Interview mit den Machern der Boulderwelt [Größte Boulderhalle der Welt]

Jetzt haben wir es dann endlich mal geschafft und die drei Macher der Boulderwelt haben uns in ihre „heiligen Halle“ auf ein Schwätzchen geladen. Wir können euch leider noch keine neuen Bilder vom kompletten Ausbau zeigen, die sollen noch geheim bleiben, aber was wir auf den Plänen gesehen haben, läßt Großes erwarten…

Servus Dave und Markus, wie kommt man auf die Idee zu so einem ehrgeizigen Projekt?

boulderwelt_01Dave: Seit ich klettere, hat mich die Idee einer eigenen Kletterhalle fasziniert. Vor etwa eineinhalb Jahren habe ich mich mit Markus zusammengesetzt und habe ihm kleine Entwürfe einer Halle gezeigt, wie ich sie mir vorstelle. Er war sofort begeistert und steckte mich mit seiner ganzen Motivation, die Idee um zusetzten, noch mehr an. Tom als Mitstreiter war auch schnell gefunden, da ich mit ihm schon vor drei Jahren versucht hatte dieses Projekt anzugehen. Was damals aber an verschieden Punkten wie geeignete Räume, Lage usw. zwar nicht gescheitert aber immer wieder aufgeschoben wurde.  Außerdem kennen wir drei uns jetzt schon ziemlich lange und kommen gut miteinander aus. Umso länger wir an diesem Projekt arbeiten stellen wir fest, dass jeder von uns dreien sehr wichtig ist, und es ohne einen von uns, bis jetzt immer noch nur eine Idee wäre.

Wie seid ihr zu der Halle gekommen und warum gleich die größte Boulderhalle der Welt?

Markus: Das mit der Halle ging erst ganz schleppend, dann aber sehr schnell. Wir suchten im Stadtgebiet eine Lagerhalle, die für so ein Projekt ausreichend Platz und auch Erweiterungsmöglichkeiten bietet. Das ist in München nicht unbedingt einfach. Es gibt zwar viel Angebot, aber entweder spricht die Lage oder andere Faktoren, wie die Größe, dagegen. Bei dem jetzigen Standort in der Friedenstraße paßte alles: Der Platz, die Erweiterungsmöglichkeiten und die absolut zentrale Lage an einem der Knotenpunkte in München, dem Ostbahnhof. Einziges Manko damals: wir mußten uns innerhalb von zwei Wochen entscheiden den Pachtvertrag zu unterschreiben. Naja, wie wir uns entscheiden haben dürfte klar sein und warum die größte Boulderhalle der Welt? Ganz einfach: Wenn wir schon eine solche Halle ausbauen, dann die perfekte.

boulderwelt_02 Dave: Wir haben jetzt eine Grundfläche von etwa 1500m², das sind schonmal 500m² mehr als die aktuell größte Halle der Welt, das Climbing Works in Sheffield . Die reine Kletterfläche wird also auch darüber liegen. Uns ist aber auch die Atmosphäre extrem wichtig: Erfahrunsgemäß sitzen Boulderer 90% der Zeit rum und ratschen, trinken was zusammen, lachen, etc, tauschen sich also aus. Wir haben bei den Entwürfen zu der Halle sehr auf Luftigkeit und eine gemütliche Stimmung geachtet. Es war uns wichtiger, noch eine Couchecke oder Sitzsäcke unterzubringen, als irgendeinen Wandteil unnütz auszubauen, nur um noch 5m² mehr Kletterfläche zu haben.

Markus: Genau, wir wollen einfach die perfekte Halle machen.

Was ist dann für Euch die Perfekte Halle?

Dave: Nehmen wir noch mal Climbing Works zum Vergleich. Sie haben zwei Sofas und eine Kaffeemaschine, also keinen richtigen Bistrobereich, in dem man mal chillen und über diverse Moves oder Erlebnisse ratschen kann. Sie haben auch keine richtigen Umkleidekabinen (außer die 4m² in den Toiletten). Da ist unser Anspruch an die Boulderwelt einfach größer.

