Alex Puccio kam, sah und siegt beim IFSC Boulder Weltcup in Vail

Was für eine Leistung der DAV-Mädels beim vorletzten Stop der Boulder Weltcup-Serie! Unter der heißen Sonne in Vail, Colorado kämpften sich Hannah Meul und Lilli Kiesgen  bis auf die Plätze zehn und 12 vor. Alma Bestvater schafft es mit Platz sechs sogar zum zweiten Mal in Folge in ein Boulder Weltcup Finale. Bei den Herren holte Jan Hojer mit Platz zehn das beste Ergebnis für das deutsche Team.  Mit Elias Weiler, Franziska Sterrer und Berit Schwaiger schafften drei von sechs KVÖ-AthletInnen den Einzug ins Halbfinale.

Harter Wettkampf von Anfang an

Schon in den Qualifikationsrunden wurde den Athleten nichts geschenkt. Keine der Damen konnte alle fünf Boulder toppen, und so konnte schon ein Top ausreichen, um eine Halbfinalplatzierung zu erreichen. Lilli Kiesgen und Hannah Meul schafften dieses Ziel ohne Probleme mit jeweils zwei Tops und Alma Bestvater reichte sogar ein Top für den Einzug unter die Top 20.

Im Halbfinale war die Schwierigkeit nochmal höher angesetzt und die Hitze unter dem Zeltdach an der Wettkampfwand erschwerte die Bedingungen zusätzlich. Alma Bestvater kletterte den ersten Halbfinalboulder im zweiten Versuch, konnte bei den darauffolgenden Bouldern aber nur die Zone erreichen. Auf den letzten Boulder kam es schließlich an, und als sie auch hier die Zone holte, war ihr der Einzug ins Finale auf dem sechsten Platz sicher.

Hannah Meul konnte die Zonenwertung im letzten Halbfinalboulder leider nicht holen, und so fehlte ihr nur die eine Zone, um ins Finale vorzurücken. Für die 17-Jährige, die sich schon für die Youth Olympic Games in Buenos Aires im Oktober qualifiziert hat, ist der zehnte Platz in Vail ihr bisher bestes Ergebnis bei einem Boulder Weltcup. Auch bei Lilli Kiesgen hätte nicht mehr viel für den Finaleinzug gefehlt. Nur zwei Zonen mehr und sie wäre noch unter die besten Sechs gerutscht. Aber mit Platz 12 kann auch sie sehr zufrieden sein.

Des weiteren starteten Johanna Holfeld und Lucia Dörffel für den DAV in Vail. Für Dörffel war es der erste Boulder Weltcup in dieser Saison, den sie mit Platz 49 beendete. Holfeld kam auf Platz 47.

 

Franziska Sterrer nur knapp an Top Ten vorbei

Berit Schwaiger qualifizierte sich als 5. ihrer Qualifikationsgruppe souverän für das Halbfinale, Franziska Sterrer schaffte den Aufstieg ebenfalls. In einem sehr selektiven Halbfinale zeigte die 19-jährige Oberösterreicherin eine starke Leistung und kletterte auf Rang 11. Sie egalisierte damit ihr bestes Weltcup-Ergebnis. Schwaiger belegte Rang 18.
Johanna Färber verletzte sich am vorletzten Boulder in der Qualifikation am Knie und belegte den 27. Rang. KVÖ-Routinier Katharina Saurwein, die als einzige Athletin überhaupt bei jeder der 11 Ausgaben des Vail-Weltcups dabei war, belegte den 33.

„Mit drei HalbfinalistInnen können wir zufrieden sein. Die Kombination aus großer Höhe, Zeitumstellung, Hitze und schwierigen Bouldern war eine große Herausforderung. Ich freue mich darüber, dass Elias Weiler sein erstes Halbfinale erreicht hat und, dass Franziska Sterrer im Halbfinale eine starke Leistung abrufen konnte“, so KVÖ-Nationaltrainerin Ellie Howard nach dem Halbfinale.

Gold für die Lokalmatadorin

Für Alex Pucchio, mehrfache Gewinnerin der American Championships im Bouldern, war der Wettkampf in Vail der erste Boulderweltcup in diesem Jahr. Nach einer längeren Verletzungspause zeigte sie sich vor heimischem Publikum aber in Topform und sammelte von Anfang an die meisten Tops. Im Finale kam sie ebenfalls gut mit den Bouldern zurecht und konnte als einzige drei der vier Finalboulder klettern. Die 28-Jährige platzierte sich schon auf unzähligen Boulderweltcup-Podien, stand bis dato aber nur an selber Stelle im Jahr 2009 auf dem obersten Treppchenplatz. Umso mehr freute sie sich über ihre zweite Weltcup-Goldmedaille bei diesem sechsten Boulderweltcup 2018.

Die fünfte Silbermedaille in Folge holte sich Miho Nonaka. Obwohl sie erst eine Goldmedaille inne hat, führt die Japanerin das Gesamtranking der diesjährigen Boulderweltcupserie an und hat beste Chancen auf den Gesamtsieg. Ihre Teamkollegin und Bronzegewinnerin in Vail, Akiyo Noguchi, liegt aber nur fünf Punkte hinter ihr und könnte beim großen Finale in München ihren fünften Boulderweltcup-Gesamtsieg einstreichen.

