Immer wieder diskutiert bzw. in den Mund genommen. Ethik als Denksystem, welches definiert was gut und was „böse“ ist, d.h. was darf man tun und was nicht.

Eindeutig unter die Kategorie: „Das soll man nicht machen!“ fallen, um wieder auf die Kletterer zu sprechen zu kommen, zum Beispiel:

  • fremde Projekte klettern (meistens markiert mit einem Stück Reepschnur an einer der ersten Bohrlaschen, sogenannt „Projektschlinge“)
  • Griffe in Kletterrouten oder Boulder „chippen“, d.h. die Griffgröße oder auch die Oberflächenbeschaffenheit zu verändern
  • Fremde/fixe Expressschlingen „aus Versehen“ mitnehmen
  • Fremde Routen wieder abbauen, sprich die Bohrlaschen und/oder Stände entfernen

 

Nachdem im Frühjahr 2010 bereits Schlingen (5 Stk. Camp (blau/silber)) aus der „Honeymoon“ im Bereich Vomperbach entwendet wurden, kam es in der vergangenen Woche erneut zu zwei „Vergehen“ der oben Angeführten. In der im vergangenen Herbst von Mike Zach und mir eingerichteten Wand im hinteren Teil der Vomperbach Klamm, mit sechs neuen Linien im Bereich 7a+ bis 8a und einer kurzen Aufwärmtour direkt neben dem Bach, wurden sowohl Expressschlingen gestohlen, Bohrlaschen entfernt, als auch ein Stand demontiert.
Aus der Tour „Just another walk on the moon“ wurden Jan ca. 8 Expressschlingen und aus dem Projekt “Angels teardrops“ wurde 5 Schlingen von Mike gestohlen. Aus der Aufwärmtour „Dirty Diana“ wurde der Stand entfernt und aus „Just another walk on the moon“ die meisten Bohrlaschen. Weiters wurden aus einer Tour weiter hinter dem Geschiebe ebenfalls Bohrlaschen und Expressschlingen gestohlen.

Den werten „Kletterkollegen“, welche das gesamte Material sicherlich nur „aus Versehen“ mitgenommen haben, sei zu sagen:

Den Schlingen, Laschen und Ständen wird nicht so leicht zu kalt, die Nässe ist ihnen über eine lange Zeit auch egal und Einsamkeit empfinden sie auch nicht. Sehr wohl einsam fühlen sich die zurückgebliebenen Schlaganker, diese sehnen sich nach ihren Laschen und Schlingen.
Tut uns, Euch und allen Kletterern den Gefallen, bringt das gesamte Material zurück, deponiert es an der Wand oder stellt selbst den Originalzustand wieder her. Damit auch weiterhin die tollen Linien geklettert werden können, werden Mike und ich neue Laschen und Stände in die Touren montieren, immer in der Hoffnung, dass es nicht erneut zu solchem Vandalismus kommt.

Für Hinweise (oder Kommentare) könnt ihr euch gerne an Mike Zach (mike.zach@hotmail.com) oder an mich (p.wergles@gmx.at) wenden.

Kommentare

  1. Egin | | Antworten

    Das stehlen von Material ist wirklich unter aller Sau aber bemüht euch bitte um korrektes Deutsch, den es müsste eigentlich „Ethik unter Kletterern“ heissen.

    • Philipp | | Antworten

      Danke Egin, selbst nach 100 Kontrollen ist noch ein Fehler übrig,…. P.S. es müsste heißen: „….Deutsch, denn es ….“
      *lol*

      SG

  2. klettervirus | | Antworten

    Da gab es auch mal ein eindrucksvolles Video von nem sehr professionell zu Werke gehenden Expressen-Dieb in Yosemite. Damals dachte ich noch sowas wie „jaja, die bekloppten Amis“. Bleibt nur zu hoffen, dass es in diesem deutschen Fall tatsächlich Unwissenheit war. Sonst mache ich mir Sorgen um unseren Sport….Oder ist das Folge der steigenden Popularität des Kletterns? Funktioniert Ethik und Moral (von Dankbarkeit gegenüber den fleißigen Erschließern neuer Touren ganz zu schweigen) nur in kleinen Gruppen?
    Ich hoffe für Euch und für den Kletterport, dass Ihr Euer Material zurück bekommt. Danke für Euren Beitrag für den Sport!

