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Alex Honnold Free-Solo auf dem Taipeh 101
Mit einem Tag wetterbedingter Verspätung steht der 40-jährige Alex Honnold am 25. Januar 2026 auf der Spitze des 508 Meter hohen Wolkenkratzers in Taipeh.
Es war das Live-Streamingereignis dieser Tage. Ob man es nun gesehen hat oder nicht: Innerhalb der Kletterszene dürfte kaum jemand nichts davon mitbekommen haben. Während die einen sich nachts den Wecker stellten und gebannt mitfieberten und die nächsten lieber warteten, bis die Sache mit dem Nicht-Todessturz bei windigen Bedingungen klar war, gab es auf der anderen Seite auch reichlich Gegenwind.
Während die Tatsache, dass der 40-jährige Kletterer auch zweifacher Vater und Ehemann ist, für Kopfschütteln in Sachen Verantwortungsbewusstsein sorgt und die Frage, ob das Besteigen eines Hochhauses ohne jegliche Sicherung nun eine besonders vorbildliche Tätigkeit sei, aufkommt, sehen er und seine Frau Sanni McCandless das ganz anders.
Ich werde oft gefragt, ob sich meine Risikobereitschaft geändert hat, seit ich Kinder habe. Meine Antwort lautet: Ich wollte schon vor der Geburt meiner Kinder nicht in den Bergen sterben. Auch jetzt, wo wir Kinder haben, möchte ich nicht sterben. Ich möchte einfach, dass meine Kinder sehen, wie ich für meine Ziele trainiere. Dass sie sehen, dass man mit viel Mühe und harter Arbeit solche Ziele erreichen kann.
Wenn Alex alleine klettert, zeigt er, dass wir alle innere Sehnsüchte in uns tragen. Und schaut, was möglich ist, wenn man diesem Wunsch folgt. Ich denke nicht nur, dass es für meine Kinder wichtig ist, das zu sehen, sondern auch für die Welt.
Während Alex Honnold sich gelegentlich in die Kamera grüßend an den Metallstrukturen, der Außenfassade des Taipei 101 hocharbeitete – teils mit spektakulären Umwegen über runde Ornamente – begleitete seine Frau Sanni das Kommentatorenteam im Inneren des Gebäudes hinauf. Ein kurzer Gruß zwischen den Eheleuten auf Etage 60, ein No-Hand-Rest zum Nachchalken in einer überhängenden „Sloperpassage“, bis es schließlich nach 91 Minuten geschafft war. Während der Protagonist auf der glatten kleinen Metallkuppel der Spitze des Turmes ziemlich zufrieden und entspannt wirkt, dürften die Nerven der Zuschauenden nach 1,5 Stunden Strapazen wohl blank gelegen haben.