 

Elias Weiler feiert ersten Halbfinaleinzug

Elias Weiler kletterte in einer schwierigen Qualifikationsrunde auf den 10. Platz seiner Gruppe. Damit zog der 22-jährige Tiroler zum ersten Mal in seiner Karriere in ein Weltcup-Halbfinale ein und bestätigte den Aufwärtstrend der letzten (Trainings-)Wochen. In einem sehr schwierigen Halbfinale wurde er 20. Alfons Dornauer belegte den 45. Rang.

 

Platz zehn für Jan Hojer

Die Boulder der Herren waren nicht weniger schwer. Dennoch gab es bis zum Halbfinale hier keinen Boulder, der ungeklettert blieb. Mit drei Tops und fünf Zonen in der Qualifikation schaffte es Jan Hojer gut ins Halbfinale und kletterte auch hier den ersten Boulder gleich mal im ersten Versuch. Dann verließ ihn aber sein Glück und er konnte kein weiteres Top mehr erreichen. Mit einem Top und drei Zonen reichte es am Ende leider „nur“ für Platz zehn. Für Alexander Averdunk, Max Prinz, Simon Unger, Kim Marschner und Moritz Hans reichte es nicht für’s Halbfinale. Sie kamen auf die Plätze 37 (Averdunk), 51 (Prinz), 54 (Unger), 69 (Marschner) und 71 (Hans). Max Kleesattel, der in Vail seinen zweiten Boulderweltcup überhaupt bestritt, erreichte Platz 65.

 

Sechs Sieger in Sechs Boulderweltcups

Das Rennen um den Gesamtsieg bei den Herren ist auch nach dem vorletzten Stop offen. Keiner der Athleten konnte eine klare Siegesserie über die verschiedenen Stationen hinweg verzeichnen. Nach sechs Boulder Weltcups stand jeweils immer ein anderer Sieger auf dem obersten Treppchenplatz. In Vail war es der Japaner Rei Sugimoto, der zuletzt in München 2013 Boulder Weltcup-Gold geholt hatte. Silber ging überraschend an den Amerikaner Sean Bailey. Der 22-Jährige kletterte vor heimischem Publikum zum ersten Mal in ein Boulder Weltcup – Finale und legte hier eine beeindruckende Leistung an den Tag. Die ersten zwei Finalboulder meisterte er gleich im ersten Versuch. Am letzten Boulder entschied sich die Podiumsverteilung schließlich, und hätte er diesen auch noch geflasht, wäre ihm die Goldmedaille sicher gewesen. Dafür reichte es leider nicht mehr ganz und er konnte nur die Zonenenwertung holen. Dennoch freute er sich über den zweiten Platz, und mit ihm die zahlreichen Zuschauer.

Der dritte Platz ging an Tomoa Narasaki, der zusammen mit Jernej Kruder (SLO) das Gesamtranking anführt.

 

Ergebnisse des IFSC Boulder Worldcup in Vail 2018

Damen:

1 PUCCIO Alex USA
2 NONAKA Miho JPN
3 NOGUCHI Akiyo JPN

4 GIBERT Fanny FRA
5 CONDIE Kyra USA
6 BESTVATER Alma GER
7 COXSEY Shauna GBR
8 SA Sol KOR
8 YIP Alannah CAN
10 MEUL Hannah GER
11 STERRER Franziska AUT
12 KIESGEN Lilli GER

18 SCHWAIGER Berit AUT
18 KIERSCH Michaela USA

27 FÄRBER Johanna AUT

33 HAYES Margo USA
33 SAURWEIN Katharina AUT

47 HOLFELD Johanna GER
48 LEE Hung Ying TPE
49 DÖRFFEL Lucia GER
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Herren:

1 SUGIMOTO Rei JPN
2 BAILEY Sean USA
3 NARASAKI Tomoa JPN

4 KRUDER Jernej SLO
5 MURAI Ryuichi JPN
6 TAKATA Tomoaki JPN
7 CHON Jongwon KOR
8 FUJIWAKI Yuji JPN
9 RUBTSOV Aleksei RUS
10 HOJER Jan GER

35 BLASER Benjamin SUI
35 SCHRÖTER Thilo Jeldrik NOR
37 AVERDUNK Alexander GER

41 OMETZ Baptiste SUI
43 FAVRE Nils SUI

45 DORNAUER Alfons AUT

51 LANDMAN Tyler GBR
51 PRINZ Max GER
51 UCHIDA Lucas CAN
54 UNGER Simon GER

65 KLEESATTEL Max GER

69 MARSCHNER Kim GER

73 HANS Moritz GER
75 HEINIGER Kevin SUI
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Nächste Station: Boulder Weltcup München

Der nächste Boulder Weltcup steht erst am 24. und 25. August in München an. Rund drei Wochen später steht in Tirol das Saison-Highlight der Boulderer an: Die WM-Medaillen im Bouldern werden am 14. und 15. September in Innsbruck vergeben. Die Kletter-WM 2018, in der alle Disziplinen (Lead, Speed, Bouldern, Kombination und Paraclimbing) ausgetragen werden, findet vom 6. bis 16. September statt. Mehr Informationen dazu finden Sie auf innsbruck2018.com

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