Markus: Schauen wir uns doch allein in Deutschland um. Die Boulderbereiche in den Kletterhallen sind meistens in irgendwelchen Ecken oder Grotten verstaut und meistens verschachtelt, dreckig und werden fast nie umgeschraubt. Zudem sind zu 90% die Boulderbereiche zu schwer eingeschraubt. Das ist/wird in der Boulderwelt ganz anders: Wir haben zum Beispiel unterschiedliche Wandhöhen, dann gibt es bei uns von Blattenboulder bis zum 10 Meter langen Dach, jede erdenklich Wandneigung. Wir wollen einfach jeden Boulderer egal wie schwer er/sie Klettert  genügend Fläche und Auswahl zur Verfügung stellen. Bei uns wird Bouldern nicht als Randsportart von Klettern behandelt.

boulderwelt-wettkampfwandDave: Die Halle ist in verschiedenste Teilbereiche unterteilt, neben den angesprochenen großen Chillecken gibt es eine riesige Wettkampfwand, Grotten, Dächer, freistehende Blöcke, Die angesprochenen Senkrechten Wände, einen Kinder-Boulderbereich mit Burg und Piratenschiff, ein Tussi-Eck™, einen Macho-Block™, eine Slackline-Area und einen sehr großen Traingsbereich mit zum Beispiel Symmetrie-Wänden und einem 4,50m hohen Campusboard. Der Bistrobereich nimmt natürlich auch einen großen Teil ein wird aber in die Boulderwelt bzw. Blöcke so integriert sein, dass er fast nicht auffällt. Ein fest installierter Beamer soll für die nötige Motivation sorgen. Wir haben auch noch die Möglichkeit einen Außenbereich zu erschließen, aber das steht erstmal hinten an, oberste Priorität hat die Halle. Ein highlight, der Boulderwelt wird die Boulderwelt sein. Was es sein wird, seht ihr bei der Eröffnung!

Darauf kommen wir gleich zurück! Wie ihr schon angesprochen habt, zum Bouldern gehört auch eine anständige Bistrobereich, auf was können wir uns da freuen? Gerüchte besagen ja, dass auf die Kaffesorte sehr großen Wert gelegt wird

Markus: Das wird auch super, die Kaffeemaschine ist schon da. Ein Riesending, das mit Danesi-Kaffee bestückt sein wird. Beim Bier sind wir noch offen, weil wir uns an keine Brauerei gebunden haben, das ist ein Riesenvorteil, also wird es geben, was uns schmeckt … [lacht] … und außerdem wird es noch Dave’s Whiskey Bar mit feinstem Scotch  geben.

Dave: Und wer Eis rein will kriegt Hallenverbot …

boulderwelt-wandarbeiten_0Markus: : Genau. Und natürlich werden wir auch was zum Futtern  anbieten, die Halle liegt ja unglaublich zentral hier am Ostbahnhof, deswegen wird das Bistro auch ohne Bouldern ‚erreichbar‘ sein, das heißt wir hoffen auch auf Laufkundschaft, die einfach gemütlich mittags einen Kaffee trinken will.

 

Ihr seid jetzt konkret etwa vier Monate täglich an eurem ‚Baby‘, wo kommt die ganze Motivation her?

Markus: Die ersten Monate sitzt man vor irgendwelchen Plänen und Aufstellungen: plant, überlegt, telefoniert, verwirft, plant, konstruiert, rechnet, verwirft, etc. Seit einem Monat geht es jetzt richtig los und man sieht jeden Tag etwas entstehen, das ist ein wahnsinnsiger Motivationsschub…

Dave: … obwohl wir hier echt sieben Tage mindestens zwölf Stunden drinstehen, und selbst ich, der vor einem halben Jahr noch ‚halb Drei nachmittags‘ als frühen Morgen empfand, steht jetzt um acht Uhr morgens hier auf der Matte [grinst].

Also ein totaler Fulltime-Job, wie sieht’s denn mit euren Schrauber-Tätigkeiten aus, bleibt das auf der Strecke?

