Jakob Schubert verweist beim Weltcup in Kranj Alexander Megos auf Platz zwei

Kranj, die viertgrößte Stadt Sloweniens, ist seit 1996 jedes Jahr Austragungsort eines Lead Weltcups gewesen. Es ist der traditionelle Saisonabschluss: An keinem anderen Ort wurden so viele Gesamtweltcupsieger gekürt wie hier. 2012 und 2013 gewann der österreichische Spitzenkletterer Jakob Schubert an dieser Stelle den Weltcup, 2011 und 2014 wurde er hier zum Gesamtweltcupsieger im Lead gekürt. Heuer ging es für ihn nicht um den Gesamtweltcup, weil er nicht an allen Weltcups teilgenommen hatte. Nach fünf Jahren Pause vom Wettkampfgeschehen feierte Alex Megos seinen zweiten Leadweltcup in dieser Saison mit einem starken zweiten Platz. Jan Hojer kletterte ebenfalls im Finale und kam auf Platz acht.

Technisch anspruchsvolle Routen mit komplexen Bewegungsabfolgen an einer stark überhängenden Wand erforderten beim siebten und letzten Leadweltcup in Slowenien viel Konzentration und Ausdauer. Die lange Wettkampfsaison steckte den Athleten in den Knochen, und sie mussten ein letztes Mal alle Kräfte mobilisieren, um ihre jeweilige Platzierung in der Gesamtwertung zu verbessern. Am Ende wurden nicht nur die Tagessieger des letzten Leadweltcups gekürt, sondern auch die Gesamtsieger der diesjährigen Wettkampfserie, sowie die Sieger in der Combined-Wertung.

Alex Megos und Jan Hojer beweisen Ausdauer in Kranj

Alex Megos – derzeit wohl Deutschlands erfolgreichster Felskletterer – gab sich in diesem Jahr auch bei einigen Lead- und einem Boulderweltcup die Ehre und bewies dabei sehr deutlich, dass er auch an Plastikgriffen klettern kann. In Kranj wollte er es noch einmal wissen und konnte an den langen Routen mit seiner am Fels gewonnen Ausdauer punkten. In der Qualifikation übertrumpfte ihn nur Jakob Schubert und Megos zog auf Platz zwei ins Halbfinale ein. Hier scheiterte er wie einige andere Athleten an einem weiten, dynamischen Zug auf Höhe 34, kam aber auf Platz 8 gerade noch ins Finale. Als erster Starter in der Finalroute legte er die Messlatte gleich sehr hoch – erst beim Zug zum Topgriff stürzte er ins Seil und blieb fast bis zum Schluss auf dem Siegerstuhl sitzen.

Perfekte Vorstellung von Jakob Schubert wird mit dem Sieg belohnt

Jakob Schubert hatte die Weltcups in China ausgelassen, um in Hinblick auf die Heim-WM 2018 in Innsbruck gut erholt in die nächste Saison zu starten. Bei den Weltcups in Arco (Platz 1) und Edinburgh (Platz 3) hat er seine Klasse gezeigt. In Kranj zeigte er in einem starken Starterfeld wieder sein Können. Er kletterte in beiden Qualifikationsrouten und im Halbfinale am weitesten und zog als Führender ins Finale ein. Dort gelang ihm eine perfekte Vorstellung. Er schien in der Finalroute zu keinem Zeitpunkt wirklich gefordert zu sein und kletterte mit spielerischer Leichtigkeit als Einziger zum Top. Das bedeutete den Sieg vor Alexander Megos (GER) und Dmitrii Fakirianov (RUS).

„Es hat einfach extrem Spaß gemacht. Mir ist die Finalroute richtig gut aufgegangen. Als Führender ins Finale einziehen, dann Top klettern und wissen, dass man gewonnen hat: Besser geht es nicht. Das neue Bundesleistungszentrum hat mir heuer nochmal einen Schub gegeben. Im letzten Monat habe ich ein bisschen weniger trainiert. Wie man sieht, ist auch das manchmal nicht verkehrt. Das war ein perfekter Saisonabschluss.“

Jan Hojer konnte sich ebenfalls für das Halbfinalequalifizieren und kletterte dort noch ein paar Züge weiter als Alex Megos. Mit einer Höhe von 38 Zügen zog er souverän als Fünfter ins Finale ein. Hier „fehlten ihm dann doch noch ein bisschen die Körner“, sagte Bundestrainer Maxi Klaus. Bei Zug 31 rutschte er ab und fiel ins Seil. Damit kam er zwar „nur“ auf den achten Platz in der Tageswertung, kann mit seiner zweiten Finalteilnahme in dieser Leadweltcup-Saison aber sehr zufrieden sein.

