Alex Honnold free solo am El Capitan und Steve McClure begeht Englands erste 9b: Rainman

Alex Honnolds erfolgreiche Free Solo Begegung von Freerider

The ascent of Alex HonnoldAlex Honnold, der ja immer wieder mit ziemlich spektakulären Free Solos daherkommt, hat sich diesmal wahrlich einen Meilenstein gesetzt. Es ist nicht so, dass seine früheren Begehungen weniger beeindruckend gewesen wären. Nein, dieses mal war der El Cap im Yosemite dran und genauer gesagt, die Huber-Route Freerider (5.12d bzw. 9). In nur 3 Stunden und 56 Minuten kletterte der 31-Jährige durch die 30 Seillängen und es war das erste Mal überhaupt, dass eine Route am El Capitan solo und ohne jegliche Sicherung durchstiegen wurde. Und spätestens seit der Dawn-Wall wissen wir, wie sehr alle diese Wand lieben, sooo very much. Und genau deswegen ist diese Leistung so außergewöhnlich: Alex Honnold hat eigentlich nur sich etwas bewiesen, aber die Camp4-Schar staunt und rätselt, was da wohl noch kommen möge und warum sie eigentlich 14 und mehr Stunden brauchen um die Hälfte zu schaffen.

Alex hat seit Herbst an der Route gearbeitet. Und eine gewisse Akribie lässt sich bei so einem Projekt nicht vermeiden. Das hat vor einigen Jahren (2008) noch anders ausgesehen, als er den Klassiker in Utah Moonlight Buttress (5.12/7b, 400m) nach insgesamt nur fünf Versuchen durchstieg. Interessanterweise hat er aber ein Jahr zuvor bereits Bekanntschaft mit dem Soloklettern im Yosemite gemacht und konnte dort die Routen Astroman (5.11c, 300m) und The Rostrum free solo klettern. Jedenfall ganz fremd war im Freerider nicht, denn im selben Jahr hat er die Route frei geklettert, allerdings eben noch nicht solo, sondern mit Seilpartner Brian Kimball, aber dafür schon an einem Tag. Und da auf den El Cap die nominell leichteste Route wohl Freerider ist, fiel ihm die Wahl vermutlich nicht allzu schwer. Freerider ist eine Abwandlung der Originalroute Salathe (Todd Skinner/Paul Piana, 1988, 5.13) durch Alex Huber, die das 5.13 Wandstück auslässt und gegen Ende noch drei Seillängen der Route Excalibur mitnimmt.

Aber genug geschwafelt, saukrasse Leistung von Alex Honnold und ein ewiger Eintrag in den (Kletter-) Geschichtsbüchern ist ihm sicher.

Für die Statistikfreaks und Zahlenfüchse:

1998: 1. Rotpunktbegehung von Freerider durch Alex und Thomas Huber in 15:25 Stunden. (Erste freie Begehung einer El Capitan Route innerhalb eines Tages)
1999: Erster Teil der Speedbegehung zweier Yosemite Bigwalls (mit Half Dome Regular) innerhalb von 23 Stunden durch Dean Potter
2004: 1. Rotpunktbegehung einer Frau innerhalb von 24 Stunden durch Steph Davis
2012: 1. Onsight Begehung durch Cedric Lachat (CH)
2016: Speedrekord (Freie Solo Begehung mit Seil) durch Pete Whittaker (GBR) in 20:06 Stunden
2017: 1. Free Solo Begehung durch Alex Honnold

Steve McClure macht die erste 9b Englands, Rainman

steve-mc-clure-rainman-9b-ian-dunnSteve McClure, Haudegen und ‚Trad’itionalist, hat seine eigene Bestmarke erneut überboten. Bereits vor knapp 10 Jahren hat er mit Overshadow dem Vereinigten Königreich eine (von Adam Ondra bestätigte) harte 9a+ spendiert, die bis dato die schwerste Route war. Aber jetzt hat Steve McClure sein Langzeitprojekt in Malham Cove endlich durchsteigen können und haut auch gleich den richtigen Grad raus: 9b. Und wenn man bedenkt, wie oft er in dem Projekt (Arbeitstitel: The Easy Easy) Rückschläge und Stürze (oft am letzten schweren Zug) hinnehmen musste, dann ist das sicher nicht leichtfertig geschätzt.

Die Linie fängt gemütlich mit Raindogs (8a), geht dann über die Crux von Rainshadow (9a), rein in Batman (9a/+) und schlußendlich in das Ende der Bat Route (c). Das hört sich alles in allem schon ziemlich schwer an und damit man im Schema bleibt heisst die Route: Rainman (9b).

