Akiyo Noguchi und Kokoro Fujii stehen beim IFSC Boulder Weltcup in Chongqing ganz oben auf dem Podest

In Chongqing, der flächenmäßig größten Stadt der Welt, ging am ersten Mai-Wochenende der dritte Boulderweltcup der laufenden Saison über die Bühne. Was auf einer Weltkarte ausschaut wie ein Punkt, ist in Wirklichkeit mit 82.000 km2 fast gleich groß wie Österreich. Der Huayan Climbing Park im Stadtteil Jiulongpo war Schauplatz der ersten von drei Boulderweltcup-Stationen in Asien (05./06.05. Chongqing, 12./13.05. Tai’an (CHN), 02./03.06. Hachioji (JPN)).

Bereits in den Qualifikationsrunden ging es heiß her

Wer ins Halbfinale einziehen wollte, musste mindestens drei Boulder-Tops erreichen. Bei den Herren schafften das Yannick Flohé (DAV Aachen) und Jan Hojer, der mit einem 10. Platz gerade noch eine Runde weiter kam. Bei den Damen konnte Alma Bestvater (DAV Weimar) in die Runde der besten 20 klettern.  Unbeeindruckt von den Dimensionen der 30-Millionen-Metropole zeigten sich auch Österreichs Kletter-Asse, die fokussiert in den Wettkampf starteten.

 

Johanna Färber, Julia Pinggera und Alma Bestvater überzeugen

Neben Jessica Pilz, die sich in Qualifikationsgruppe A auf Platz 5 erwartungsgemäß souverän für das Halbfinale qualifizierte, überzeugten zwei weitere junge Österreicherinnen. Julia Pinggera (JG 1996) und Johanna Färber (JG 1998) kletterten in Qualifikationsgruppe B auf die Plätze 4 (Pinggera) und 8 (Färber) und sicherten sich somit das Halbfinal-Ticket. Lediglich Karoline Sinnhuber verpasste den Halbfinaleinzug, holte sich jedoch auf Platz 27 die ersten Weltcuppunkte der laufenden Saison.

Alma Bestvater erreichte bei allen Halbfinal-Bouldern den Bonus-Griff – toppen konnte sie leider kein Probleme. Sie belegte am Ende den 12. Platz – ihr bestes Ergebnis in dieser Saison!

Damen-Finale: „Tricky Boulder“

Während für Pinggera und Färber trotz starker Leistungen im Halbfinale auf den Plätzen 15 (Färber) und 17 (Pinggera) Endstation war, sicherte sich Jessica Pilz in ihrem erst sechsten Boulderweltcup überhaupt mit 2 Tops auf Zwischenrang 3 ihren ersten Finaleinzug in einem Boulderweltcup hinter den beiden Top-Favoritinnen Nonaka und Noguchi (beide JPN). Die vier Finalboulder der Damen darf man als „tricky“ bezeichnen. Sie verlangten ein sehr hohes Maß an aktiver Beweglichkeit, super präzisem Steigen und Balancieren an wenigen, großen und meist abschüssigen Griffen. Im Finale toppte Pilz den dritten Boulder im zweiten Versuch und beendete ihren ersten Finalauftritt auf Rang 5. Am besten kamen damit die beiden Japanerinnen Akiyo Noguchi (1. Platz) und Miho Nonaka (2. Platz) zurecht: Sie konnten als einzige vier (bzw. drei) der Boulder toppen. Auf Platz drei landete Stasa Gejo (SRB), die immerhin noch einen Top-Griff und zwei Zonen erreichte.

„Im Finale wäre sicher noch mehr möglich gewesen, aber ich bin insgesamt sehr zufrieden mit meiner Leistung. Ich bekomme von Bewerb zu Bewerb mehr Sicherheit im Bouldern, traue mir mehr zu und auch das Selbstvertrauen wächst. Bis zur Heim-WM sind es noch 4 Monate, die Richtung stimmt und die Vorfreude wächst täglich!“ zeigte sich Jessica Pilz, die nun auf Platz 5 im Boulder-Gesamtweltcup liegt, mit dem Ausgang in Chongqing sichtlich zufrieden.

Zum Halbfinale meldete sich Jan Hojer zurück an der Weltspitze

Nachdem er in den ersten beiden Weltcups das Finaleverpasste hatte, zog er diesmal souverän auf Platz 1 in die letzte Runde ein: Vier Flashs und eine Zone lieferte er dazu ab. Für Yannick Flohé war mit einer Zonenwertung nach dem Halbfinale Schluß. Der 19-Jährige landete insgesamt auf einem guten 18. Platz und sammelt so weiter fleißig Weltcup-Punkte.

Auf Platz 4 beim Weltcup-Auftakt in Meiringen (SUI) folgte für Jakob Schubert Platz 25 in Moskau (RUS).