  3. Material | | Antworten

    Die Hersteller müssen ja auch überleben…oder?

  4. David | kletterblog.info | | Antworten

    Das klingt aber eher nach Vandalismus als nach Diebstahl – handelt es sich evtl. um ein sensibles Gebiet? Naturschutzhinweise in der Nähe?

  5. Stefan1 | | Antworten

    Sehr übel sowas. Es gab mal eine Zeit da hat man den Dieben den kleinen Finger als Warnung vor weiteren taten abgehackt. Heute erzeugt die allzu soziale Gesetzgebung immer mehr solcher Taten, denn die Bestrafung, wenn man erwischt wird, ist ja kaum abschreckend. Ich hoffe ihr bekommt euer Material wieder und Danke für eure Arbeit.

  6. Bert | | Antworten

    Jungs, mal ganz im Ernst: Exen lässt man auch nicht hängen. Ich lass meine Geldtasche am Abend auch nicht in der Kneipe liegen, weil ich den nächsten Tag wieder hingehe. Das gilt für Crashpads und Seile ebenso. Und das hat aus meiner Sicht nichts mit Ethik oder so zu tun, das ist einfach fahrlässig bzw. blöd.

    Zum Bolt´s, Laschen und Stände abschrauben: da könnte man auch mit einem einfachen Hammerschlag die Schraube so deformieren, dass es niemand mehr abbauen kann.

    Wenn ihr allerdings jemandem sein Projekt geklaut oder eine alte Tour „erstbegangen“ und „saniert“ habt oder in einem ökologisch sensiblen Gebiet unterwegs seid – dann braucht ihr euch aber auch nicht zu wundern.

  7. chris [www.kletterfieber.net] | | Antworten

    Bert: Das ist nicht dein Ernst, oder?

    Ich finde das auch eine Unverschämtheit, wenn Leute sich am Material anderen bedienen und zusätzlich auch noch Laschen etc. abbauen. Wenn es nicht gerade im Naturschutzgebiet ist und es Gründe für eine Sperrung gibt (von der hätten die beiden sicher erfahren), dann lässt man die Finger von fremdem Material.
    Abgesehen davon, dass man es nicht tut, würde ich auch nicht das Material verwenden wollen, von dem ich nicht weiss, was damit passiert ist.

  8. Olli | | Antworten

    Ich erinnere mich noch an Zeite, als man in Buoux oder der Frängggischen Exen und Seile wochenlang hängen lassen konnte. Diese Zeiten sind lange vorbei. In Franngggn werden seit Jahren auch die ältesten Schrottkarabiner in kürzester Zeit eingesackt, selbst wenn der Weg dahin mit ewiger Lauferei und Abseilerei verbunden ist. Und wenn ich mir das Verhalten der Kletterer sonst so betrachte, fällt mir der Wunsch nach Respekt vor den Exen anderer erst relativ weit hinten auf der Liste der Antideppenverhaltensvorschläge auf. Daher finde ich den Einwand von Bert verständlich, denn warum sollen Kletterer bessere Menschen sein?

  9. Bert | | Antworten

    Doch, Jungs – das meine ich ernst: Ich lasse meine Exen nirgends hängen. Ist mir zu riskant. Ich hab zwar schon paar mal mein Chrashpad am Berg gelassen, aber gut versteckt.

    Sagt mir doch mal ein paar Gründe, wieso ihr euer Material im Wald unbeaufsichtigt liegen lassen wollt und meint, dass in den Bergen das Sprichwort „Gelegenheit macht Diebe“ nicht gilt. Das Fahrrad würdet ihr doch auch nicht im Wald unangeschlossen lassen, oder?

    Klar macht man es nicht. Aber offensichtlich kommt ja doch hin und wieder Material abhanden. Kannste hier rum lamentieren oder draus lernen und das nächste mal nichts liegen lassen.

  10. Philipp | | Antworten

    @David,
    Es handelt sich um kein Naturschutzgebiet, die Wand befindet sich auch nicht auf Privatgelände, In der betroffenen Wand war schon eine Linie gebohrt, nach dem Abriss eines Materialhauses wurde der weitere Wandteil erst zugänglich und befindet sich neben einem öffentlichen Wanderweg.

