Pete Whittaker wiederholt Freerider am El Capitan „solo“ und Edu Marin klettert Tarragó Plus (8c, 6SL)

Pete Whittaker klettert Freerider am El Cap „solo“

Pete Whittacker, Brite und Teil der Wide Boyz, hat ja in den vergangenen Monaten immer wieder für Aufsehen gesorgt, vor allem in Nordamerika, wo die Jungs antraten mal eben die schwersten Risse des Landes zu wiederholen. Das ist auch weitgehend passiert und hat für einige offene Münder gesorgt. Aber wie das auf so langen Reisen so ist, mal ist man in der Gruppe, manchmal alleine unterwegs. Und so verfeinerte Pete auch seine Solo-am-Seil-Technik, vor allem in Bezug auf Geschwindigkeit und Handling. Das machte er aber nur im August, im Vorfeld hat sich das ganze im Interview bei UKC noch so angehört:

When I left for Squamish I was confident at leading single pitch routes, but I’d never done more than one pitch in a row.
I’m pretty good at visualising how things will work, so before going to Squamish, my rope soloing multi pitch training was all done in my head. I just basically visualised how I would do every single bit of the process, down to the point of working out which order all the screw gates would be open and closed. I tried to create the most efficient system I could think of, adapting what I had read and incorporating some of my own ideas as well. When I was happy with my system, I repeated it over and over and over again in my mind. When I left to get on the plane I could climb a multi pitch route really well…in my head.

Das ganze hat dann in Kanada im August den bisherigen Höhepunkt gefunden. Dort verknüpfte er drei Routen am etwa 700 Meter hohen Squamish Chief in knapp 15 Stunden: Freeway (5.11c), Milk road (5.11d) und The Grand Wall (5.11a) allesamt absolute Klassiker in dem Wandteil, aber sicher nicht gedacht sie alleine an einem Tag zu machen.

Aber wenn man schon mal in Nordwesten des Kontinents ist, dann kann man ja auch gleich mal ins Mekka des Bigwall-Kletterns, in das, etwa 1000 Meilen südlich gelegene, Yosemite Valley fahren. Und dort hat Pete dann sein gesamtes Wissen und seine Willensstärke in Freerider (5.12d / 37SL) gepackt und kletterte die Route als Erster frei und alleine in der Wand und von unten und ohne Sicherungspartner in etwa 20 Stunden.

Oben angekommen meinte er: „I was pretty knackered at the top. It was difficult to do all the rope logistics, handling, cleaning and jumaring whilst climbing trickyish pitches. I was just psyched to climb a wall by myself and top out on my own, it felt like I’d worked hard…and I like working hard!“ (UKC)

Selbstsicherungsguru Andy Kirkpatrick („I think that maybe [rope soloing] the highest test of a climber, requiring everything you have (physical, emotional, mental as well as skill wise), and also the most rewarding.„) meinte dazu auf Twitter: „What a legend!“

Dem können wir uns nur anschließen, krasse Leistung!

Edu Marin wiederholt Tarrago (8b+) und „verkürzt“ sie auf 8c

Edu Marin, der im Sommer schon eine kleine Sensation vollbrachte, indem er WoGü als Erster wiederholte, ist momentan wieder in seiner spanischen Heimat zu Gange und hat sich dort das etwa 50km von Barcelona entfernte Gebiet Montserrat ausgesucht, um mal wieder eine der dezent schwereren Routen zu wiederholen. In dem Fall geht es um Tarragó (8b+, 240m), die um die 2000er von David Tarragó eingebohrt wurde und erst 2013 von den Pou-Brüdern befreit wurde. Scheinbar hat Edu eine Affinität zu Routen, die irgendwann eingebohrt wurden, aber selten/nie geklettert wurden und wie bei der WoGü war auch hier sein Papa der Seilpartner. Und eben dort, nämlich in Montserrat, hat Papa Novato vor 45 Jahren selber das klettern angefangen. Und wie der Oide, so auch der Sohnemann…

Auf jeden Fall hat Edu sich Anfang Oktober die erste Wiederholung von Tarragó (8b+) gesichert, nur um dann aber ein paar Tage später zu beschließen „da geht noch mehr“ und hat kurzerhand eine Variation davon gemacht, die in der Route zwei Seillängen verbindet und somit eine 8c draus wird. Wenn’s läuft, dann läuft’s. Da kann man jetzt wahrscheinlich drüber streiten, ob 55m Seilzug und das Weglassen eines Standplatzes gleich die Schwierigkeit um einen Grad erhöht, aber da wir wahrscheinlich nie in den „Genuss“ davon kommen werden, lassen wir das mal so stehen. Sein Hintergedanke war auf jeden Fall beim Zusammenhängen von Seillänge 4 (8a) und 5 (8b+), daß der Standplatz eh mitten in der Schlüsselstelle ist und man genauso gleich drüber klettern kann. Damit kommt man dann aber eben mit dem ganzen Seilgedöns direkt in die schwerste Seillänge der Route. Ob da die Eingangs erwähnte persönliche Bezug zu Montserrat eine Rolle gespielt hat eine 8c draus zu machen? Keine Ahnung, aber eine Leistung ist es auf jeden Fall und Tarrago Plus (8c) gehört somit auch zu den schwersten Mehrseillrouten der Welt.

 

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