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World Climbing Series Prag: Lead Annie Sanders gewinnt auch beim Lead, Putra Tri Ramadani holt sich bei den Herren den Sieg

08. Juni 2026  in News

Annie Sanders gewinnt auch beim Lead, Putra Tri Ramadani holt sich bei den Herren den Sieg
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  • Wettkampf

Eine überragende Annie Sanders bei den Damen, ein überraschender Sieger bei den Herren: Spannung pur bei den Lead-Finals in Prag. Die US-Amerikanerin Annie machte tatsächlich das Double perfekt. Nur Janja Garnbret, die Französin Sandrine Levet und der US-Amerikaner Colin Duffy hatten vor ihr bei einem Weltcup-Event sowohl beim Bouldern als auch beim Lead gewonnen. Bei den Herren stand mit dem Indonesier Putra Tri Ramadani nicht unbedingt ein Topfavorit ganz oben auf dem Treppchen.

Annie Sanders bot im Finale großes Kino

Bei den Damen kam es zu dem erwarteten Battle zwischen Annie Sanders und Chaehyun Seo (Korea). Nach Qualifikation und Halbfinale lagen die beiden jeweils gemeinsam auf Platz 1. Die 18-jährige Annie hat momentan einen fantastischen Lauf, sie holte sich schon in Wujiang beim Lead den Sieg, beim Bouldern war es dann in Bern Bronze und in Prag einen Tag vor dem Leadfinale Gold. Super ausgeruht ging sie also sicher nicht in die Finalrunde, lieferte dort als vorletzte Starterin aber souverän ab. Überlegt, konzentriert und in ihrem gewohnt langsamen Kletterstil schraubte sie sich die überhängende, extrem physische Route nach oben. Unglaublich, welche Power sie nach drei kräftezehrenden Wettkampftagen noch hatte. 37 von möglichen 40 Punkten holte sie sich, erst dann platzte sie von der Wand. Mit dieser Leistung setzte Annie eine neue Bestmarke und ging vor der Französin Zélia Avezou (31+) in Führung. Chaehyun hatte es als letzte Starterin an diesem Abend aber noch in der Hand. Die 22-Jährige – eine erklärte Leadspezialistin - hatte sicher noch mehr Körner übrig als Annie, Gold war in greifbarer Nähe. Die Koreanerin kletterte flüssig und gewohnt elegant bis zur Headwall, es sah sehr stabil aus. Dann aber folgte unerwartet der Sturz. Mit 35 Punkten platzierte Chaehyun sich hinter Annie und gewann Silber, Bronze ging an Zélia.

Die Österreicherin Jessica Pilz feierte in Prag ein kleines Comeback. Es war nach längerer Verletzungspause ihre erste Finalteilnahme, sie belegte dort Platz 4.

Putra Tri Ramadani schrieb in Prag Geschichte

Bereits im Halbfinale wartete eine äußerst anspruchsvolle Route auf die Top 24 der Vorrunde. Besonders eine Passage wurde einigen Athleten zum Verhängnis - darunter auch dem Mitfavoriten Alberto Ginés López (Spanien). Angeführt wurde das Feld nach dieser Runde wieder einmal von Sorato Anraku. Auch der Japaner lag damit auf Kurs „Doppelgold“, er stand zwei Tage zuvor bereits beim Boulderwettkampf ganz oben auf dem Treppchen. Zur Begeisterung der heimischen Fans schaffte auch Altmeister Adam Ondra, der wie auch der Österreicher Jakob Schubert am Start war, den Sprung ins Finale der Top 8.

Im Finale lieferten die Athleten eine beeindruckende Show an der spektakulären, kräftigen und ausdauernden Route ab. Mehrere Finalisten scheiterten an einer ähnlichen Höhe, bis Jakob Schubert die Bestmarke deutlich nach oben schrauben konnte. Er zeigte eine mega starke Leistung. Sein Go endete damit, dass er eine Expressschlinge nicht mehr klippen konnte.

Für das große Highlight des Abends sorgte anschließend der Indonesier Putra Tri Ramadani. Mit großem Abstand überholte er seine Konkurrenten und lieferte auf der Headwall einen wirklich beeindruckenden Fight ab. Bei jedem Zug schien es, als würde er nun stürzen - doch er blieb einfach an der Wand kleben. Erst ein Fußrutscher beendete seinen sensationellen Lauf bei der Höhe 43. Danach waren nur noch die beiden japanischen Topfavoriten Neo Suzuki und Sorato Anraku an der Reihe. Neo übertraf zwar die Höhe von Jakob Schubert, kam aber nicht an Putras Bestmarke heran. Bei 39 war Schluss. Sorato Anraku dagegen konnte seine bislang nahezu makellose Vorstellung an diesem Wochenende nicht fortsetzen. Der 19-Jährige stürzte bei 34+ und verpasste eine weitere Medaille.

Der erst 20-jährige Putra schrieb in Prag Geschichte: Er ist der erste indonesische Kletterer, der einen Weltcup in einer anderen Disziplin als dem Speedklettern gewann. Neo fügte seiner Sammlung eine weitere Silbermedaille hinzu und Jakob konnte sich über Bronze freuen.

Ergebnisse des World Climbing Serie Lead Events in Prag

Herren

Platz Name Nation
1 Putra TRI RAMADANI INA
2 Neo SUZUKI JPN
3 Jakob SCHUBERT AUT
4 Sorato ANRAKU JPN
5 Adam ONDRA CZE
6 Luka POTOCAR SLO
7 Filip SCHENK ITA
8 Satone YOSHIDA JPN
9 Sam AVEZOU FRA
10 Zento MURASHITA JPN
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18 Yannick FLOHÉ GER
19 Sebastian HALENKE GER
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23 Sascha LEHMANN SUI
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27 Jonas UTELLI SUI
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30 Nino GRÜNENFELDER SUI
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35 Felix MADER AUT
36 Ravianto RAMADHAN INA
37 Yannick NAGEL GER
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52 Otto REITER GER
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57 Stefan SCHERZ AUT
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Damen

Platz Name Nation
1 Annie SANDERS USA
2 Chaehyun SEO KOR
3 Zélia AVEZOU FRA
4 Jessica PILZ AUT
5 Ella FISHER USA
6 Hana KOIKE JPN
7 Aleksandra TOTKOVA BUL
8 Ja In KIM KOR
9 Tereza SIRUCKOVA CZE
10 Tsany ALMA ARIELLA INA
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22 Mattea PÖTZI AUT
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25 Liv EGLI SUI
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29 Ines SCHWAIGER AUT
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33 Noé LOOSER SUI
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36 Anika DEUBLER AUT
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44 Roxana WIENAND GER
47 Rafael KAZBEKOVA UKR
48 Annika MÜLLER GER
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59 Magdalena KOMPEIN AUT
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66 Julia FISER AUT
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Nächste Station: Innsbruck (Boulder & Lead)

Für die Athletinnen und Athleten geht es schon in einigen Tagen in Innsbruck weiter: Dort findet vom 15. bis 21. Juni das nächste Event der World Climbing Series statt, wieder mit Bouldern und Lead.

Text
Gudrun Regelein
Foto
Ⓒ Lena Drapella/World Climbing.