Alma Bestvater sagt leise Servus zu internationalen Wettkämpfen

Nach einer Karriere voller Höhenrausch, Comebacks und Verletzungsdrama sagt Alma Bestvater bei der WM in Seoul „Servus“ zur internationalen Kletterbühne. Mit der 29-Jährigen verlässt eine der charismatischsten Figuren der deutschen Boulderszene das internationale Wettkampfparkett.

Satte drei Deutsche Meistertitel im Bouldern, ein 2. Platz bei den Deutschen Meisterschaften 2024 und ganz vorn mitgemischt auf internationaler Bühne – etwa Platz 5 bei der EM in Moskau 2020. Alma Bestvater hat in ihrer langen Wettkampfkarriere der Boulderwelt gezeigt, was in ihr steckt. Jetzt ist klar: Die WM in Seoul wird das letzte internationale Event der 29-Jährigen. Ihre Fans und die Boulder-Community werden die Thüringerin schmerzlich vermissen.

Comeback-Queen gegen alle Widerstände

Bouldern Deutsche Meisterschaft

Alma Bestvaters Story ist mehr als nur eine Aneinanderreihung von Podestplätzen – sondern eine Geschichte vom Wiederaufstehen. Und das immer wieder: Ellenbogen kaputt, zwei OPs, Schrauben in der Schulter, viele Zwangspausen. Alma hat mehrfach die unfreiwillige Zuschauerrolle eingenommen, nur um dann stärker und fokussierter als zuvor zurückzukommen. Ihr Durchhaltevermögen – sei es beim Reha-Workout oder Wettkampf – hat sie zur Kämpferin gemacht.

Im Frühjahr 2025 war Alma wie gewohnt mit großem Herz und Punch am Start. Doch nach einer weiteren Verletzungsodyssee und einem letzten Fight zurück an die nationale Spitze ist jetzt Schluss mit dem Weltcup-Stress.

Ich habe eine Weile mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören. Aber nachdem ich so viel Arbeit in mein Comeback nach Schulterverletzungen gesteckt habe, war ich es mir selbst schuldig, es noch einmal zu versuchen. 

Alma bei Instagram

Letzter Auftritt bei der WM in Südkorea

Nach zwölf Jahren Weltcup-Zirkus nutzt Alma Bestvater die aktuelle Weltmeisterschaft in Seoul als Anlass, um ihre internationale Karriere auf großer Bühne zu beenden. Noch einmal wird die Boulderspezialistin aus Thüringen ganz im Moment zu sein, um die Atmosphäre aufzusaugen und diese Erinnerungen mitzunehmen. Den Zeitpunkt für ihren Abschied von der internationalen Bühne wählte Alma dafür ganz bewusst – und zwar jetzt, wo sie wieder verletzungsfrei ist.

Dieses tiefe Gefühl, wirklich dazuzugehören und sich zuhause zu fühlen, ist nie ganz zurückgekommen. Ich bin stolz darauf, dass ich mir selbst treu geblieben bin und dass ich jetzt zurücktreten kann, weil ich es will – nicht weil mein Körper mich zwingt.

Alma

Nationale Wettkämpfe bleiben

Trotzdem sei dem Nachwuchs des DAV gesagt: Nur weil Alma dem internationalen Wettkampfzirkus dem Rücken kehrt, heißt das noch lange nicht, dass auf nationaler Ebene eine Titelaspirantin weniger am Start ist. Denn die Lust am Wettkampf hat Alma nicht verloren. Wir dürfen uns also weiterhin auf ihre Auftritte freuen – sei es bei den Deutschen Meisterschaften oder beim Deutschlandcup der Boulder Bundesliga.

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Video-Link: https://youtu.be/RKRAJL-lw8I?si=x_CnENETfNF9NaXt

  • Credits Text kletterszene.com
  • Credits Fotos Marco Kost / DAV, Ks.com Archiv
  • Beitragsdatum 24. September 2025