Bei traditionellen Wettermix gewinnen Anthony Gullsten, Jorg Verhoeven und Barbara Zangerl das Melloblocco 2017

Vom 11. bis 14. Mai 2017 fand zum 14. Mal das Melloblocco Boulder-Event im Val Masino, Italien statt. Mehr als 2700 registrierte Teilnehmer und gesamt geschätzte 8000 Kletterer besuchten das Tal und das trotz typischem „Mello-Wetter“ mit einem Mix aus Regen und Sonnenschein. Am Ende hießen die Sieger der Herrenwertung Anthony Gullsten und Jorg Verhoeven mit jeweils 11 von 12 gekletterten Boulderproblemen. Bei den Frauen holte sich Barbara Zangerl klar den Sieg und kletterte ebenso 11 von 12 Wettkampfbouldern.

Eine Neuerung beim diesjährigen Melloblocco war die gleichzeitige Austragung der Italienischen Bouldermeisterschaften mit über 140 Teilnehmern. Obwohl dieses Zusatzevent Melloblocco sicherlich mehr öffentliche Aufmerksamkeit verschaffte, hatte die Sache auch eine Kehrseite: die meisten italienischen Kletterer konnten an den ersten zwei bis drei Tagen nicht am Melloblocco Wettbewerb teilnehmen und hatten daher in der Gesamtwertung keine reelle Chance auf einen Sieg.

Der schwerste Wettkampfboulder bei den Männern ‚Pulpo Negro‘ wurde nicht geklettert und mit einer geschätzten Schwierigkeit von 8b+/8c bewertet. Vier weitere Boulder im achten Grad wurden von den Gewinnern und einigen weiteren starken Athleten wie Alexander Megos geklettert. Dazu zählen ‚Super V’ (8a+), ‚Parking Slam’ (8a+), ‚Snake Bar’ (8a+) und ‚Ginseng’ (8b). Auch bei den Frauen blieb der härteste Boulder ‘Nuova Dimensione’ (8a) unbezwungen. Die Boulder ‚Sunday Trump‘ (7c), Gambero Loco‘ (7b+) und ‚Madera Madura‘ (7b+) wurden allesamt geklettert.

klaus_dellorto_barbara_zangerl_sbrisigo_34504925731_o_ergebnisDabei kletterte die super-starke Barbara Zangerl im Frauenwettbewerb von Anfang an in einer anderen Liga. Von den 11 getickten Bouldern stieg sie sechs im Flash durch – eine beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die zweitplatzierte Laura Neumeier nur insgesamt sieben Probleme mit einem Flash abhakte. Der nicht gekletterte Boulder ‚Nuova Dimensione‘ wurde von den Teilnehmerinnen als „machbar“ eingeschätzt – vorausgesetzt man investiert etwas Zeit.

Powerhouse Alex Megos nahm in diesem Jahr zum ersten Mal am Melloblocco teil und führte bis zum dritten Tag die Rangliste bei den Männern mit insgesamt zehn gekletterten Bouldern an. Am ersten Tag knackte er gleich einen Boulder, der von Vorjahressieger Adam Ondra nicht bezwungen werden konnte. Nachdem Alex aber am letzten abreisen musste, wurde er von den zwei „Veteranen“ Anthony Gullsten und Jorg Verhoeven mit jeweils elf getickten Bouldern überholt. Wirft man einen Blick auf die geflashten Boulder, hätte sich am Endergebnis vermutlich nichts geändert, auch wenn Megos geblieben wäre: Gullsten flashte vier Boulder, Verhoeven zwei und Megos nur einen. Der einzige nicht gekletterte Boulder ‚Pulpo Negro‘ wurde mit „wirklich super hart“ (ca. 8b+/8c) bewertet und bleibt ein offenes Projekt. Gesamtsieger Anthony Gullsten gewann den Melloblocco Wettbewerb bereits zum zweiten Mal.

Auch einen Kommentar wert ist die Leistung von Local Hero Stefano Carnati: Er kletterte acht Boulder mit zwei Flashs an nur zwei Tagen. Und das, obwohl er die beiden Tage davor an der italienischen Meisterschaft teilnahm.

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