Ohne Flaschensauerstoff Andrzej Bargiel fährt den Nanga Parbat komplett mit Skiern ab
02. Juli 2026 in News
- Alpin
Der Nanga Parbat gilt unter Achttausendern als einer der mörderischsten – nicht umsonst hängt an ihm die Legende von Reinhold Messners Rupal-Face-Besteigung von 1970. Ski-Abfahrten hat es an dem Berg schon einige gegeben, komplett durchgezogen von der Spitze bis zum Ende des Schnees hat es aber noch niemand geschafft. Bis jetzt.
Der Ablauf: Zwei Tage, neun Stunden, ein Sérac-Riegel
Nach Akklimatisierung und Lagerrotation in der zweiten Junihälfte startete Bargiel am 28. Juni um 6 Uhr morgens vom Basislager (4.200 m) los – natürlich ohne Flaschensauerstoff. Über Nacht ging's durch Camp II (6.200 m) und Camp III (6.850 m), bevor er den Gipfel auf 8.126 Metern erreichte. Dort blieb er ganze 45 Minuten, schnallte die Ski an und zog seine Linie über die Messner-Route ab – inklusive Traverse an einem Sérac-Riegel vorbei, der bisherige Abfahrtsversuche regelmäßig beendet und einen Abstieg zu Fuß erforderlich gemacht hatte.
Insgesamt verbrachte er zwei Stunden in der Todeszone oberhalb von 7.900 bis 8.000 Metern. Um 15 Uhr am 30. Juni war die durchgehende Skiline unterhalb von Camp I (4.400 m) im Kasten – Base Camp bis Gipfel bis zurück in nur zwei Tagen und neun Stunden. Bei Sonnenschein, wohlgemerkt.
Ich wusste, dass der Erfolg dieses Projekts vom richtigen Timing und den richtigen Bedingungen am Berg abhängt. Ich bin froh, dass wir eine Linie gefunden haben, die es möglich gemacht hat, die gesamte Abfahrt sicher zu beenden. Ich möchte dem ganzen Team für die Unterstützung danken,
Warum das eine große Nummer ist
Mit dieser Abfahrt schließt Bargiel sein persönliches Achttausender-Ski-Projekt in Pakistan ab, das er 2015 mit dem Broad Peak begonnen hat. Er ist damit der erste Mensch, der Broad Peak, K2, Gasherbrum I, Gasherbrum II, Everest und jetzt eben auch den Nanga Parbat ohne Flaschensauerstoff bestiegen und abgefahren ist. Eine Liste, die für sich spricht.