Ehemaliges DAV-Expedkader-Mitglied Xari Mayr stirbt beim Eisklettern

Am Mittwoch, 24. Januar, kam Franz-Xaver „Xari“ Mayr beim Eisklettern im Südtiroler Langental ums Leben. Ein Lawine verschüttete den Spitzenalpinisten mehrere Meter tief, so dass ihn die Rettungskräfte erst zwei Tage später finden konnten. Der oberbayerische Spitzenalpinist war ehemaliges Mitglied im DAV-Expedkader. Der Deutsche Alpenverein ist tief betroffen von diesem schlimmen Unfall. Den Angehörigen und Freunden wünscht er viel Kraft in dieser schweren Zeit.

Freunde und Kollegen haben Xari Mayr als höchst besonnenen und umsichtigen Alpinsten kennen und schätzen gelernt, der das Risiko und die möglichen Gefahren vor seinen Touren gut abzuwägen wusste. Die Lawine allerdings, die sich gut 400 Meter über dem Wasserfall „Mission Impossible“ gelöst hatte und in der er den Tod fand, war nicht vorherzusehen.

Obwohl noch sehr jung, konnte der 1995 geborene Murnauer schon auf eine derart umfassende Erfahrung und Tourenliste zurückblicken, wie sie nur die wenigsten doppelt so alten Alpinisten aufweisen können. So gelangen Xari, Mitglied im DAV-Expedkader 2013-2015 und Bergführeranwärter, beispielsweise neben vielen alpinen und außeralpinen Klassikern wie der Eiger-Nordwand oder den Granitwänden im Yosemite Valley im letzten Herbst eine Solobegehung der bekannten Technotour „Via Vertigine“ am Monte Brento. Neben schnellen und sauberen Wiederholungen bestehender Routen galt sein Augenmerk und Interesse vor allem auch der Suche von Neuland in den Wänden seiner Heimat. Auf sein Erstbegehungskonto geht beispielsweise die wunderschöne und anspruchsvolle Route „4 Gewinnt“ (UIAA VIII+) am Pantherkopf unterhalb der bekannten Schüsselkarspitze im Wetterstein. Ebenfalls sehr engagiert auf der Suche nach neuen Linien war Xari in den heimischen Ammergauer Alpen. Vor allem die Nordwände des Geierkopfs haben es ihm angetan. Gleich drei neue anspruchsvolle Eis- und Mixedlinien konnte der junge Murnauer dort in den letzten Jahren realisieren: Nach den Routen „Marihuanabam“ (500M, M5+, WI5) und „Jagdfieber“ (500m, M5+, WI4) gelang ihm erst vor wenigen Tagen mit der Route „The Icefaktor“ (250m, M7, WI5) seine leider letzte Erstbegehung am Geierkopf.Seine letzte Expedition zum Ogre im Karakorum war wegen widrigen Wetters leider nicht von Erfolg gekrönt. Dennoch hat er mit großer Begeisterung davon berichtet – so wie er stets mit einem Leuchten in den Augen von seinen Bergerlebnissen berichtet hat. Xari, wir sind froh, dass wir dich kennenlernen durften. Danke für die Inspiration und deine Leidenschaft! Wir trauern mit deiner Familie und deinen Freunden.Im Namen des Deutschen Alpenvereins:

Philipp Abels (Koordinator Leistungsbergsteigen)
Dr. Wolfgang Wabel (Geschäftsbereichsleiter Bergsport)

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