Ian Dunn, einer der Begleiter von Steve, meint: „Es war der Wahnsinn Steve dabei zuzusehen, wie er Geschichte schreibt. Auf geht’s Adam: komm‘ rüber und bestätige den Grad.“

Katrin Gründler klettert 8c in Franken

Katrin Gründler, da würden wir eine Wette eingehen, kennt von euch keiner… Ausgenommen ein paar Eingeweihte und Mitstreiter/-innen — aber alle anderen? Vermutlich nein. Wir müssen zugeben, dass ist auch etwas unfair, da Katrin eigentlich mal auf den Familiennamen Sedlmayer hörte und damals schon 8a Routen kletterte, als das für Frauen noch ‚undenkbar‘ war, zumindest meinte das die Kletterwelt. Katrin hat mit ihrem Europameister-Titel und einen Lead-Weltcupsieg aber durchaus eine erfolgreiche Vergangenheit in der internationale Kletterszene und das alles um die Jahrtausendwende.  Da in 15 Jahren so einiges geschehen kann, rückte auch das klettern wieder mehr in Katrins sportlichen Fokus.  Und so kam es, dass sie schon vor zwei Jahren mit Father and Son (8c) ihre erste Route in diesem Grad klettern. Das diese Begehung kein Zufall war und das man als Leistungssportrentner trtz hohem Alter schwerer klettern kann als zu seiner aktiven und erfolgreich Zeit, bewies Katrin nun mit ihrer Wiederholung von “Roof Warrior” (8c)

Ks.com: Somit wäre auch bewiesen, dass 28 Kletterjahre, ein Alter von 38 — Tendenz steigend — und eine Hochzeit keine Ausreden sind, um nicht den Grad 8c zu klettern! Gell Herr „Chef“Redakteur

Es gab aber noch weiter erwähnenswerte Wiederholungen….

  • Alex Puccio konnte mit Dead Meadow (8B) ihren achtzehnten Boulder in diesem Grad klettern.
  • Mina Leslie-Wujastyk hat auf dem Weg Richtung Rocklands noch schnell The Pursuit Of Happiness (8B) weggezwickt
  • Stefano Ghisolfi klettert mit First Round First Minute (9b) seine zweite 9b
  • Nina Williams konnte wie ihr im Video sehen könnt den Boulder  Ray of Light (8B) klettern

klatsch-tratsch-stuff-hl2

Ein Foto und 18000,-€ Preisgeld

imsDer IMS Photo Contest, der größte Bergfotowettbewerb der Welt, steht mittlerweile zum siebten Mal an. Es winken Preisgelder von über 18.000€ und der begehrte Titel „Bergfoto des Jahres“. Sechs Kategorien bieten viel Raum für Kreativität bei der Suche nach dem besonderen Motiv und die Bilder können einfach auf www.imsphotocontest.com hochgeladen werden.

 

Alma Bestvater und das „Startrecht“ bei der DM in Berlin

Bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin, gab es für unseren Sport einen leider nicht so schönen Vorfall, der einmal mehr zeigt, dass die Verbandsstrukturen nicht soweit sind, wie man es in der DAV Zentrale eventuell glaubt und man sich das als Athlet/-in wünschen würde…
Leider wurden aus dem Umfeld der Athletin im Eifer des Gefechts dann Behauptungen aufgestellt, die so nicht ganz der Wahrheit entsprachen beziehungsweise auch teilweise ziemlich reißerisch durch’s Netz verteilt wurden. Kann man eventuell auch nachvollziehen, denn neben der Tatsache, dass ein/e Athlet/in auf sportliche Highlights wie DM, EM und Co hintrainiert und mit den Erfolgen auch Sponsorenverträge o.ä. aufbessert, ist die emotionale Enttäuschung doch sehr groß, wenn durch die schon fast grobe Nachlässigkeit eines Dritten die Anmeldung zur Deutschen Meisterschaft einfach verpennt wurde.
Hier eine Erläuterung der Situation eines Wettkampfschiedsrichter:

„Richtig ist, dass Alma hier keine Schuld trifft! Richtig ist, dass Alma hier die Versäumnisse REGIONALER Verantwortlicher ausbaden muss. Und richtig ist vor allem, dass das Ganze eine extrem bittere Geschichte ist – primär weil durch den gewählten Weg der Eskalation der Schaden für den Sport an sich, vor allem aber der Schaden für Alma selbst, nur vergrössert wird.“ Der Alpenverein läuft vielerorts den aktuellen Entwicklungen (Kletterhallenboom, Bouldern, Klettern bei Olympia, Felspolitik) hinterher.

Ks.com: Wir haben lange darüber nachgedacht, wie ausführlich dieser “ Artikel“ werden soll und haben uns auch mit beiden Parteien und deren Ansichten beschäftigt. Am Ende sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass der DAV sich an de Nase fassen muss und die Strukturen auf Landesebene im Eiltempo verbessern muss. Denn in Bayern und BaWü funktioniert es schon sehr gut. Was das Reglement betrifft: Es ist leider Gottes ein Standardregelwerk, das alle großen Sportverbände, mit entsprechender Abwandlung, verwenden. Vor allem wenn es um die sog. „Meldung“ der Starter geht. Sei es bei Leichtathletik, Skifahren usw. Der einzige Unterschied, dürfte der sein, dass beim DAV Landesverband immer noch verantwortungsvolle Aufgaben, wie Betreuung und Koordination des Landeskaders ehrenamtlich betrieben werden.

Alexander Megos Vs. Adam Ondra

Alex Megos meinte mal vor ein paar Jahren im Interview, dass Adams Stärke in der Geschwindigkeit liegt die richtige Postion einzunehmen um weiterzuklettern.  Folgendes Video zeigt euch was Alex damit meint und wie groß der unterschied 2014 bei La Sportiva Legend Only Finale zwischen den beiden war.

Kommentare

  1. Axel Perschmann | | Antworten

    Erstbegehung 1998 innerhalb von 15:25 Stunden und dann 2016 ein Speedrekord in 20:06 Stunden.
    Wie passt das zusammen??

  2. gerhard | | Antworten

    Der Peter war alleine und der Huberbua war mit dem Bruder unterwegs.

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