Alexander Megos wiederholt Iron Curtain 9a+(/b?)

Mit Iron Curtain 9a+(/b?) wiederholt Alex Megos in Norwegen seine mittlerweile 6. Flatanger-Route im 9. französischen Klettergrad.

Mittlerweile dürfte sich die Geschichte, dass der Kletterstil im Granit der Höhle von Flatanger (Norwegen) so gar nicht Alex Vorlieben entspricht, relativiert haben. Vielmehr hat der 32-jährige Franke sein Stilrepertoire eben erweitert. Der Ursprung der Erzählung liegt im Jahr 2015, in dem Alex mit Thors Hammer (9a+) seinen ersten Begehungsbericht aus der Granithöhle lieferte und seine bis dato noch eher wenig vorhandene Leidenschaft für Kneepads zum Ausdruck brachte.

Alexander Megos

Doch von den aktuell drei existierenden, allesamt noch nicht wiederholten 9c-Routen im höchsten bisher erreichten Schwierigkeitsgrad befinden sich zwei in eben genau dieser Mega-Grotte. Die Verlockung zur Rückkehr dorthin ist also groß.

Der diesjährige norwegische Sommer bot allerdings nur sehr episodisch Gelegenheit, sein Hauptprojekt B.I.G. (9c) zu versuchen. Aufgrund anhaltenden Regens war es fast durchgehend nass. Mit leeren Händen wird Alex aber auch diese Saison nicht abreisen. Vor gut einer Woche hakte er Kangaroo’s Limb (9a+) und legte nun mit Iron Curtain 9a+(/b?) noch eine weitere harte Begehung nach.

Alex Megos in Flatanger

Ein weiterer Punkt von meiner Liste aus diesem Meer aus Granit gestrichen.

Alex M. – Instagram

In der Bewertungsfrage ist ein Thema erneut besonders präsent: das Kneepad.
Erstbegeher Adam Ondra kletterte die Linie ohne Kneepads und bewertete Iron Curtain ursprünglich mit 9b. Erstwiederholer Seb Bouin nutzte hingegen Kneepads und bewertete mit 9a+.

An dieser Stelle sollte erwähnt werden, wie außergewöhnlich Adams Begehungen damals waren (vor allem in den Jahren 2012 und 2013), als er all diese Routen ohne Kneepads kletterte und einige davon „nur” mit 9b bewertete.

Alex M. – Instagram

Es gibt nicht viele Knieklemmer in Iron Curtain, aber der eine in der Schlüsselstelle macht einen großen Unterschied und ersetzt den 8A+-Boulder (den Adam geklettert ist) durch einen 7C/+-Boulder. Vom Boden aus kommend macht das die Route natürlich deutlich einfacher, kommentiert Alex nach seiner Begehung.

Hoffentlich wird diese Route in Zukunft mehr Aufmerksamkeit bekommen und es wird sich ein Konsens über den Schwierigkeitsgrad bilden. In meinen Augen ist sie mit Sicherheit eine der besten Routen, die ich in Flatanger geklettert bin. 4/5 Sterne. Es können keine 5 Sterne sein, weil sie nicht im Frankenjura liegt (natürlich) ;)

Alex M. – Instagram

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  • Credits Text Hanna Rexer f. kletterszene.com
  • Credits Fotos Ks.com Archiv
  • Beitragsdatum 28. August 2025