Ein Nachtrag zu Adam Ondras Dawn Wall Wiederholung, Daniel Jung punktet in Franken und Michaela Kiersch in Red River Gorge

Daniel Jung punktet 9a in Franken

daniel-jung-in-corona-9a-foto-d-jungDa es sich bei Markus und Daniel Jung nicht nur um Brüder, sondern auch um Geschäftspartner handelt, ist da Arbeitsaufteilung angesagt. Der Eine, Daniel, kümmert sich um die Tickliste und somit um die Zufriedenheit der Sponsoren und Markus in Siegen um den Ausbau der gemeinsamen „Schlüsselstelle“ — Boulderhalle 2.0

Daniel Jung nutzte die letzten vermeintlichen Grip-Tage in der Fränkischen, bis der Nebel endgültig den Kampf gegen die Sonne gewinnt und die fränkischen Täler erst wieder 2017 verlässt. Nachdem er Ende Oktober Corona (9a+) punkten konnte war bei seinem letzten Besuch in Franken mit Black Label der nächste Bock’sche Elfer an der Reihe. Und auch hier wurde nicht lange gefackelt und Black Label (9a) steht nun wie auch The Essential (9a) , Elder Statesman (9a) und Corona (9a) in der Tickliste. Einen kleinen Unterschied gibt es, denn Daniel würde persönlich den Grad 8c+ für die Linie vorschlagen. Zudem ist ein Griff mit Sika repariert bzw. präpariert worden und auch dazu hat Daniel eine Meinung:

„I have some mixed feelings about this route, the first boulder is on perfect rock, super nice, but the second boulder has one hold with Sika… I’m not sure if it’s for reinforcing a thin rock struckture (what I think is just ok) or if it makes a very bad hold better. I was optimistic and I’m hoping it’s just reinforced, otherwise I wouldn’t be motivated to try it. But at the end I’m not sure if it is a natural hold, that’s just the point why I can’t feel super happy about an awesome route, if it isn’t natural I can’t take it as a rock climbing route.“

Tja, und Markus? Der Gute stand die letzten 204 Tage in der Boulderhalle und hobelte an der Hallenerweiterung in der anliegenden Industriehalle. Am kommenden Samstag, dem 26.11. ist es nun endlich soweit und es kommen 170% Wandfläche hinzu. Ab 14 Uhr startet die Eröffnung mit einem kleinen Wettkampf für jedermann, bei dem auch Profis auf ihre Kosten kommen.  Die besten vier Damen und Herren treten im Finale gegeneinander an. Bei der Preisverlosung hat jeder Teilnehmer die Chance tolle Preise zu gewinnen.

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Video-Link: https://youtu.be/cn-EtRN4BSU

Michaela Kiersch holt sich The Golden Ticket (8c+)

Michaela Kiersch war die letzten Wochenenden öfters in der Red River Gorge zugegen und hat dort auch gleich mal ihre Spuren hinterlassen. So konnte sie vor knapp zwei Wochen bei eher noch sommerlichen Temperaturen mit Atomic Fireball eine 8b flashen, passenderweise im Superwoman Halloween Kostüm. Aber diese Woche hat sie sich einen, wenn nicht sogar DEN Klassiker in dem ausgesucht… und die gilt wahrlich nicht als leichte Route vor allen wegen des Dynos. Für Mädels, wie Michaela, die knapp 1,50m lang sind ist das schon ein weiter Weg zum rettenden „Henkel“. Auf jeden Fall steht bei ihr nun mit The Golden Ticket ihre dritte 8c+ auf der Liste, neben Lucifer und Pure Imagination (beide 5.14d / 8c+). Und dazu noch die erste Frauenbegehung der Route.

