Um dem Winter in Deutschland zu entfliehen, ging es Ende Januar für zwei Wochen nach Gran Canaria, um die Bouldermöglichkeiten der Insel zu erkunden. Im Moment gibt es nur wenige Infos über die Gebiete und so war es für uns eine Fahrt ins Blaue. Quasi. Denn kaum gelandet, begrüßte uns die kanarische Sonne und wir bezogen unsere Wohnung in einem ruhigen Tal mit Blick auf den großen Atlantik.

Oberhalb von Mogan, eingepfercht zwischen den orange/braunen Bergen, liegen in den meist ausgetrockneten Flussbetten die Basaltblöcke des wohl größten Bouldergebiets der gesamten Kanarischen Inseln. In wilden Kurven schlängelt sich die Straße das Tal nach oben und ermöglicht es so, von verschiedenen Parkplätzen aus, die unterschiedlichen Sektoren mit ihren perfekten Linien zu erkunden. Die mittlerweile über 500 Probleme bieten allerlei Variationen des Bouldersports. Von steil ist geil bis Schiebeliebe auf der Platte ist alles vorhanden. Oftmals ist das Gelände sehr verblockt und für Familien mit kleinen Kindern nicht zu empfehlen. Durch die Lage der Blöcke im Flussbett sind herrliche Griffformen entstanden, die oftmals an das Tessiner Bouldergebiet Brione erinnern.

Da Mogan noch ein recht unbekanntes Gebiet ist, das immer weiter erschlossen wird und zu dem es noch keinen Boulderführer gibt, ist es von Vorteil kontaktfreudig gegenüber den spanischen Locals zu sein, die nahezu täglich mit ihren Hunden zwischen den Blöcken umherspringen. Sie scheuen keine Mühen um einem das Gebiet zu zeigen und auch zusammen loszuziehen, was in dem teilweise verblockten Gelände für mehr Sicherheit sorgt. Vorsicht: Die Kraft der Spanier scheint unendlich und verleitet einen selbst dazu, alle schweren Sachen mit anzutesten. Was meist dazu führt, dass nach ein bis zwei Tagen die Fingerspitzen rosa werden und auch der restliche Körper nach einem Ruhetag schreit.

An Ruhetagen besteht die Möglichkeit schöne Tagestrips ins Landesinnere zu unternehmen oder am Strand abzuhängen. Hier findet eigentlich jeder seinen passenden Ausgleich.

Außer dem Bouldergebiet von Mogan gibt es noch weitere Spots, die sicherlich einen Besuch wert sind; leider haben wir es in der kurzen Zeit nicht geschafft, sie zu besuchen.

Wenn ihr jetzt feuchte Finger bekommen habt und eine Reise dorthin plant, solltet ihr euch mindestens im oberen 6. Franzosengrad bewegen, um richtig Spaß zu haben und viel bouldern zu können.

Kommentare

  1. Steffen | | Antworten

    Applaus an die Filmemacher. Superschön.

  2. Michael | | Antworten

    schönes Video – aber sag mal der Text ist doch 1zu1 aus dem Klettern Ausgabe 8/15 ?

  3. Krumi | | Antworten

    Habt Ihr eventuell Tips, wo man auf der Insel Boulder Matrazen mieten kann?

Kommentieren

Hinterlasse eine Antwort

Anti-Spam. Bitte rechne das Ergebnis aus. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.