Christoph Hanke schaffte es ins Halbfinale, verpasste aber den Einzug ins Finale und kam am Ende auf Rang 18. Insgesamt war es für den 23-Jährigen aber seine bisher beste Saison.

„Er hat es bei jedem Leadweltcup ins Halbfinale geschafft“, so Klaus. „Er hat auf jeden Fall einen guten Sprung nach vorn gemacht.“

DIe jungen Österreicher wie Mario Lechner, Georg Parma und Max Rudigier erwischten nicht den besten Tag und belegten ex aequo Rang 33. Der 17-jährige Nicolai Uznik kletterte auf Rang 46. Lars Hoffmann (DAV AlpinClub Hannover) kam bei seinem ersten Leadweltcup auf einen guten 33. Platz und war damit nicht weit von einer Halbfinalplatzierung entfernt. „Das war ein guter Einstand in den Leadweltcup“, sagte Klaus. Yannick Flohé (DAV Aachen) kam auf Rang 44, vor Ruben Firnenburg (DAV Rheinland-Köln) auf Rang 46.

Überraschungen bei den Damen

Bei Damen qualifizierten sich Hannah Schubert und Julia Fiser als Einzige für das Halbfinale. Dort fielen 15 von 26 Athletinnen am gleichen Zug. Am Ende belegten Julia Fiser und Hannah Schubert Rang 14 und Rang 16. Die anderen KVÖ-Damen kamen mit den Qualifikationsrouten nicht gut zurecht. Jessica Pilz, die in dieser Saison immer unter den ersten 8 stand, erlebte einen schwarzen Tag und wurde nur 33. Ihre junge Teamkollegin Eva Maria Hammelmüller wurde bei ihrem Weltcup-Debüt 35. Die Juniorin Laura Stöckler wurde 37., Magdalena Röck wurde 46.

Janja Garnbret holte den Sieg vor Kim Jain (KOR) und Molly Thompson-Smith (GBR). Jessica Pilz stand trotz ihrer Fußverletzung im Frühjahr bisher bei jedem Weltcup im Finale und sicherte sich Rang 4 im Gesamtweltcup. Hannah Schubert holte sich Rang 10.

Der Gesamtweltcup im Lead geht an Romain Desgranges und Janja Garnbret

Der Pokal im Gesamtweltcup wurde ohne österreichische Beteiligung vergeben. Die Slowenin Janja Garnbret hatte sich den Titel bei den Damen schon vor dem Saisonabschluss gesichert. Jakob Schubert holte in drei Lead Weltcups in dieser Saison extrem starke 265 Punkte und belegte somit Platz 6 im Gesamtweltcup. Max Rudigier verpasste die Top Ten im Gesamtweltcup um nur zwei Punkte und holte Rang 12. Romain Desgranges holte sich den Titel vor Stefano Ghisolfi.

Ergebnisse des IFSC Lead Worldcup in Kranj 2017


Damen:

1 GARNBRET Janja SLO
2 KIM Jain KOR
3 THOMPSON- SMITH Molly GBR

4 CHANOURDIE Julia FRA
5 MARKOVIC Mina SLO
6 COXSEY Shauna GBR
7 LUKAN Vita SLO
8 VERHOEVEN Anak BEL
9 NOGUCHI Akiyo JPN
10 REPUSIC Urska SLO
11 KOLLER Anne-Sophie SUI

14 FISER Julia AUT
15 GEJO Stasa SRB
16 SCHUBERT Hannah AUT

27 CHOONG Katherine SUI
27 HULLIGER Michelle SUI

33 PILZ Jessica AUT
35 HAMMELMÜLLER Eva Maria AUT

37 STÖCKLER Laura AUT

44 MEUL Hannah GER
45 FELL Frederike GER
45 GHISOLFI Claudia ITA
47 BESTVATER Alma GER
48 RÖCK Magdalena AUT
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Herren:

