Professionalität und Massensport
Für die erwähnten Spitzenleute des Klettersports wurde die Mittelgebirgskletterei im Jura bereits wieder zum Selbstzweck und wird als eigenständige alpine Disziplin anerkannt. Die für Bergsteiger primär interessanten Alpentouren sind für sie unwichtig geworden, weil dort Anstiege im IX. oder X. Schwierigkeitsgrad (noch) nicht möglich sind.
Der Trend geht zum absolut leistungsbezogenen Rekordklettern. (1980 nahmen fränkische Kletterer, wie K. Albert, A. Engelhardt, N. Bätz, an den UdSSR-
Schnellkletterwettbewerben, im Jaltagebirge teil).
Eine Gruppe fränkischer Kletterer (W. Fietz, N. Bätz, P. Kubis) betreibt seit Kennenlernen ab 1977 in den USA “Bouldern” (schwierigstes Klettern entweder in Sprunghöhe oder mit Seilsicherung “von oben”), und “Bouldering” (Gebäudeklettern) als eigene, ebenfalls rein leistungsbezogene Disziplin des Klettersports. Bei dem hierfür notwendigen Aufwand, wie asketischer Lebensweise und täglichem mehrstündigen Training führt diese Richtung zweifellos zur Professionalität.
Gleichzeitig wurde die Freizeitaktivität Bergsteigen inzwischen zum “Massensport”. DAV und verschiedene Sporthäuser bilden in “Kletterkursen” vielfältig Teilnehmer jeden Alters in jeder alpinen Disziplin aus.
Die Mehrheit der fränkischen Bergsteiger betreibt die Kletterei im “klassischen Sinn” bis zum IV. Schwierigkeitsgrad und benützt den Frankenjura weiterhin als “Klettergarten” für Alpenfahrten.
Aus: Fränkischer Bergsteiger Bote 119. S. 52. 1984
Quelle: IG Klettern
Ähnliche Beiträge:
- Ideologie und Bergsteigen Fränkischer Bergsteiger Bote 1984 Was in der “historischen Entwicklung der...
- Die neue Aera der Freikletterei [Rotpunktklettern] Fränkischer Bergsteiger Bote 1984 “Rotpunkt zu Beginn eines Kletterweges bedeutet,...
- Der Bergsteiger Walter Nones verunglückt am Cho Oyu [Himalaya] Nach Angaben von Welt-online.de und der Homepage von Walter Nones...
- Die Kletterkommune “Roter Stern” informiert: Aus: 50 Jahre Fuchsenstana. 1972 TOURISTEN … die Verfassung des...
- Das CLIMB Magazin wird eingestellt Die folgende E-Mail verschickte die Redaktion des CLIMB! Magazins: Liebe...

7. Januar 2010 um 09:28 Uhr
Mal wieder eine treffende Vorhersage! Da sieht man auch, dass das, was Mammut uns jetzt als “Urban Climbing” vermitteln/verkaufen will, schon seit anno dazumal auch begrifflich existiert..