    @Bert,
    Ich stimme dir bis zu einem gewissen Grade zu, Gelegenheit macht wirklich Diebe. Allerdings ist die leichteste Tour in der Wand eine 7a+, d.h. es kommt nicht jeder „Dahergelaufene“ überhaupt zur Gelegenheit die Schlingen zu stehlen. Weiters muss zum Abbau der Laschen bzw. Stände neben der normalen Kletterausrüstung (Seil, Gurt,….) auch noch ein entsprechender Maulschlüssel mitgenommen werden. Das macht zusammengerechnet einen Kletterer, der den Schwierigkeitsgrad 7a+ klettern kann und selber Erfahrung mit dem Einrichten von Neutouren hat. Von so einer Person erwarte ich sehr wohl etwas Respekt vor der Arbeit anderer und auch vor deren Material.

  11. Till | | Antworten

    Leider ist es mittlerweile auch nicht mehr selbstverständlich, dass Projekte respektiert werden, sprich: Nicht geklettert werden, obwohl eindeutig gekennzeichnet. Und das in Gebieten (Kochel) und Sektoren, wo ganz eindeutig keine Hallenamateure rumgeistern, sondern erfahrene, fels-sozialisierte Kletterer. Projektschlingen bringen leider nicht mehr viel..

  12. Gerald | | Antworten

    Vorneweg: Diebstahl ist das absolut letzte. Laschen zu klauen, ist Diebstahl an der Allgmeinheit und Vandalismus obendrein.
    Was Exen betrifft: es wird weltweit immer krasser, wie viele Routen mit Exen behangen bleiben. Klar, wenn man ein Projekt am Leistungslimit im Dachbereich hat, möchte man nicht immer wieder die Schlingen neu einhängen müssen. Wenn sie aber schon in der Warmklettertour belassen werden…
    In meinen Augen sind Dauerexen auch ein wenig optische Umweltverschmutzung und es gibt bestimmt Naturschützer, die sich daran reiben. Ich bin deshalb der Meinung, dass man seine Exen so weit wie möglich nach dem Klettern wieder mitnehmen sollte.
    Was natürlich nicht heißt, dass Diebstahl tolerierbar ist. Wer so einen Typen erwischt, sollte ihn in den Magnesiabeutel sperren, und zwar lebenslänglich :-)

  13. Steffen | | Antworten

    Das steheln von Laschen ist natürlich mehr als fraglich.
    Das abnehmen von Exen hat meiner Meinung nach jedoch mehr als sinn!
    Wie oben bereits gesagt: Wer klettert bitte an Schlingen, von denen er nicht sagen kann, was mit diesen schon geschehen ist?
    Dazu folgender Link:
    http://www.bergsteigen.at/de/Bericht.aspx?ID=12905

    Ich selbst lasse 95% aller Exen hängen, habe allerdings selbst schon sehr fragliche Exemplare abgenommen und meist mit Zettel versehen sichtbar verstaut.
    Ich bin mir allerdings sicher, dass diese auch relativ zügig entweder wieder hingen oder entwendet wurden.
    Daher meine Meinung:
    Einbohren ja, Exen für eigene Projekte einige Tage hängen lassen vielleicht, Routen dauerhaft mit Exen ausstatten: Nein.

  14. Werner | | Antworten

    @Till- Ich kenne mich bei „Ehrenkodex“ der Kletterer nicht aus und verstehe nicht, warum ein „gekennzeichnetes Projekt“ nicht von anderen geklettert werden soll oder darf! Außer die Wand oder der Boulder ist in Privatbesitz des Erbauers. Ich bitte um Aufklärung!

  15. Werner | | Antworten

    Und gleich noch eine Bemerkung. Bei der Durchsicht der schönen Bilder sind mir die hässliche Magnesiaflecken auf den Wänden und Felsen aufgefallen. Eure Passion stört eventuell die anderer, z.B. von Fotografen, für die diese Motive zerstört sind. Dann von Ethik zu sprechen ist schon etwas sonderbar und eher mit Egoismus zu bezeichnen. Als nehmt euch nicht so wichtig und denkt über den Klettertellerrand hinaus!

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