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Naturschutz Alpenvereine und Naturschutzorganisationen fordern besseren Schutz der Alpen

17. Juni 2026  in News

Alpenvereine und Naturschutzorganisationen fordern besseren Schutz der Alpen
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  • Alpin

Stauseen, Zufahrtsstraßen, Liftanlagen: Der Nutzungsdruck auf alpine Landschaften nimmt stetig zu. Die Alpenvereine aus Österreich, Deutschland und Südtirol sowie zehn weitere Naturschutzorganisationen, darunter WWF und BirdLife, machen in Kühtai (Tirol) auf Fehlentwicklungen aufmerksam. In einer breiten Allianz fordern sie mehr Verantwortung bei Energie- und Tourismusprojekten im Hochgebirge. Unberührte alpine Natur ist eine wertvolle Ressource, die es zu erhalten gilt.

Der Ort Kühtai sei bewusst gewählt, erklärt Wolfgang Schnabl, Präsident des Österreichischen Alpenvereins. Nicht weil es darum gehe, eine Region an den Pranger zu stellen, sondern weil hier sichtbar wird, was viele alpine Landschaften zunehmend prägt – Skipisten, Lifte, Zufahrtsstraßen, Beschneiungsanlagen und Energieinfrastruktur. Im Hintergrund eine Großbaustelle: Mit Muldenkippern, Bulldozern und Baggern wird gerade am 113 Meter hohen Staudamm gebaut - für einen weiteren Speichersee im Längental. 

Die Energiewende ist notwendig, ebenso eine verantwortungsvolle Tourismusentwicklung. Beides darf jedoch kein Freibrief für Eingriffe in sensible Hochgebirgslandschaften sein. Der Nutzungsdruck wächst - umso dringlicher sind klare Leitplanken zum Schutz der letzten unberührten Ökosysteme,
erklärt Schnabl. 
Palzertal ohne Staudamm

Gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein und dem Alpenverein Südtirol wurde zu dem Lokalaugenschein auf 2.000 Metern Seehöhe geladen, wo sich eine internationale Allianz aus befreundeten alpinen Vereinen und Naturschutzorganisationen wie Naturfreunde, WWF, CAI, Club Arc Alpin, BirdLife, WET und vielen mehr eingefunden hat.

Ihre gemeinsame Botschaft lautet: Die Alpen sind keine unbegrenzte Ressource. Wer Bergnatur auch für kommende Generationen erhalten will, muss heute klare Grenzen ziehen.

Kühtai als Warnsignal für das Platzertal

Denn ist Natur einmal verbaut, sei diese meist unwiederbringlich verloren. „Wir müssen also hinsehen und erkennen, was auf dem Spiel steht“, sagt Roland Stierle, Präsident des Deutschen Alpenvereins:

Mit der Dortmunder Hütte sind wir hier seit den 1930er-Jahren präsent. Wir erleben unmittelbar, wie schwierig die Balance zwischen Nutzung und Schutz der Alpen geworden ist. Gerade weil auch wir Infrastruktur betreiben, sprechen wir nicht leichtfertig über Grenzen der Erschließung. Die entscheidende Frage lautet:

Wann ist es genug?“
Staudamm Baustelle Längental

Was in Kühtai passiert, könnte schon bald auch im Tiroler Platzertal Realität werden, wo trotz vieler offener Risiken ein Stausee entstehen soll. Die anwesenden Organisationen warnen eindringlich davor, eines der größten noch weitgehend unberührten hochalpinen Moor- und Feuchtgebiete Österreichs zu opfern.

Mitten in der Klima- und Biodiversitätskrise sind solche Naturräume unverzichtbar. Sie speichern Wasser, binden klimaschädliches CO₂ und bieten seltenen Tier- und Pflanzenarten einen Rückzugsraum. Während europaweit Millionen in die Wiederherstellung von Mooren investiert werden, soll ausgerechnet das Platzertal zerstört werden. Das ist widersinnig. 
Marlis Knapp vom WWF

Dass die Erschließungen in den Alpen ein kritisches Maß erreicht haben, sei kein rein österreichisches Phänomen, stellt der Präsident des Südtiroler Alpenvereins Georg Simeoni fest. Mehr denn je brauche es kritische Fürsprecher für die Natur, die allerdings von der Politik systematisch geschwächt würden: „In Italien, wie in Deutschland und Österreich wird es immer schwieriger, als Naturschutzorganisationen an Entscheidungsprozessen bei den verschiedensten Projekten aktiv mitzuarbeiten und Perspektiven einzubringen. Diese Entwicklung ist nicht nur ökologisch, sondern auch demokratiepolitisch bedenklich.“ Die Alpenvereine und Naturschutzorganisationen verlangen einen verantwortungsvollen Umgang zum Schutz unberührter Naturräume. Diese sind die Lebensgrundlage kommender Generationen.

Forderungen der Alpenvereine und Naturschutzorganisationen

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DAV, Kletterszene.com
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DAV/Franz Güntner, Sebastian Frölich, ÖAV/Peter Neuner-Knab