Adam Ondra punktet fleissig in der Dawn Wall

Im Grunde wurde viel, wenn nicht sogar schon alles, über die Leistung von Adam Ondras Rotpunkt Begehung der Dawn Wall geschrieben, dem eigentlich auch nichts mehr hinzuzufügen ist. Wir machen es trotzdem, denn ein Punkt wurde unserer Meinung noch nicht genug „gewürdigt“. Und das ist die Dawn Wall an sich! Klar wollte jeder die Herrn Ondra, Megos und Sharma in der 1000 Meter hohen Wand beim wiederholen dieser Route sehen. Denn die Jungs haben alle schon die ein oder andere schwere alpine Mehrseillängenroute geklettert, haben auch schon mal ’nen Keil gelegt und ja, klettern können sie auch. Eine 1000 Meter hohe senkrechte Wand ist aber ein anderes Kaliber als „unsere“ Nordwände in den Alpen. So ein El Capitan ist mal doppelt so hoch wie die Drei Zinnen. „Da is nix mit entspannter Tagestour und Feierabendbier auf der Hütte

Der Medienhype den dieser Route mit sich führt ist auch klar. Denn wenn einer in die Dawn Wall einsteigt, schaut die komplette Kletterszene 24 Std. am Tag auf sein Tun an der Wand… und wenn er wegen den schlechten Placements die Hosen voll hat, dann weiß das nicht nur der Seilpartner. Wenn da mal kein Leistungsdruck entsteht? Zumal die Chance als „Verlierer“ aus der Wand zu kommen deutlich größer ist als sie durch zusteigen. Erst recht als Einzelner.

Wenn man dann noch nie am El Capitan war und gleich bei seinem ersten Besuch das Schwerste aussucht, muss man entweder dicke Cojones haben oder ’nen dezenten Anflug von Selbstüberschätzung. Viele die sich ihren Traum — El Capitan — erfüllen wollten, merkten recht schnell, dass Option „Cojones“ in der Wand doch nicht so dolle ist wie daheim auf dem Sofa geglaubt und ergo die zweite demütigst eingestanden wird. Um so eindrucksvoller finden wir die Leistung von Adam: Er bekam -wie alle – erst einmal vom Berg zweimal auf die Mütze:

  1. Er stieg in die Dawn Wall ein und merkte recht schnell, dass er sich in einer leichteren Route erst a mal an den Fels gewöhnen sollte.
  2.  Er stieg in die „leichtere“ Route mit dem Vorhaben The Nose zu onsighten ein. Daraus wurde auch nix.

Und jeder hat es mitbekommen. Wie es ihm dabei erging, können wir nur vermuten. Viele hätten bestimmt die Sache gepackt und sich auf die Suche nach Felsen mit einem höheren Liegefaktor gemacht. Aber nicht Adam, er blieb trotz bescheidenem Wetter und beengter Schlafsituation da und boulderte die Sequenzen so lange aus, bis die Finger blutig waren und er sie klettern konnte. Nach nur 8 Tagen (!!!!) Ausbouldern (alleine) schaffte er es dann alle Seillängen sturzfrei vorzusteigen. Da bleibt unsererseits nur noch ein aufrichtiges „Chapeau!“ zu sagen…

Chris Sharma schreibt dazu:

Congrats to my friend @adam.ondra for his ascent of the dawn wall!Adam Ondra on his Dawn Wall Push. Crux and Up. Pitch 19 So impressive as always Adam! I had the privilege to climb a bit on this visionary climb several years ago with @tommycaldwell and @kjorgeson before their first ascent and I can personally attest to the difficulty and overwhelming size of this route. I’ve also climbed quite a bit with Adam over the years and can attest to his incredible ability to climb anything and everything with a laser focus and efficiency. So when he set his sights on the Dawn Wall I was pretty certain that there would be only one outcome. Thanks for continuing to inspire us Adam you’re the man!!! …weiterlesen

und Stefan Glowacz:

… Ich klettere nun seit über 40 Jahren, aber diese Leistung ist für mich kaum nachvollziehbar. Es ist großartig zu beobachten, wie die junge Generation den Klettersport in immer neue, kaum für möglich gehaltene Dimensionen katapultiert. Was Ondra an dieser Wand geleistet hat, ist schwer mit einer anderen Spitzenleistung im Sport vergleichbar. Es ist eine Art Verschmelzung von #Leidenschaft, #Besessenheit und außergewöhnlichem #Können. Vor allem jedoch eine beispiellose #mentale Leistung. Ich bin beeindruckt und voller Hochachtung, Adam Ondra!…weiterlesen

klatsch-tratsch-stuff

Die einzige sinnvolle Aktion für den Black Friday

patagonia_100_percent_for_the_planetAm kommenden Freitag, den 25. November, findet der sogenannte “Black Friday” wieder Einzug in vielen Kaufhäusern dieser Welt. Patagonia nutzt diesen Tag und wird 100% des weltweiten Tagesumsatzes aus allen Patagonia Geschäften und dem Onlineshop spenden. Damit zeigt die Outdoorfirma ihre Entschlossenheit für den Planeten und dessen Erhalt für künftige Generationen zu kämpfen und beweist gleichzeitig, dass der Schutz unsere Erde nicht im Widerspruch zu einem erfolgreichen Unternehmen steht.

Neue Boulderhalle im Länderdreieck

lo-bloc-logoMit viel Herzblut und Fachwissen konzipierten Markus Matt und Arne Sauer LÖ bloc – DIE Boulderhalle im Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Frankreich. Nach nur 11 Monaten Bauzeit wurde LÖ bloc mit großem Erfolg im September 2016 eröffnet. Auf über 1.200 m2 werden mehr als 300 verschiedene Klettertouren mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden angeboten. Durch verschiedene Themenbereiche und Schwerpunkte kommt jeder auf seine Kosten.

Wettkampfkalender 2017

Wettkampfkletterer und -Innen aufgepasst die Termine und Austragungsorte der nationalen Meisterschaften 2017 stehen nun fest. Christoph hat aber mit euch Erbamen, denn bis zum Juni sollten die Erwachsenen und all diejenigen die starten möchten, die Weihnachtsgans schon wieder drunten haben.

National:

• 04.-05.06.2017 – Deutsche Meisterschaft (B) / Berlin
• 04.11.2017 – Deutsche Meisterschaft (L) / Hilden
• 22.07.2017 – Deutsche Meisterschaft (S) / Saarlouis
• 04.03.2017 – Deutscher Jugendcup (B) / Dresden
• 06.05.2017 – Deutscher Jugendcup (B) / Kaiserslautern
• 20.05.2015 – Deutscher Jugendcup (B) / Zweibrücken
• 08.07.2017 – Deutscher Jugendcup (L) / Reutlingen
• 24.06.2017 – Deutscher Jugendcup (L) / Hilden
• 25.06.2017 – Deutscher Jugendcup (S) /Hilden
• 22.07.2017 – Deutscher Jugendcup (S) /Saarlouis
• 07.10.2017 – Deutscher Jugendcup (L) /Brakel

insg. 8 Termine mit Gesamtwertung, aus derer die Deutschen Meister hervorgehen

International
• 18./19.08.2017 – IFSC World Cup (B) / München

Verpasst nicht La Sportiva Legend Only 2017

Am Samstag, den 26.11.2017 ist es ab 18 Uhr wieder so weit. Bjorn Pohl und das Stockholmer Klättercentret Akalla sind einmal mehr die Gastgeber des legendären La Sportiva Legends Only. Wie schon angekündigt, lassen sich Bjorn und Co auch dieses Jahr nicht lumpen und haben neben Alexander Megos auch Jongwon Chon, Rustam Gelmanov, Kokoro Fujii,  Tomoa Narasaki, und Jimmy Webb eingeladen. Spannung ist somit garantiert!

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Video-Link: https://youtu.be/n7WtKM-Eyrk?t=26s
    Text: Kletterszene Quelle: Stafan Glowacz Facebook, Chris Sharma Instagram Foto: Daniel Jung,  Heinz Zak, Patagonia, LöBloc
  • Beitragsdatum 23. November 2016