Dave: Nein, auf keinen Fall. Wettkämpfe wie die [intlink id=“5977″ type=“post“]Soulmoves Süd[/intlink] und[intlink id=“3516″ type=“post“]BAZ[/intlink] stehen dieses Jahr defintiv auf meinem Terminplan. Auch bei anderen Wettkämpfen werden wir auf jeden Fall am Schrauben sein.

Markus: Außerdem sind wir auch einfach gut darin. [lacht….] Mit jedem Wettkampf, den man schraubt lernt man auch immer dazu und das ist auch für uns wichtig. Wobei wir hier in der Halle nicht alles selber schrauben werden, da wird es sicher noch einige gute Schrauber geben, die uns hier ein paar Probleme ‚hinterlassen‘ werden.

Gerhard: Sorry, kurze Zwischenfrage: Wie siehts dann mit euren Beziehungen aus, wenn ihr soviel in und an der Boulderwelt arbeitet?

Dave, Markus: [Großes Schweigen]

Gerhard: [Oh je, Fettnapf ich komm mit Anlauf!!!]

KS.com: Soviel sei gesagt, einer von beiden ist seit kurzen Single und der andere träumt mehr von Nautilus Volumes als von seiner Freundin. Zudem schlafen beide im Büro (getrennt, aber nebeneinander!! Das ist kein Witz).

Dave: Dazu muss ich sagen dass ich echt Glück habe dass meine Freundin so verständnisvoll damit umgeht. Ich bin durchschnittlich 90 bis 100 Std pro Woche in der Halle und habe so gut wie keine Zeit für sie. Da freue ich mich riesig wenn der Bauphase vorbei ist und wir wieder mal ein Wochenende zusammen verbringen können.

Stichwort Team, wieviele seid ihr denn eigentlich, die jetzt konkret an der Halle arbeiten?

Dave: Im Prinzip ist der harte Kern ’nur‘ zu fünft, das wären unseren beiden Handwerker (Benni und Bernhard), Tom, Markus und ich. Aber an den Wochenende kommen immer wieder Freunde und Bekannte vorbei und helfen, wo sie können. Ohne die ganze Crew würde so ein Projekt auch nicht laufen.

Apropos Planung und Aufbau… wann soll denn eröffnet werden?

Markus: Wir werden auf jeden Fall den Eröffnungstermin im Sommer einhalten, wohl irgendwann im Juli. Da ist dann auch ein dickes Partywochenende mit einem Eröffnungswettkampf geplant und am Sonntag ein ‚Tag der offenen Tür‘. [ks.com: Haha, das bekommt in dem Zusammenhang eine ganz witzige Bedeutung] Allgemein werden wir hier relativ regelmäßig Parties mit Live-Musik und Kino und kleinere Spaßwettkämpfe abhalten, und das sollen dann schon richtige Feste werden, also man wird nicht um 23 Uhr aus der Halle getrieben…

Dave: Ja, das werden richtig gute Parties mit Musik und Feiern bis zum Abwinken…

Gerhard: Wir sind dabei!! Ese an der Bar und ich an der Wand…

Ese: …wohl eher in der Tussi-Ecke :D

Jungs, vielen Dank für das Gespräch es hört sich wirklich viel versprechend an! Wir sehen spätestens im Juli. Viel Spaß beim arbeiten
boulderwelt- ese, dave, markus
Hier findet ihr ein paar Bilder der Boulderwelt

Hier die offizielle Website der Boulderwelt

 

Kommentare

  1. Eröffnungsdatum neue Boulderhalle München (Boulderwelt) | kletterblog.info | | Antworten

    […] Und ein Interview gibts auch, Teaser: Dave: “Wir haben jetzt eine Grundfläche von etwa 1500m², das sind […]

  2. Louise | | Antworten

    Hi,
    danke für den interessanten Beitrag. Ein Freund denkt darüber nach die Lagerhalle in eine Kletterhalle zu verwandeln. Einen Teil der Halle will er weiterhin für seine Lagerbühnen nutzen und seine Waren dort verstauen. Den anderen Teil der Halle will er zur Kletterhalle umfunktionieren.

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