Yannick Flohè klettert Excalibur (9b+)- kletterszene.com Titelbild

Arco – Yannick Flohè klettert Excalibur (9b+)

Yannick Flohé gelang kurz vor Weihnachten die Wiederholung von Excalibur (9b+) in Arco. Damit erzielte der 25-jährige Essener noch kurz vor Jahresende nach Ratstaman Vibrations (9b) seine zweite Route im Schwierigkeitsgrad 9b+.

Yannick Flohè klettert Excalibur (9b+) in Arco

Die Route wurde nach vielen gemeinsamen Sessions mit Adam Ondra von Stefano Ghisolfi im Jahr 2023 erstbegangen. Excalibur (9b+) befindet sich an einer steilen 40-Grad-Wand mit nur sehr wenigen Griffmöglichkeiten. Obwohl sich viele der weltbesten Kletter*innen – unter anderem Adam Ondra und Alex Megos – an dieser Route versucht haben, gab es bisher nur zwei Wiederholungen: von Will Bosi und Brooke Raboutou (erste Begehung durch eine Frau und schwerste durch eine Frau weltweit) Anfang 2025.

Das erste Mal war Yannick im März des Vorjahres in Arco und versuchte sich abwechselnd mit seinem Kaderkollegen Alex Megos an Excalibur. Yannicks Versuche waren sehr vielversprechend: Er konnte bereits beim ersten Versuch vom Boden aus bis zur letzten Schlüsselstelle klettern. Der Einstiegsboulder stellte Yannick vor keine großen Herausforderungen, und er kam bis zum hohen Abhocker an der letzten Crux meist sturzfrei durch. Schnell zeigte sich jedoch: Die letzten beiden Züge – insbesondere das Zwei-Finger-Loch, in das er gerade noch seinen Mittelfinger und Zeigefinger hineinbekam, während sein Daumen an einem kleinen Kristall ansetzen musste – waren selbst als Einzelzüge eine echte Herausforderung.

Yannick Flohè klettert Excalibur (9b+) in Arco

Dieser Zug war für mich so schwierig, dass ich dort mindestens zwanzig Mal stürzte. Ohne diesen Zug perfekt auszuführen, war der letzte Zug unmöglich – und auch dort stürzte ich mindestens zwölf Mal.

Yannick Flohé

Während der neunzehn Sessions, die Yannick an dieser Route verbrachte, waren Hautqualität, Geduld und die äußeren Bedingungen die wichtigsten Faktoren – und stellten ihn auf eine echte Geduldsprobe.

Es gab Trips, bei denen ich mir beim ersten Versuch die Haut verletzte und dann vier Tage pausieren musste, um mir dann wieder die selbe Stelle aufzureißen. Die Zeit zwischen Pausen und Versuchen war alles andere als spaßig. Am Ende war mir fast egal, ob ich es schaffte – ich kehrte einfach jedes Mal zurück, versuchte es zwei- oder dreimal und kam dann drei Tage später wieder.

Yannick Flohé

Doch Yannick lernte dazu. Um sicherzustellen, dass seine Haut bei jedem Versuch in gutem Zustand war, plante er bei seinem erfolgreichen Trip von Anfang an die nötigen drei Ruhetage ein. Und mit der zwangsweise erlebten Gelassenheit, klappte auf einmal der letzte Zug fast von alleine und Yannick konnte den langersehnten Umlenker klippen.

Yannicks Vorsatz für 2026:

Für mein nächstes Projekt werde ich eine lange Route mit komfortablen Griffen wählen!

  • Credits Text kletterszene.com
  • Credits Fotos Crimp Films (@crimp.films)
  • Beitragsdatum 15. Januar 2026