Alex Megos flasht Underground (8c+/9a) und 8B in Franken, Aidan Roberts bouldert 8C/+ und Moritz Welt punktet 9a’s am Fließband

Moritz Welt punktet eine 9a nach der anderen

Moritz Welt klettern Frankenjura

Nachdem Moritz Welt den Juli noch mit Wiederholungen von Riders of Doom (8c+/9a), Leon (8b+) sowie Supremacy (8c+) ausklingen ließ, gönnte er sich im Anschluss das erste Mal einen ganzen Monat Frankreich. Keine Angst, er ist dem Baguette und Wein nicht erlegen sondern war fleißig am Klettern. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, um die man in Céüse ohnehin nicht rum kommt, platzte der Knoten und der Französische Kalk musste ein weiteres Mal mit der Frankenpower klar kommen.

Nachdem Une arquée pour le criquet (8c) und Mr. Hyde (8c+) gepunktet wurden, ging es ins nahe gelegene Briancon um sich dort Clin d’oeil au paradis d’en face ( 8c) sowie La Prophétie des Grenouilles (9a) abzuholen. 

Da noch etwas Zeit übrig war, ging es wieder zurück nach Céüse und was dann folgte, ist der reinste Hammer. Denn mit Lulu (9a), L’arcademicien des crepis (8c), Dures Limites (8c) und Chronique de la haine ordinaire (8c) kamen gleich weitere vier Céüse-Linien zu der prall gefüllten Tickliste dazu.

Wir sind uns sicher, dass dies nur das Ende von seinem Frankreich Trip, aber nicht von seinem erfolgreichen Feldzug gegen die Schwerkraft war! Denn die Saison in Franken dauert bekanntlich noch vier, fünf Wochen. 

Alex Megos klettert 9a+, flasht 8c+/9a und 8B

Das ist immer so ne Sache mit diesen Hochstrom-Jungs. Da wartet man auf die Veröffentlichung von einem 8B-Flash-Video, um noch die letzt 9a+ Begehung elegant einfließen lassen zu können und in der Zwischenzeit wird noch schnell am Schleierwasserfall Zauberflöte (8c+) geklettert und in Arco die legendäre Route Underground (8c+/9a) geflasht. Aber in aller Ruhe von vorne…

Alex Megos kletterszene News Red Bull

Alex Megos prägt definitiv die Saison 2020! Nach seiner 9c Erstbegehung im August legte er mit Wiederholung von „L’étrange ivresse des lenteurs“ (9a+) sowie einer weiteren Begehung von Biographie (9a+) nach. Letztere machte er um L’étrange ivresse des lenteurs besser einschätzen zu können. Da diese Adam Ondra-Kreation doch schwerer fiel als Chris Biographie, würde er persönlich den Grad (9a+/b) in die Runde werfen. Nach einem kurzen Wäschewasch-Stopp in der Heimat, machte das fränkische Starkstrombündel in Tirol da weiter, wo er in Céüse aufgehört hatte. 

Elfer spulen! Es ist schon lange kein Geheimnis, dass Adam Ondra immer wieder versucht schwere Routen zu flashen oder onsight zu klettern. Bei schwer reden wir selbstverständlich von dem Grad 9a und schwerer. Tendenz eher schwerer. So verwundert es wohl kaum einen, dass auch Alex in dieses Spiel mit eingestiegen ist. 

I got a lot of routes done I always wanted to try. Some of them I was saving for onsights and flashes and thankfully at least one worked out.

so auf seinen Instagram Account.

Bei seinem Trip nach Arco, legte Alex einen „kleinen“ Umweg über Nassereith und Schleierwasserfall ein. Letzteres freut uns wahnsinnig und war unserer Meinung nach, eh schon längst überfällig. Aber man muss ja der Jugend auch a etwas Zeit geben um das was vor der Haustüre liegt schätzen zu lernen. 

Alex Megos kletterszene News Red Bull

Nachdem Alex dort die Routen Hades (9a), Fonax (8c+), Athene (8c), und Lichtjahre (8c+) im Schnelldurchgang abholte, ging es in Arco mit der besagten Flash Begehung von Underground (8c+/ 9a) weiter. Underground wurde Ende der 90er von Gerhard Hörhager eingebohrt und 2000 von Yuji Hirayama erstbegangen. Mit dem Bewertungsvorschlag 9a war dir Route damals der erste 11er in Italien. Über die Jahre gab es dann aber doch immer mehr Wiederholungen, die eher den Grad 8c+ für realistischer hielten und so wird sie aktuell mit 8c+/ 9a in den Büchern aufgeführt.

Die Route Pure Dreaming (9a) wurde kurz darauf mit dem Vermerk: im 2. Go / mit Kneepad 8c+/9a, in die Tickliste geschrieben. Mike Jordan (8b+) sowie die Francois Legrand Route Claudio Caffè (8c/+) konnten sich auch nur kurz gegen eine Begehung wehren und mussten ein Klippen ihres Umlenkers im 3. bzw. im 2. Go über sich ergehen lassen.

