Tegernsee lädt zum Internationales Bergfilmfestival 18.10. bis 22.10.

Über 90 neue Bergfilme aus aller Welt sind beim 15. Bergfilm-Festival in Tegernsee im Oktober zu sehen. Gerade rechtzeitig bringt das neu erschienene Programmheft Farbe in die ersten grauen Herbsttage.

Die Sommerhitze ist davongeweht, der Herbst hat Einzug gehalten. Herbstzeit, das bedeutet am Tegernsee nicht nur „Bergzeit“ – so übrigens auch der Name des neuen Titelsponsors des Festivals –, sondern seit inzwischen 15 Jahren auch Bergfilmzeit. Wenn Produzenten aus aller Welt im Oktober die 93 besten Bergfilme an den Tegernsee bringen, darf sich jeder auf intensive Bilder in Einsamkeit und Stille, Szenen voller Action und tief berührende Momente in den Kinosälen freuen. „Draußen“ bestimmen familiärer Charme und oberbayerische Beschaulichkeit die Szene vor der herrlichen Bergkulisse des herbstlichen Tegernsees: Zeit für Begegnungen im „Gipfeltreff im Forum“ im Rathaus, auf der Straße, einfach am See oder bei einer kurzen Tour hinauf zu den Gipfeln.

Bevor es so weit ist, sollte man die ersten grauen Tage schon jetzt nutzen, um sich ins neu erschienene Programmheft zu vertiefen oder im Internet auf der neuen Homepage unter bergfilm-tegernsee.de Lieblingsfilme aufzuspüren und sich sofort online Karten zu sichern.

Zu entdecken gibt es begeisternde bergsteigerische Glanzleistungen und nachgestellte historische Bergdramen, die spannend, aber nicht sensationsheischend, inszeniert sind. Bei atemberaubenden Kletterfilmen überraschen die Produzenten mit ganz unterschiedlichen Blickwinkeln, Geschichten und neuen Gesichtern – mit spektakulären Bildern sowieso. Gleich mehrere hervorragende Skifilme setzen einen weißen Akzent – ebenso wie die Retrospektive mit Fuzzy Garhammer. Alpine Tierfilmer faszinieren mit ihren großartigen Aufnahmen und mit berührenden Schicksalen.

Und wer wird wohl in diesem Jahr mit dem Großen Preis der Stadt Tegernsee ausgezeichnet? Wer darf den DAV-Preis für den besten Alpinfilm oder den Bergzeit-Preis für den besten Film der Kategorie Naturraum mit nach Hause nehmen? Die Entscheidung bleibt der hochkarätigen internationalen Jury vorbehalten – außer beim Publikumspreis: Hier darf im Herbst wieder jeder Besucher seine Stimme in die Waagschale werfen!

 

Highlights des Internationales Bergfilm-Festival Programm

The Art of Climbing

Die Route „Headless Children“ im Rätikon führt durch den steilsten und spektakulärsten Teil der Scheienfluh. Kalkformationen und Farben dieser Felsmauer wirken auf manchen Betrachter wie ein modernes Kunstwerk: „Du fühlst dich, als würdest du in einem Gemälde klettern“, sagt Kilian Fischhuber, als er versucht, mit atemberaubender Kletterkunst die selten begangene Route im 10. Schwierigkeitsgrad zu meistern. Gleichzeitig greift ein ganz anderer Künstler zu Farbe und Pinsel.

 

Generations of Freeskiing

Mark von Roy ist ein Ski-Freak und Filmemacher. Er taucht in die Geschichte des Ski-Freestyle ein und entwickelt ein Konzept für einen History-Clip. Das ist ohne die Freestyle-Legende Fuzzy Garhammer vor der Kamera nicht zu machen – und ohne seine beiden Söhne Max und Moritz dahinter auch nicht.
 

Still alive – Drama am Mount Kenya

Am 5. September 1970 beginnen Oswald Oelz und Gert Judmaier den Abstieg vom Mount Kenya. Ein Stein bricht aus und Judmaier stürzt in die Tiefe. Mit einem offenen Unterschenkelbruch bleibt er liegen, Hoffnung auf Rettung gibt es kaum. Doch mit einer damals unvorstellbaren transkontinentalen Rettungsaktion gelingt es, Judmaier nach sieben Tagen lebend zu bergen. 45 Jahre später kehren die Beteiligten an den Mount Kenya zurück.
 

