kreativen Mann erfahren hätte – wenn dieser nicht am gleichen Tag wie ich eine Kündigung erhalten hätte. Übrigens ebenfalls ohne eine Angabe von Gründen. Hätte hätte Fahrradkette.

Man braucht zwanzig Jahre um einen guten Ruf aufzubauen. Und zwanzig Minuten um ihn zu ruinieren.

Sagte Henry Ford und sag auch ich. Noch vor wenigen Wochen stand ich bei der Halls & Walls Messe in Nürnberg zusammen mit Nina Gassauer auf der Bühne und wir referierten zum Thema »Social Media in Kletterhallen«. Einer der wichtigsten Punkte ist selbstredend die ehrlich und offene Kommunikation mit deinen Kunden. Kritische Kommentare innerhalb weniger Minuten zu löschen, gilt nur noch in Pjöngjang als probates Mittel zu „kommunizieren“ :) Und es schmerzt schon a weng, wenn deine eigens entworfenen Guidelines nur noch für den Papierkorb taugen.

Schade ist es auch um die Kletterkarriere meines Sohnes, der nun wohl endgültig ans Freeriden verloren ist. Wer soll mir denn nun das Toprope einhängen, wenn ich irgendwann Rentner bin. Eigentlich egal, denn erstmal überlasse ich es nicht den anderen, wann ich denn in Rente zu gehen habe.

Ob die vielen Ideen und Projekte, die im Hintergrund auf ihre Realization warten, letzten Endes doch im Café Kraft umgesetzt werden, liegt nun nicht in meiner Hand. Aber umgesetzt werden sie werden – so wahr mir Luis Trenker helfe!

Und was jetzt? Schaun mer mal, dann sehen wir schon! #climbingistheloveofmylife ist vielleicht einer der romantischsten Hashtags ever, er passt aber trotzdem. Und nichts kann mir den Spaß am Klettern vermiesen. Da ich außerdem alles nachmache, was mein Hero und Freund Jerry Moffatt vorgemacht hat, zählt dazu natürlich auch das »climbing on the dole«, das Klettern mit dem Arbeitsamt als Sponsor!

Und ansonsten denke ich oft an Prentice Mulford, der so schön sagte:

»Ich hatte gute Zeiten und beabsichtige, noch viel bessere zu haben.«

 

 

 

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