 

„Boulder-Weltcups wie ein Ritt auf einer Achterbahn! In Chongqing will ich wieder ins Finale!“

lautete die klare Marschrichtung des Heeressportlers. Davon ließ sich Schubert im Verlauf des Bewerbs auch nicht abbringen. Nach Platz 7 in der Qualifikationsgruppe B ließ Schubert auch im Halbfinale nichts anbrennen und sicherte sich mit 2 Tops auf Zwischenrang 4 den erhofften Finaleinzug.

Finale der Herren: Entscheidung an zwei Bouldern

Für die Finalboulder hatte sich das internationale Routenschrauber-Team um den Japaner Hiroshi Okano ein paar schwierige Probleme überlegt: Bei den Herren war der 1. Boulder als Geschenk geschraubt: Er fiel bei allen Finalisten im 1. Versuch. Dafür konnte Boulder Nummer drei von keinem Teilnehmer geklettert werden – selbst der Bonusgriff blieb unberührt. Damit entschied sich das Finale der Herren an genau zwei Bouldern. Jan Hojer konnte bei beiden den Bonus-Griff erreichen, er landete damit auf dem 5. Platz. In dem spannenden Finale fehlte Schubert schlussendlich nur eine Zone auf einen Podestplatz. Das Podium teilten sich der Japaner Kokoro Fujii (Platz 1), der Kanadier Sean McColl (Platz 2) sowie der Russe Aleksei Rubtsov (Platz 3). Jernej Kruder (SLO), der Star der ersten beiden Weltcups, landete hinter Hojer auf Platz sechs.

„3 Boulderweltcups, davon 2-mal im Finale und Platz 5 im Boulder-Weltcupranking. So kanns nächste Woche in Tai`an von mir aus weitergehen!“ freute sich Schubert über die Spitzenplatzierung in Chongqing.

Erstmals in der laufenden Saison konnten neben Jakob Schubert mit Elias Weiler (Platz 25) und Alfons Dornauer (Platz 27) weitere KVÖ-Herren Weltcuppunkte sammeln. Für Jan-Luca Posch (39.), Florian Klingler (55.), Georg Parma (59.) und Matthias Erber (65.) blieben die Punkteränge jedoch außer Reichweite. Kim Marschner (DAV Schwäbisch-Gmünd), Lilli Kiesgen (DAV Darmstadt-Starkenburg) und Afra Hönig (DAV Landshut) schafften zwar den Sprung in das Halbfinale nicht, landeten aufgrund ihrer guten Qualifikationsergebnisse am Ende aber in den Top-30 – und sammeln so Weltcup-Punkte.

 

Ergebnisse des IFSC Boulder Weltcup in Chongqing 2018:


Damen:

1 NOGUCHI Akiyo JPN
2 NONAKA Miho JPN
3 GEJO Stasa SRB

4 KIPRIIANOVA Ekaterina RUS
5 PILZ Jessica AUT
6 KADIC Katja SLO
7 CAULIER Chloe BEL
8 GIBERT Fanny FRA
9 SANDOZ Mélanie FRA

10 LEE Hung Ying TPE
11 YIP Alannah CAN
12 BESTVATER Alma GER

15 FÄRBER Johanna AUT
16 ITO Futaba JPN
17 PINGGERA Julia AUT

21 KIESGEN Lilli GER
23 HÖNIG Afra GER

27 SINNHUBER Karoline AUT
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Herren:

1 FUJII Kokoro JPN
2 MCCOLL Sean CAN
3 RUBTSOV Aleksei RUS

4 SCHUBERT Jakob AUT
5 HOJER Jan GER
6 KRUDER Jernej SLO
7 CORNU Manuel FRA
7 LEVIER Alban FRA
9 ISHIMATSU Taisei JPN
10 OGATA Yoshiyuki JPN

18 FLOHÉ Yannick GER

25 WEILER Elias AUT
27 DORNAUER Alfons AUT
27 HOLOWACH Jason CAN
29 MARSCHNER Kim GER

31 FIRNENBURG David GER
33 GLAIRON MONDET Guillaume FRA
33 HANS Moritz GER
35 PIAZZA Riccardo ITA
35 PRINZ Max GER

39 POSCH Jan-Luca AUT

55 KLINGLER Florian AUT

59 PARMA Georg AUT

65 ERBER Matthias AUT
65 PASTOR MARTÍNEZ Sergio ESP
67 AVERDUNK Alexander GER
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Nächste Station – IFSC Boulder Weltcup Tai`an (CHN) – 12. & 13. Mai 2018

Der zweite von insgesamt drei Boulder-Weltcups auf asiatischem Boden folgt bereits am kommenden Wochenende in Tai`an (CHN). Das KVÖ-Aufgebot bleibt sowohl zahlen- als auch personenmäßig (4 Damen, 7 Herren) unverändert zum vergangenen Weltcup in Chongqing.

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