Tupendeo – Ein Berg, zwei Geschichten

Bei der Erstersteigung des rund 5700 Meter hohen Tupendeo im indischen Teil Kaschmirs stoßen Stephan Siegrist, Thomas Senf und Dres Abegglen 2015 auf ein Rätsel: Sie finden eine Seilbremse, doch kurz vor dem Gipfel enden die Spuren bergsteigerischer Aktivitäten. Auf Nachfrage erinnern sich die Einheimischen dunkel an einen Unfall, bei dem ein britischer Alpinist am Tupendeo schwer verletzt worden war. Der überraschende Fund am Berg lässt dem Schweizer Trio keine Ruhe, und sie begeben sich auf eine spannende Recherchetour.
 

Boys in the Bugs

Matt Segal und Will Stanhope fühlen sich magisch angezogen von den härtesten Rissklettereien der Welt. Um Halt zu finden, quetschen sie ihre schon blutigen Hände und Füße und was sonst noch möglich ist, in jeden winzigen Spalt. Sie pfeifen auf Diäten und Trainingspläne, greifen auch mal zur Whiskeyflasche und strotzen vor Kraft und Lebensfreude. In Kanada finden sie in den berüchtigten Bugaboo Mountains die ultimative Herausforderung: ein langer, schmaler Riss, in den kaum die Fingerspitzen hineinpassen.
 

Mit Tourenski durch die wilde Dauphiné

Die Dauphiné mit der Barre des Ecrins (4102 m) ist eine der wildesten Gebirgsgruppen der Alpen. Der Garmischer Arzt und Bergführer Ulli Steiner hat hier gelebt. Mit dem ehemaligen Weltcup-Skirennfahrer Michel Canac, der heute Bergführer ist und mit Vorliebe Steilflanken befährt, bricht er zu einer ehrgeizigen Skitour rund um die fast 4000 Meter hohe Meije auf, den bekanntesten Gipfel der Dauphiné. Doch die Wetteraussichten sind bescheiden…
 

Young Guns

Es ist fast wie eine Begegnung mit der Zukunft: Die 2001 geborene Ashima Shiraishi und der gut ein Jahr ältere Kai Lightner sind die Vorreiter einer neuen Klettergeneration. Die New Yorkerin Ashima hat bereits Rekorde gebrochen, ebenso wie Kai, der einer der wenigen afroamerikanischen Kletterer ist, die es ganz nach oben geschafft haben. Doch in Norwegen müssen die beiden in schwierigsten Routen zuerst einige harte Lektionen lernen, bevor sie noch höher kommen können.

 

Brette

Die 24-jährige Brette Harrington beeindruckt derzeit in der Kletterszene. Von überhängenden Freiklettereien bis zu langen alpinen Solotouren brilliert sie in allen Sparten. Ihren Lebensweg bestimmt die Suche nach Abenteuern, er führt sie zu Eisfällen in den kanadischen Rocky Mountains, zu den Bigwalls im Yosemite und ins Mekka der Alpinkletterer rund um den Cerro Torre in Patagonien.
Peter Mortimer erhielt 2011 den Preis für den besten Alpinfilm.
 

Common Ground – The North Face Siberian Expedition

Die Extremkletterer Hansjörg Auer, Jacopo Larcher, Siebe Vanhee sowie die Brüder Iker und Eneko Pou suchen in der Region Chukotka in Sibirien nach neuen Herausforderungen. Jeder von ihnen hat seine ganz besonderen Vorlieben und Stärken, allen gemeinsam ist jedoch die unbändige Leidenschaft, schwierige Bigwalls zu durchsteigen. Dabei begegnen die Spitzenkletterer völlig neuen Schwierigkeiten, wie zum Beispiel Moskitoschwärmen und dichtem Nebel.
 

Riders on the Storm

Im Jahr 1991 gelingt die erste Durchsteigung der Route „Riders on the Storm“ am Torre Central im patagonischen Torres-del-Paine-Nationalpark. 25 Jahre später versuchen sich Ines Papert und Mayan Smith-Gobat an der ersten freien Begehung der Route. Ein Vergnügen wird diese Herausforderung nicht.

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