World Climbing Series: Bouldern in Innsbruck Annie Sanders und Sorato Anraku holen sich erneut Gold
20. Juni 2026 in News
- Wettkampf
Damen:
Das Finale war ein bisschen weird, so wenige Tops und Zonen sieht man nicht so häufig. Die Routesetter scheinen sich – vorsichtig formuliert – etwas verschätzt zu haben. Zwei Boulder (der erste und der dritte) sahen kein Top, einige der Athletinnen konnten sich dort nicht einmal die Zone holen.
Überragende Athletin war erneut Annie Sanders. Die erst 18-jährige US-Amerikanerin ist der neue Stern am Kletterhimmel, sie bot wie bei den Wettkämpfen zuvor erneut eine absolut beeindruckende Vorstellung. Als Erste nach dem Halbfinale war sie letzte Starterin in der Finalrunde – und bewies, dass sie inzwischen, wie „Queen“ Janja Garnbret, eine eigene Klasse für sich ist. In Boulder Nummer 2, einer Platte, konnten einige der anderen Finalistinnen nicht einmal die Startposition verlassen, die Zone erreichte keine von ihnen. Annie holte sich das Ding im Flash: In ihrem gewohnt ruhigen Kletterstil und nahezu in Zeitlupe näherte sie sich dem Top – und hielt es nach dreieinhalb Minuten in den Händen. Damit setzte sie sich dann auch deutlich in Führung.
Vierte Goldmedaille für Annie in dieser Saison
Der sehr kräftige Boulder Nummer 3 sah erneut kein Top. Und eigentlich war dann schon zu diesem Zeitpunkt klar, dass Annie mit der Zone im dynamischen und koordinativen vierten Boulder erneut ganz oben auf dem Treppchen stehen würde. So war es dann auch. Sie hatte aber nicht nur den Zonengriff, sondern im fünften Go auch das Top in den Händen und gewann mit deutlichem Abstand (68,9 Punkte) in dieser Saison ihr zweites Gold beim Bouldern. Beim Lead sind es bei ihr übrigens auch schon zwei Goldmedaillen…
Die Französin Oriane Bertone holte sich in ihrem letzten Go und wenige Sekunden vor Schluss zwar noch das Top, landete aber letztendlich doch nur auf Platz 5 (24,5 Punkte). Sie hatte in den Bouldern zuvor keine Zonenwertung. Die sichtlich frustrierte Britin Erin McNeice katapultierte sich mit ihrem Top im letzten Boulder weit nach vorne, das und eine Zone reichten bereits für Silber (34,8 Punkte). Bronze gewann Oceania Mackenzie (Australien) mit „nur“ drei Zonen im ersten Versuch (30,0 Punkte).
Herren
Im Gegensatz zum Damenfinale setzten die Routenschrauber bei den Herren auf eine Runde mit deutlich mehr Tops. Trotzdem sorgte vor allem Problem Nummer 4 für große Schwierigkeiten: Keinem der Finalisten gelang es, auch nur die Zone zu erreichen. Der Boulder flog also leider komplett aus der Wertung.
Die Powerboulder eins und drei wurden noch von einigen Athleten getoppt, der koordinative zweite stellte die Finalisten allerdings vor deutlich größere Probleme. Nur die beiden Japaner Rei Kawamata und Sorato Anraku konnten ihn auf spektakuläre Weise toppen. Rei benötigte dafür acht Versuche, Sorato elf. Damit setzten sich die beiden erstmals an die Spitze des Feldes.
Am dritten Boulder patzte Rei dann allerdings. Sorato dagegen stellte einmal mehr seine stahlharten Nerven unter Beweis. Der Topfavorit flashte auch diesen spielerisch und baute damit seinen Vorsprung weiter aus.
Boulder-Gesamtweltcupsieg geht an Sorato
Als dann keiner der anderen sieben Finalisten bei Boulder Nummer 4 punkten konnte, stand - bevor der junge Überflieger als letzter Starter in dieser Runde die Matte betrat - sein Sieg bereits fest. Auch Sorato konnte sich hier zwar nicht die Zone holen, sicherte sich aber mit drei Tops (74,0 Punkte) mit deutlichem Abstand erneut die Goldmedaille. Es war sein fünfter Sieg in Folge - er stand bei allen bisherigen Boulder-Events der World Climbing Series ganz oben auf dem Treppchen und ist damit bereits jetzt Gesamtweltcupsieger 2026. Aktuell scheint Sorato nur schwer vom Thron zu stoßen sein.
Die Silbermedaille ging mit zwei Tops und einer weiteren Zone an seinen Teamkollegen Rei Kawamata (59,3 Punkte). Bronze sicherte sich der Südkoreaner Dohyun Lee, der zwar dieselbe Wertung wie Kawamata erzielte, sich wegen seines schlechteren Ergebnisses aus der Vorrunde jedoch hinter dem Japaner einreihte.
Es bleibt spannend: Schon an diesem Sonntag wartet mit dem Lead-Finale in Innsbruck ein weiteres Highlight auf uns.
Ergebnisse des World Climbing Serie Event - Boulder in Innsbruck
Damen
| Platz | Name | Nation |
|---|---|---|
| 1 | Annie SANDERS | USA |
| 2 | Erin MCNEICE | GBR |
| 3 | Oceania MACKENZIE | AUS |
| 4 | Yuetong ZHANG | CHN |
| 5 | Oriane BERTONE | FRA |
| 6 | Ayala KEREM | ISR |
| 7 | Camilla MORONI | ITA |
| 8 | Futaba ITO | JPN |
| 9 | Anon MATSUFUJI | JPN |
| 10 | Tamar COHEN | ISR |
| 18 | Jakoba RAUTER | AUT |
| ... | ... | ... |
| 19 | Zoe PEETERMANS | GBR |
| 20 | Paula MAYER-VORFELDER | GER |
| 21 | Lucia DÖRFFEL | GER |
| ... | ... | ... |
| 63 | Sina WILLY | AUT |
| ... | ... | ... |
| 69 | Lena SCHRITTWIESER | AUT |
| ... | weiterlesen | ... |
Herren
| Platz | Name | Nation |
|---|---|---|
| 1 | Sorato ANRAKU | JPN |
| 2 | Rei KAWAMATA | JPN |
| 3 | Dohyun LEE | KOR |
| 4 | Sam AVEZOU | FRA |
| 5 | Jongwon CHON | KOR |
| 6 | Hannes VAN DUYSEN | BEL |
| 7 | Sohta AMAGASA | JPN |
| 8 | Maximillian MILNE | GBR |
| 9 | Samuel RICHARD | FRA |
| 10 | Yufei PAN | CHN |
| ... | ... | ... |
| 20 | Jan-Luca POSCH | AUT |
| 21 | Colin DUFFY | USA |
| 21 7 Timo UZNIK | AUT | |
| ... | ... | ... |
| 27 | Ilja AUERSPERG | AUT |
| 29 | Nicolai UZNIK | AUT |
| 31 | Adrian KATHAN | AUT |
| 33 | Lucas TRANDAFIR | GER |
| 35 | Elias ARRIAGADA KRÜGER | GER |
| ... | ... | ... |
| 49 | Timo OSSIG | GER |
| ... | ... | ... |
| 53 | Julian SCHRITTWIESER | AUT |
| 55 | Raffael GRUBER | AUT |
| 57 | Thorben Perry BLOEM | GER |
| 57 | Lasse VON FREIER | GER |
| ... | ... | ... |
| 73 | Andreas HOFHERR | AUT |
| ... | ... | ... |
| 81 | Paul HAIDER | AUT |
| ... | weiterlesen | … |