1 SCHUBERT Jakob AUT
2 MEGOS Alexander GER
3 FAKIRIANOV Dmitrii RUS
4 SKOFIC Domen SLO
5 GHISOLFI Stefano ITA
6 VETTORATA Francesco ITA
7 BOMBARDI Marcello ITA
8 HOJER Jan GER
9 DESGRANGES Romain FRA
10 KORENAGA Keiichiro JPN
10 LORENZI Simon BEL

18 HANKE Christoph GER

24 LEHMANN Sascha SUI

33 HOFFMANN Lars GER
33 LECHNER Mario AUT
33 PARMA Georg AUT
33 RUDIGIER Max AUT
33 VOGT Dimitri SUI

44 FLOHÉ Yannick GER
45 SHEVCHENKO Vladislav RUS
46 FIRNENBURG Ruben GER

46 UZNIK Nicolai AUT
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Bisher stärkstes Lead-Jahr für das deutsche Team

Bundestrainer Maxi Klaus zieht am Ende der Leadsaison eine durchweg positive Bilanz: „Das war das beste Jahr bisher für das deutsche Team im Lead.“ Bei jedem der acht Leadweltcups war mindestens ein deutsches Teammitglied ins Halbfinale, und auch „so viele Finalteilnahmen gab es noch nie“. Vor allem bei den Herren haben sich die DAV-Athleten als regelmäßige Finalisten einen Namen gemacht. „Und das bei einem immer stärker werdenden Starterfeld“. „Aufholbedarf“ sieht der Bundestrainer aber bei den Damen: „Da gibt es sicher noch einige offene Baustellen, an denen wir arbeiten müssen.“

Im Hinblick auf die nächste Saison steht sowohl bei den Damen als auch bei den Herren gezieltes Training an:

„Wir werden unser Training bis zum Saisonstart im März intensivieren und den Athleten dabei noch mehr Unterstützung bieten“. Mit dem bestehenden Kader sind gute Ergebnisse im nächsten Jahr ein realistisches Ziel: Mit Yannick Flohé, Jan Hojer, Martin Tekles, Sebastian Halenke und Christoph Hanke hat der DAV talentierte und motivierte Athleten im Team. „Da können wir sicher nochmal einen großen Schritt nach vorn machen“, so Klaus.

Für die österreichischen Athleten steht die Heim-WM vor der Tür

Mit dem Abschluss der Saison 2017 geht es in die alljährliche Trainingspause. Gleich danach richtet sich der Blick aller Athleten dann auf die Heim-WM 2018. Vom 6. bis 16. September wird in Innsbruck die WM im Sportklettern (Lead, Bouldern, Speed, Kombination) und Paraclimbing ausgetragen. Für alle österreichischen Athletinnen – ob Routiniers oder Rookies – wird die WM im eigenen Land das bisherige Karrierehighlight, auf das ab dem ersten Tag der Saisonvorbereitung hingearbeitet wird.

IFSC Climbing Worldcup 2017:

Damen lead

1 GARNBRET Janja SLO
2 KIM Jain KOR
3 VERHOEVEN Anak BEL

4 CHANOURDIE Julia FRA
5 PILZ Jessica AUT

9 SCHUBERT Hannah AUT
10 KOLLER Anne-Sophie SUI

16 CHOONG Katherine SUI

23 FISER Julia AUT


Men lead:

1 DESGRANGES Romain FRA
2 GHISOLFI Stefano ITA
3 KORENAGA Keiichiro JPN

4 SKOFIC Domen SLO
5 BOMBARDI Marcello ITA
6 SCHUBERT Jakob AUT

11 RUDIGIER Max AUT

17 HANKE Christoph GER
17 HOJER Jan GER

21 MCCOLL Sean CAN
22 MEGOS Alexander GER

25 TEKLES Martin GER
26 JONASMCRAE Elan CAN
27 HALENKE Sebastian GER
27 ONDRA Adam CZE

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