Jan Hojer klettert ganz knapp am Finale des IFSC Boulder Weltcup in Tai’an vorbei

Zum ersten Mal richtete die chinesische Millionenstadt Tai’an am vergangenen Wochenende einen Speed- und Boulderweltcup aus. Die Bedingungen an der eigens errichteten Outdoor-Boulderwand wurden durch heiße Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit erschwert. Mit glühenden Schuhen und schwitzenden Händen fühlten sich die ohnehin schon anspruchsvollen Boulder noch härter an – trotzdem gaben die Athletinnen und Athleten alles um einen der begehrten Finalplätze zu ergattern.

Die deutschen Jungs schlugen sich in den Qualifikationsbouldern nicht schlecht: Alle konnten mindestens einen der Boulder toppen. Moritz Hans, Max Prinz, Kim Marschner und Alexander Averdunk schafften jeweils drei Qualifikationsboulder, Jan Hojer und Yannick Flohé sogar vier. Philipp Martin war in Meiringen im April zum ersten Mal bei einem Boulderweltcup gestartet und konnte sich bei seinem zweiten Boulderweltcup überhaupt in Tai’an mit Platz 63 schon um einige Platzierungen verbessern. Auch Alex Averdunk kämpfte sich mit Platz 41 im Vergleich zum letzten Boulderweltcup um über 20 Platzierungen nach vorn. Sein bisher bestes Ergebnis der Saison hatte er aber bei der zweiten Station in Moskau mit Platz 35 erreicht.

Yannick Flohé dagegen fiel in Tai’an gegenüber seinen bisherigen Leistungen etwas zurück. Sowohl in Moskau, als auch in Chongqing hatte er es unter die Top 20 geschafft. In Tai’an blieb es leider nur bei Platz 27.

Erster Weltcup-Sieg für Alex Khazanov

Einen sensationellen Wettkampf legte Alex Khazanov an den Tag. Seit 2014 nahm der Israeli an Boulderweltcups teil, in Tai’an schaffte er es zum ersten Mal überhaupt bis ins Finale – und gewann. Und das, obwohl er es sich eigentlich nur zum Ziel gesetzt hatte, ins Halbfinale zu klettern. Im Finale entschied sich das Podium am letzten Boulder, der mit einem wackligen Zug um eine Kante begann und über zwei große Sloper zum Topgriff führte. Nur Alex Khazanov gelang der schwierige Zug zum Top, alle anderen Finalisten ließen den Boulder ungeklettert zurück.

Das Podium vervollständigten die beiden Slowenen Jernej Kruder (Silber) und Gregor Vezonik (Bronze). In der gleichen Kombination hatten die zwei auch schon in Moskau auf dem Treppchen gestanden. Kruder hat mit seinem Sieg in Meiringen in dieser Saison außerdem schon eine Goldmedaille in der Tasche. Mit dieser Medaillensammlung hält er sich momentan noch auf dem ersten Platz des Gesamtrankings.

 

Die DAV-Mädels verpassen die Top 20 knapp

Alma Bestaver, Lilli Kiesgen und Afra Hönig konnten ihre Leistungenvom Boulderweltcup in Chongqing leider nicht toppen. Afra Hönig erreichte mit zwei Tops und fünf Zonen Platz 31 in Tai’an – immerhin ihr zweitbestes Ergebnis bei einem Boulderweltcup in dieser Saison. Lilli Kiesgen hatte sich bisher auf den Plätzen 16 bis 21 gehalten, in Tai’an kam sie „nur“ auf Platz 25. Mit drei Tops und vier Zonen hätte sie ein Top mehr benötigt, um ins Halbfinale vorzurücken. Alma Bestaver hatte in Chongqing bereits den Sprung ins Halbfinale geschafft, in Tai’an verfehlte sie dieses Ziel leider ganz knapp mit Platz 23.

Team Japan bei den Damen erneut ganz vorn

Das Podium der Damen wurde einmal mehr von den Athletinnen des japanischen Teams angeführt. Miho Nonaka und Akiyo Noguchi sind in diesem Jahr nicht zu schlagen und haben auch diesmal die ersten beiden Plätze wieder unter sich ausgemacht. Miho Nonaka hat in Meiringen ihren ersten Boulderweltcupsieg seit 2016 gefeiert, aber in den darauffolgenden Stationen kam sie nicht mehr über den zweiten Platz hinaus. So auch in Tai’an, wo sie sich ihrer Teamkollegin Akiyo Noguchi knapp geschlagen geben musste. Beide legten im Finale eine eindrucksvolle Leistung an den Tag. Mit jeweils vier Tops waren sie ihren Konkurrentinnen weit voraus. Vor allem Akiyo Noguchi ließ schon in den Vorrunden keinen Boulder ungeklettert und erreichte auch im Finale jedes einzelne der vier Tops – und das in insgesamt nur fünf Versuchen. Die 28-Jährige hat in ihrer Boulderkarriere schon zweimal den Boulderweltcupgesamtsieg eingefahren und ist in dieser Saison auf dem besten Weg dazu, die Wettkampfserie zum dritten Mal zu gewinnen.

Dritte wurde die Französin Fanny Gibert. Für sie war die Bronzemedaille ein riesen Erfolg und ihr bestes Boulderweltcup-Ergebnis seit ihrer Silbermedaille in München 2015.

 

Ergebnisse des IFSC Boulder Weltcup in Tai’an (CHN) 2018


Damen:

1 NOGUCHI Akiyo JPN
2 NONAKA Miho JPN
3 GIBERT Fanny FRA

4 GEJO Stasa SRB
5 FÄRBER Johanna AUT
6 CONDIE Kyra USA
7 KADIC Katja SLO
8 PANTELEEVA Iuliia RUS
9 KURA Nanako JPN
10 KIPRIIANOVA Ekaterina RUS

16 PILZ Jessica AUT

20 PINGGERA Julia AUT

23 BESTVATER Alma GER
23 BLAIR-COYLE Sierra USA
25 KIESGEN Lilli GER
25 LEE Hung Ying TPE
25 SINNHUBER Karoline AUT

31 HÖNIG Afra GER
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Herren:

1 KHAZANOV Alex ISR
2 KRUDER Jernej SLO
3 VEZONIK Gregor SLO

4 SUGIMOTO Rei JPN
5 FUJII Kokoro JPN
6 CHON Jongwon KOR
7 HOJER Jan GER
8 NARASAKI Tomoa JPN
9 WATABE Keita JPN
10 TAKATA Tomoaki JPN
11 FUJIWAKI Yuji JPN
12 SCHUBERT Jakob AUT

27 FLOHÉ Yannick GER

31 KLINGLER Florian AUT

37 WEILER Elias AUT
39 MARSCHNER Kim GER
39 RUGENS Rolands LAT
41 AVERDUNK Alexander GER
41 GLAIRON MONDET Guillaume FRA
43 ERBER Matthias AUT
43 PICCOLRUAZ Michael ITA
45 POSCH Jan-Luca AUT
45 SKORODUMOV Sergei RUS
47 DORNAUER Alfons AUT

49 PRINZ Max GER
51 HANS Moritz GER

53 PARMA Georg AUT

63 MARTIN Philipp GER
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