Ach ja, und dann wäre da noch die Flash-Begehung von Kalokagathia (8B). Diese konnte Alex noch zwischenschieben bevor es nach Arco ging. Der Boulder steht in Franken und ist nicht nur für die lokalen Begebenheiten (Kalk-Bouldern) eine echte King-Line. Der Boulder ist quasi die logische Verlängerung von Monet (8A) und statt in der Hälfte des Boulders an einer Kelle aufzuhören, klettert man eben noch den kompletten Bug entlang bis zum logischen Ende. Diese Prachtperle wurde 2019 von Moritz Perwitzschky erstbegangen und ist mit über 30 Zügen ein richtiges Ausdauerfest (nicht nur für einen Boulder). Nach einem kurzem Beta-Spray von einem Kumpel entschloss Alex sich einen Flash-Go reinzuhauen und kämpfte sich stetig von Zug zu Zug. Laut Praktikant ist es durchaus interessant, einmal einen Herrn Megos in einer 8B kämpfen zu sehen. Am Ende musste sich der Boulder dann doch gegen Alex’ Anpressdruck geschlagen geben und Alex Megos konnte sich einen Flash in seinem gar nicht so kleinem Routenbuch hinter Kalokagathia (8B) eintragen. 

Schon irgendwie komisch. Wir haben zwar alle einzelne Begehungen mitbekommen und für die heutigen Shortnews notiert. Aber erst beim zusammenschreiben, wurde uns einmal bewusst wie stark so ein täglicher Strauß Karotten machen muss. 

Aidan Roberts in Hochform

Aidan Roberts Bouldering

Unser Star-Praktikant hatte uns bereits vor zwei Jahren davon erzählt, dass gerade ein neuer Star am Boulder-Himmel entsteht. Die Rede war von Aidan Roberts welcher damals in den Rocklands unterwegs war und mit einer Leichtigkeit die schwersten Boulder in dem Gebiet niederknüppelte. Es wirkte als ob der Bub bei 8C (Monkey Wedding) noch ordentlich Reserven hätte. Und ein Blick auf sein Instagram Account lies erahnen warum. Der für England fast schon typisch feuchte, dunkle Trainingskeller verriet schnell: Trainieren können die Engländer halt.

Und genau dieses Training scheint wohl gerade so richtig Früchte zu tragen. So konnte Aidan innerhalb des letzten Monate 8 Boulder von 8B bis 8C/+ klettern. Davon waren vier Boulder Erstbegehungen. Unter anderem auch der Boulder Superpower, welchen Aidan vorsichtig mit 8C/+ bewertete. Warum vorsichtig? Naja Mr. Roberts traut sich wohl nicht den vollen 8C+ Grad auszusprechen weil ihm seiner Meinung nach die nötige Erfahrung mit High-End-Graden fehlt. Und das obwohl der Bub schon unzählige 8B+ Boulder geklettert ist und das nicht gerade selten in nur drei Versuchen. Aber auch was 8Cs angeht hat Aidan schon die ein oder andere in der Tasche und brauchte die meiste Zeit nicht gerade lange um diese zu klettern. Mit Superpower (8C/+) sieht es da schon ein wenig anders aus, ganze 4 Jahre hat Aidan in den Boulder investiert. Das ist schon eine ganze Menge, insbesondere wenn man es mit gerade einmal vier kurzen Sessions an Monkey Wedding (8C) vergleicht. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen meint Aidan auch noch, dass Superpower zu 100% sein Style wäre. Das alles lässt uns schlussfolgern, dass die Wahrscheinlichkeit eines Upgrades auf 8C+ recht hoch ist. Zumindest wenn dann irgendjemand das Teil mal wiederholen kann.


Aidans Ticklist des letzten Monats:

  • Superpower (8C/+) FA
  • Outliers (8C) FA
  • Bewilderness (8B+)
  • Danelion Minds (8B)
  • Superman sit (8B+)
  • Copperline (8B+) FA
  • Seat at the Table (8B) FA
  • De Encanta (8B)

Memmingen hat eine Boulderhalle

Endlich wurde der Memminger Traum zur Realität. Letzten Samstag wurde in der Allgäuer Straße in Memmingen die hochmoderne Boulderhalle eröffnet. Auf großzügigen 600 qm Boulderfläche mit bis zu 4,50 Meter hohen Wänden schlägt jedes Boulderer-Herz höher.

Die Wände – teils mit Top-out-Möglichkeit auf die Galerie – bieten Platten-, Überhang- und Traversen-Fans viele anspruchsvolle Probleme.Anfänger sind natürlich auch immer herzlich willkommen. Der Trainingsraum in der oberen Etage ist ein Paradies für starke Boulderer:

Hier wartet eine 20-, 30- und 40-Grad-Wand sowie ein Campusboard. Der Außenbereich lädt mit seinen etwa 250 qm Kletterfläche auf etwa 11 Metern Höhe zum Toprope und Vorstieg und auf der Dachterrasse werden im gemütlichen Bistro, Durst und Hunger gestillt.

Kann ich durch die richtige Ernährung besser werden im Klettern und Bouldern? 

Dieser Frage geht Juliane von Bin Weg Boulder mit Claudia Osterkamp-Baerens nach. Claudia Osterkamp-Baerens ist Ernährungsberaterin am Olympiastützpunkt in München und arbeitet mit SportlerInnen, die sich auf Olympia vorbereiten. Natürlich auch mit denen aus unserem DAV-Kader!

Sie hat Juliane außerdem erzählt, was alles Teil ihrer Arbeit mit ist und wir haben übers Abnehmen geredet. Denn im Wettkampfklettern ist Abnehmen für AthletInnen ein großes Thema um “besser” zu werden. Aber es gibt da – neben der Entwicklung von Essstörungen – Gefahren auf die sie hinweisen will!

All das gibt es in Teil 1 des Interviews zum Thema “Ernährung fürs Klettern und Bouldern”.

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